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Ethik-Abi by BOE

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Aristoteles | Tugend als Mitte | Mesoteslehre/ Tugendlehre

Veröffentlichung:12.12.2021

Das Video vertieft die aristotelische Tugendethik und widmet sich insbesondere den ethischen Tugenden, den sogenannten Charaktertugenden. Ausgehend von der Frage, wie Menschen ein gutes und gelingendes Leben erreichen können, erklärt das Medium zunächst Aristoteles’ Verständnis von Tugend als Vortrefflichkeit und angemessener Erfüllung einer spezifischen Aufgabe. Anschließend wird dargestellt, wie ethische Tugenden nicht durch Belehrung, sondern durch Erziehung, Übung und Gewöhnung entstehen. Im Zentrum steht die Mesoteslehre, nach der Tugend stets die angemessene Mitte zwischen zwei Extremen darstellt. An zahlreichen Beispielen wie Tapferkeit, Großzügigkeit oder Freundlichkeit wird gezeigt, dass tugendhaftes Handeln weder durch Mangel noch durch Übermaß gekennzeichnet ist. Besonders anschaulich verdeutlicht das Video anhand einer Situation in einer S Bahn, wie Klugheit und moralische Einsicht dabei helfen, in konkreten Lebenssituationen die richtige Handlung zu finden. Dadurch wird deutlich, dass Tugenden für Aristoteles keine abstrakten Regeln, sondern eingeübte Haltungen sind, die zu einem gelingenden Leben beitragen.

Die ethischen Tugenden sind laut Aristoteles die richtige Mitte (zu griechisch "mesotes") zwischen zwei schlechten Extremen. Wie man die richtige Mitte findet, welche Rolle die Klugheit dabei spielt und wann man ein tugendhafter Mensch ist, erfährst du in diesem Clip.

Aristoteles strebt danach zu verstehen, wie der Mensch ein gutes Leben, die sogenannte eudaimonia, führen kann. Dieses gute Leben definiert er als tugendhaftes Leben. Im vorherigen Clip wurde bereits die Bedeutung des vernünftigen Seelenvermögens für die Entwicklung der Tugenden betrachtet, insbesondere der dianoetischen Tugenden. Diesmal liegt der Fokus auf den ethischen Tugenden oder Charaktertugenden. Aristoteles erklärt, dass Tugend, übersetzt als "arete," Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Gutsein, Vortrefflichkeit oder Bestzustand bedeuten kann. Gemäß Aristoteles ist eine Sache dann gut, wenn sie ihre spezifische Aufgabe oder Funktion erfüllt, ähnlich wie ein Messer gut ist, wenn es gut schneidet. Für den Menschen besteht das Ergon, die spezifische Funktion, in der Vernunft.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung ethischer Reflexion und moralischer Urteilsbildung. Es eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Verantwortung, Gewissen, Tugendethik, Charakterbildung und Fragen gelingenden Lebens. Die Lernenden können zunächst die aristotelische Definition von Tugend mit heutigen Vorstellungen von Moral und gutem Handeln vergleichen. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Analyse der verschiedenen Tugenden an, wobei Gruppen jeweils eine Tugend untersuchen und deren Mitte zwischen Mangel und Übermaß anhand eigener Beispiele darstellen. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit konkreten Alltagssituationen, in denen die Lernenden beurteilen müssen, welches Verhalten als tugendhaft gelten könnte. Dabei kann deutlich werden, dass moralische Entscheidungen häufig situationsabhängig sind und nicht allein durch feste Regeln bestimmt werden. Das im Video vorgestellte Beispiel der Tapferkeit eignet sich hervorragend für Rollenspiele, Dilemmadiskussionen oder Fallanalysen. Darüber hinaus können Vergleiche mit christlichen Tugenden wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit oder Besonnenheit gezogen werden. Ebenso bietet sich eine kritische Diskussion darüber an, ob die Vorstellung einer „richtigen Mitte“ in allen Lebenssituationen sinnvoll ist. Das Medium fördert damit ethische Urteilskompetenz, Perspektivübernahme, Argumentationsfähigkeit sowie die Reflexion über die eigene Lebensführung und persönliche Werthaltungen.

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