Das Video vertieft zentrale Gedanken des Kirchenvaters Augustinus und widmet sich insbesondere seinen Überlegungen zu Gedächtnis, Zeit, Selbstbewusstsein und Trinität. Ausgangspunkt ist die Frage nach dem inneren Menschen und nach der Struktur menschlichen Bewusstseins. Augustinus beschreibt das Gedächtnis als einen vielschichtigen inneren Raum, in dem Erfahrungen, Erinnerungen und Erkenntnisse gespeichert und miteinander verbunden werden. Daran anschließend entwickelt er seine berühmte Zeitphilosophie, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als existenzielle Erfahrungen des Menschen reflektiert werden. Die Zeit erscheint dabei als schwer fassbare Wirklichkeit, die eng mit menschlichem Bewusstsein verbunden ist. Darüber hinaus wird deutlich, dass Augustinus die Suche nach Wahrheit immer als Suche nach Gott versteht. Seine Überlegungen münden schließlich in die Trinitätslehre, die nicht nur als theologisches Dogma erscheint, sondern als grundlegende Struktur von Wirklichkeit, Denken und menschlicher Existenz. Das Video verdeutlicht damit die enge Verbindung von Philosophie, Theologie und Selbstreflexion im Denken des Augustinus.
Die Identität des menschlichen Ichs bei Augustinus basiert auf der Geschichte und dem Grund des Ichs, wobei das Gedächtnis (Memoria) und das Nachdenken über die eigene Zeit entscheidend sind. Obwohl wir glauben, die Zeit zu verstehen, wird sie ungewiss, wenn wir direkt danach gefragt werden. Augustinus erklärt in seinen "Confessiones", dass die eigene Zeit in Gott steht und ruht. Sein Ansatz beeinflusst bis heute das Nachdenken über die Zeit. Dabei geht dem "cogito" ("ich denke") ein "cogitor" ("ich werde gedacht") voraus, wobei der Schöpfer und Grund des Selbst gemeint ist.