„Schaut doch und seht, ob irgendein Schmerz ist wie mein Schmerz ist, der mich getroffen hat.“ - Jerusalem, die „Tochter Zion“ hat gut klagen, denn sie ist, um es deutlich zu sagen, am Arsch. Wie sie und der Rest von Israel unter Anleitung von Klageführer Jeremia ihren Schmerz rauslassen, fasst SOMMERS WELTLITERATUR in nur fünf Minuten zusammen.
In den fünf Klageliedern Jeremia (einem der kürzesten Bücher der Bibel) bringen die durch Eroberung und babylonische Gefangenschaft gestraften Israeliten ihr ganzes Unglück zum Ausdruck. Dabei spricht Jeremia meist nicht aus seiner Perspektive, sondern lässt die Personifikationen von Jerusalem (die „Tochter Zion“), von ganz Israel (Jakob), die „Tochter Juda“ und viele exemplarische Israeliten zu Wort kommen. Der Jammer ist groß, aber es gibt auch die Einsicht, dass die Strafe gerecht ist und trotz aller Verzweiflung bleibt die Hoffnung, dass Gott sein Volk wieder retten wird.
Das Video zu den Klageliedern Jeremias eröffnet einen eindrucksvollen Zugang zu einem der emotionalsten Bücher des Alten Testaments. Im Mittelpunkt stehen die Folgen der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Babylonier sowie das Leid der Menschen, die diese Katastrophe erleben mussten. Das Video stellt die verschiedenen Stimmen der Klagelieder vor, darunter die personifizierte Tochter Zion, das Volk Israel und einen leidenden Einzelnen. In eindringlichen Bildern werden Einsamkeit, Verlust, Hunger, Gewalt, Verzweiflung und Trauer beschrieben. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Klagelieder nicht bei der Hoffnungslosigkeit stehen bleiben. Immer wieder finden sich Hinweise auf Gottes Barmherzigkeit, auf die Möglichkeit des Vertrauens und auf die Hoffnung auf einen Neuanfang. Das Video zeigt eindrucksvoll, dass Klage in der Bibel kein Zeichen mangelnden Glaubens ist, sondern eine Form ehrlicher und offener Kommunikation mit Gott.