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Prof. Dr. Harald Seubert

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Schelling III: Systemsprengung: Die Freiheit und das Böse

Veröffentlichung:30.9.2021

Das Video widmet sich dem späten Denken Friedrich Wilhelm Joseph Schellings und seiner Auseinandersetzung mit Mythologie, Offenbarung, Weltentstehung und Geschichte. Ausgangspunkt sind grundlegende Fragen nach dem Ursprung der Welt und den Kräften, die jeder Ordnung vorausgehen. Dabei greift Schelling auf antike Philosophie, insbesondere Platons Timaios, sowie auf biblische Schöpfungserzählungen zurück. Das Video zeigt, wie Schelling die Entstehung von Kosmos und Geschichte nicht allein durch abstrakte Begriffe erklären möchte, sondern durch die Deutung von Mythen, religiösen Überlieferungen und geschichtlichen Erfahrungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt seiner Unterscheidung zwischen negativer Philosophie, die begrifflich argumentiert, und positiver Philosophie, die sich den konkreten Zeugnissen von Mythologie, Religion und Geschichte zuwendet. Dadurch eröffnet Schelling einen neuen Zugang zum Verhältnis von Vernunft, Offenbarung und geschichtlicher Wirklichkeit.

Schelling untersucht die Rolle des Raumes und des Anfangs in der Philosophie und Theologie, betrachtet Parallelen zwischen Platonismus und biblischer Schöpfung sowie mythologischen Erzählungen. Er entwickelt eine "negative Philosophie" der Weltgeschichte und Kosmologie, die durch Offenbarung und Mythologie ergänzt wird, um eine ganzheitliche Sicht zu ermöglichen. Schellings Werk ist sowohl philosophisch als auch theologisch geprägt, mit einem Fokus auf die Bedeutung von Geschichte und Konkretion.



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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe in den Themenbereichen Schöpfung, Mythos, Offenbarung, Religionsphilosophie, Eschatologie und Weltdeutung. Lernende können anhand des Videos nachvollziehen, wie philosophische und religiöse Antworten auf die Frage nach dem Ursprung der Welt miteinander in Beziehung stehen. Besonders gewinnbringend ist die Gegenüberstellung von Platons Kosmologie, den biblischen Schöpfungserzählungen und Schellings Philosophie der Weltalter. Im Unterricht kann untersucht werden, welche Funktion Mythen für die Orientierung des Menschen besitzen und warum religiöse Erzählungen auch heute noch Bedeutung haben. Die Ausführungen zur positiven Philosophie bieten einen geeigneten Anlass, über die Grenzen rationaler Erkenntnis und die Bedeutung geschichtlicher Erfahrungen nachzudenken. Ebenso können Lernende diskutieren, ob Geschichte allein durch allgemeine Gesetze erklärbar ist oder ob sie immer einzigartige und nicht vorhersehbare Ereignisse umfasst. Das Video eignet sich für philosophische Gespräche, Textanalysen, Vergleiche religiöser Schöpfungsvorstellungen sowie für die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Menschen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deuten. Durch die Verbindung von Philosophie, Theologie und Kulturgeschichte werden Urteilskompetenz, Deutungskompetenz und die Fähigkeit zur Reflexion über grundlegende Sinnfragen gefördert.

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