Das Medium eignet sich hervorragend für den Religionsunterricht der Jahrgangsstufen 4 bis 7 und bietet zahlreiche Anregungen für einen kompetenzorientierten Unterricht. Der Einstieg über das Lied Like the wind ermöglicht einen emotionalen Zugang und regt die Lernenden dazu an, über Unsichtbares und dennoch Erfahrbares nachzudenken. Anschließend können Symbolkarten, Bilder oder Naturerfahrungen genutzt werden, um die biblischen Bilder von Wind, Atem, Feuer und Licht zu erschließen. Die Verbindung von Schöpfungsgeschichten, Pfingsterzählung und neutestamentlichen Texten macht deutlich, dass der Heilige Geist als Lebensatem Gottes die gesamte Bibel durchzieht. Besonders gewinnbringend sind die offenen Gesprächsphasen, in denen die Lernenden eigene Gottesbilder entwickeln und sprachlich ausdrücken dürfen. Kreative Methoden wie Bildbetrachtungen, das Weitergestalten von Kunstwerken, Schreibimpulse, das Formulieren eigener Metaphern oder das Gestalten eines Heilige Geist Plakates fördern religiöse Sprachfähigkeit und theologisches Denken. Die im Artikel vorgestellten Aussagen der Kinder können als Gesprächsanlass dienen, um unterschiedliche Vorstellungen wertschätzend miteinander zu vergleichen. Dadurch lernen die Lernenden, dass religiöse Sprache häufig in Bildern spricht und dass Glaubensfragen nicht immer eindeutig beantwortet werden können. Das Medium verbindet biblisches Lernen, ästhetisches Lernen, philosophisches Nachdenken und persönliche Glaubensreflexion auf vorbildliche Weise und eignet sich ebenso für die Vorbereitung auf Pfingsten wie für Unterrichtseinheiten zum Heiligen Geist oder zur Trinität.
Der Einstieg gelingt durch das Lied „Like the wind“ von Triosence und Sara Gazarek, das als emotionalen und atmosphärischen Einstieg im 4. Schuljahr nutzt. Die Kinder hören das Lied zunächst mit geschlossenen Augen, anschließend setzen sie sich mit dem englischen Liedtext und der deutschen Übersetzung auseinander. Ihre Deutungen zeigen, dass sie die metaphorische Ebene (Wind = unsichtbare, aber spürbare Kraft wie Gott oder der Geist) intuitiv erfassen und eigene spirituelle Gedanken entwickeln können – auch wenn sie den Begriff „Heiliger Geist“ zunächst nicht verwenden.
Erst durch eine gezielte Hinführung und Impulsfragen formulieren die Kinder erste eigene Vorstellungen zum Heiligen Geist – z. B. als „Gottes Herz“, als „Glück“, „Schutzengel“ oder „Lebensatem“. Hier zeigt sich, wie sich kindliche Gottesvorstellungen durch Erfahrungen und Sprache entwickeln lassen.
In einem zweiten Zugang arbeitet Oberthür mit Symbolkarten und einer Sitzkreisarbeit rund um die christlichen Feste Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Dabei wird insbesondere Pfingsten als Geburtsfest der Kirche thematisiert – mit einer kindgerechten Erzählung über den Heiligen Geist als „Gottes Lebensatem“. Durch biblische Schöpfungstexte (Genesis) wird die Vorstellung des Geistes als bewegende, lebensspendende Kraft weiter vertieft.