Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den Ethikunterricht und den fächerübergreifenden Unterricht in den Bereichen Demokratiebildung und politische Bildung. Die Geschichte bietet zahlreiche Gesprächsanlässe über Vorurteile, Ausgrenzung, Diskriminierung und die Wirkung von Sprache. Nach einer gemeinsamen Filmsichtung können die Lernenden die Entwicklung der beiden Hauptfiguren analysieren und deren Motive, Einstellungen und Veränderungen nachvollziehen. Methoden wie Figureninterviews, Standbildarbeit, Rollenspiele, Debatten, Perspektivwechsel oder das Verfassen innerer Monologe fördern Empathie, Urteilskompetenz und argumentatives Denken. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Vorurteile entstehen und welche Bedeutung Begegnung, Dialog und gegenseitiges Zuhören für deren Überwindung besitzen. Im Religionsunterricht lassen sich Bezüge zur biblischen Botschaft von der gleichen Würde aller Menschen, zur Nächstenliebe, zur Gerechtigkeit und zur Verantwortung für Benachteiligte herstellen. Ebenso kann über die Bedeutung von Sprache nachgedacht werden, die sowohl verletzen als auch Versöhnung ermöglichen kann. Die Arbeit mit dem Medium stärkt die Fähigkeit der Lernenden, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, gesellschaftliche Konflikte differenziert zu beurteilen und eigene Haltungen kritisch zu reflektieren. Gleichzeitig fördert die Analyse der filmischen Gestaltung die Medienkompetenz und das Verständnis dafür, wie Filme gesellschaftliche Wirklichkeit darstellen und Diskussionen über aktuelle Themen anregen können.
Der Film 'Contra' eignet sich für den Einsatz ab der 9. Klasse (FSK 12, empfohlen ab 15) im Religionsunterricht, Ethik, Deutsch sowie für die politische Bildung. Er erzählt die Geschichte einer jungen Studentin mit Migrationshintergrund, die nach einer rassistischen Entgleisung ihres Professors mit ihm an einem Debattierwettbewerb teilnehmen muss. Methodisch bietet der Film zahlreiche Anknüpfungspunkte: Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Sprache als Machtinstrument, Identität und Chancengerechtigkeit werden behandelt. Besonders geeignet sind Unterrichtseinheiten, die die Auseinandersetzung mit Sprache und Rhetorik fördern, die Rolle von Debatten und Argumentation reflektieren sowie die eigene Haltung hinterfragen lassen. Empfohlen wird die Arbeit mit Szenenanalysen, Standbildern, Rollenspielen, Figurenanalysen und kreativen Schreibaufgaben. Die Begleitmaterialien enthalten Arbeitsblätter zu Themen wie Fremdenfeindlichkeit, gesellschaftliche Milieus, Sprachgebrauch, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Entwicklung der Protagonist*innen und Chancenungleichheit. Im Religionsunterricht kann der Film unter dem Aspekt der Würde des Menschen, Solidarität, Empathie und Verantwortung für andere thematisiert werden.