Der Kurzfilm erzählt von einer Unterrichtssituation, in der Julian beobachtet, wie sein Mitschüler Jeff die Arbeit von Cassandra beschädigt und sie mit einem Stift verletzt. Julian möchte die Lehrkraft auf das Fehlverhalten aufmerksam machen, wird jedoch sowohl von seinem Mitschüler als auch von der Lehrkraft als „Petze“ wahrgenommen. Die Situation eskaliert, als Julian trotz seiner Bemühungen, auf ein offensichtliches Unrecht hinzuweisen, zurechtgewiesen und schließlich aus dem Klassenraum geschickt wird. Der Film thematisiert die schwierige Unterscheidung zwischen Petzen und berechtigtem Melden von Fehlverhalten. Gleichzeitig wirft er Fragen nach Gerechtigkeit, Verantwortung, Zivilcourage und dem Umgang mit Konflikten in schulischen Gemeinschaften auf. Die Lernenden werden mit einem moralischen Dilemma konfrontiert: Wann ist Schweigen falsch und wann ist Eingreifen notwendig?
Das Gewissen gilt als die zentrale Instanz zur Bildung moralischer Urteile und ist Gegenstand zahlreicher philosophischer, anthropologischer und theologischer Erörterungen. Es ist zugleich aber auch ein ganz alltägliches Phänomen, mit dem jeder Mensch in Konfliktsituationen konfrontiert wird. Die Produktion berücksichtigt daher beide Aspekte des Gewissens: Die Kurzfilme 'Julian' und 'Kutsushita' beleuchten seine praktische Seite und handeln von Gewissensentscheidungen, Gewissensbissen sowie dem Mut, für seine Überzeugungen einzustehen. Die Arbeitsmaterialien beschäftigen sich ergänzend mit dem theoretischen Hintergrund der Gewissensthematik und ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit ihren vielfältigen philosophischen und theologischen Bezügen.