„Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott“ - das ist aber nicht alles, was Gott (m/w/d) seinem Volk durch den Propheten Jesaja ausrichten lässt. Und überhaupt, was heißt hier „der“ Prophet Jesaja? SOMMERS WELTLITERATUR räumt in neuneinhalb Minuten ein bisschen im Chaos des Jesajabuchs auf.
Der erste Teil des PROPHETEN JESAJA spielt zu der Zeit, in der die Assyrer zum ersten Mal in die Politik der beiden Reiche Israel und Juda eingreifen (ca. 740-701 v. Chr.). Der Prophet betreibt wortmächtige Sozialkritik und Regierungskritik, er kündigt ein Gottesgericht an, bietet aber auch Trost in Form einer Utopie, dass nämlich irgendwann auch wieder alles gut werden wird. Der zweite Teil des Buches spielt gute 150 Jahre später in der Babylonischen Gefangenschaft, als die Stimme des „Zweiten Jesaja“ jetzt die Erlösung aus dieser Lage durch Gottes „Messias“ ankündigt - niemand anderen als den Perserkönig Kyrus. Wiederum wird ein Gericht angedroht, auch soll sich „Gottes Knecht“ für alle Welt opfern, aber dann wird ein „neuer Himmel und eine neue Erde“ geschaffen werden. // Wiederum etwa zehn Jahre später ist das Volk Israel wieder in Jerusalem und baut auf, dummerweise ist das mit der Utopie immer noch nicht eingetroffen. Die Hoffnung aber bleibt, verkündet vom „Dritten Jesaja“.
Das Video zum Propheten Jesaja bietet eine verständliche und zugleich unterhaltsame Einführung in eines der bedeutendsten Prophetenbücher des Alten Testaments. Dabei wird deutlich, dass das Buch Jesaja nicht auf einen einzelnen Verfasser zurückgeht, sondern aus mehreren historischen Schichten besteht. Das Video unterscheidet zwischen dem ersten Jesaja, der im 8. Jahrhundert vor Christus wirkte, dem zweiten Jesaja während der Babylonischen Gefangenschaft und dem dritten Jesaja nach der Rückkehr nach Jerusalem. Inhaltlich stehen soziale Gerechtigkeit, Kritik an politischen Machtstrategien, die Warnung vor Gottes Gericht sowie hoffnungsvolle Zukunftsvisionen im Mittelpunkt. Das Video erläutert zentrale Motive wie die Berufung Jesajas, die Forderung nach Gerechtigkeit gegenüber Armen und Benachteiligten, die Vision vom Frieden unter den Völkern, die Verheißung eines Friedensfürsten, die Hoffnung auf die Rückkehr aus dem Exil sowie die Erwartung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Dadurch wird die Spannungsbewegung zwischen Gericht und Hoffnung als Grundthema des Jesajabuches deutlich herausgearbeitet.