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Kirche in Not

Kirche in Not

Die katholische Kirche und die Frauen

Veröffentlichung:23.4.2025

Das Video beschäftigt sich mit der Rolle der Frau in der katholischen Kirche und setzt sich mit dem häufig geäußerten Vorwurf auseinander, das Christentum sei frauenfeindlich. Im Gespräch werden biblische Grundlagen zur Gleichwertigkeit von Mann und Frau, die Bedeutung Marias, das Verhalten Jesu gegenüber Frauen sowie die Rolle von Frauen in der frühen Kirche dargestellt. Darüber hinaus werden Aussagen des Apostels Paulus, die Entwicklung der Frauenrolle in der Kirchengeschichte sowie die Frage nach der Zulassung von Frauen zum Priesteramt erläutert. Das Video lädt dazu ein, zwischen theologischen Grundlagen, historischen Entwicklungen und gegenwärtigen Diskussionen zu unterscheiden und unterschiedliche Perspektiven auf die Stellung der Frau in der Kirche kennenzulernen.

Feindbilder sind leichter zu zeichnen als realitätsnahe Porträts. Und zu den hartnäckigsten Vorurteilen, denen sich die Kirche immer wieder ausgesetzt sieht, gehört ihre vermeintliche Frauenfeindlichkeit, die es z.B. nicht zulasse, dass Frauen Priester werden können. Ist die Kirche nur ein „Klub der alten Männer“? Ist das Christentum eine Religion, die den Mann mehr achtet als die Frau? Über diese Fragen spricht Volker Niggewöhner mit dem Buchautor und Philosophen Josef Bordat. www.katholisch.tv, 2018.


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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe im Themenbereich Menschenbild, Gleichberechtigung, Kirche, Frauen in der Bibel sowie Kirche und Gesellschaft. Das Video ermöglicht Lernenden, verbreitete Vorstellungen über die Rolle der Frau in der Kirche mit biblischen Aussagen und historischen Entwicklungen zu vergleichen und kritisch zu reflektieren.

Zu Beginn der Unterrichtseinheit empfiehlt sich eine Sammlung von Vorstellungen und Erfahrungen der Lernenden zur Frage, welche Aufgaben Frauen heute in Kirche und Gesellschaft übernehmen. Daran anschließend können Erwartungen an das Video formuliert und mit den dargestellten Positionen verglichen werden.

Während des Sehens können Lernende Aussagen zu den biblischen Grundlagen der Gleichwertigkeit von Mann und Frau, zur Bedeutung Marias, zum Verhalten Jesu gegenüber Frauen sowie zu den Aussagen des Apostels Paulus herausarbeiten. Ein Beobachtungsbogen oder Leitfragen unterstützen dabei die strukturierte Erarbeitung der Inhalte.

Im Anschluss bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an. Einzelne Gruppen können die Schöpfungserzählung, Maria als Glaubensvorbild, Frauen im Umfeld Jesu, Frauen in den ersten christlichen Gemeinden, bedeutende Frauen der Kirchengeschichte oder die Diskussion um das Priesteramt untersuchen. Die Ergebnisse können anschließend miteinander verglichen und gemeinsam ausgewertet werden.

Besonders geeignet ist das Medium für eine Bibelarbeit. Lernende können ausgewählte Bibelstellen zur Schöpfung, zur Berufung von Frauen, zu Maria, zur Begegnung Jesu mit Frauen oder zu Aussagen des Apostels Paulus lesen und mit den Aussagen des Videos vergleichen. Dadurch lernen sie, biblische Texte im historischen Zusammenhang zu verstehen und unterschiedliche Auslegungen nachzuvollziehen.

Ebenso eignet sich das Video für eine Podiumsdiskussion oder eine strukturierte Debatte über Gleichberechtigung, Leitungsverantwortung und kirchliche Ämter. Dabei lernen die Lernenden zwischen theologischen Begründungen, historischen Entwicklungen und persönlichen Bewertungen zu unterscheiden. Gleichzeitig wird ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Positionen eingeübt.

Das Medium fördert die Sachkompetenz im Bereich Bibel, Kirchengeschichte und katholische Theologie. Zugleich entwickeln Lernende Urteilskompetenz, indem sie verschiedene Argumente vergleichen und eine eigene begründete Position formulieren. Darüber hinaus stärkt die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen die Dialogfähigkeit und die Bereitschaft zu einem wertschätzenden Austausch über kontroverse Themen.


Frauen in der Kirche – Vorurteil und Wirklichkeit

In dieser Ausgabe von Glaubenskompass wird die häufig geäußerte Kritik thematisiert, die Kirche sei frauenfeindlich, etwa weil Frauen nicht zum Priesteramt zugelassen sind. Der Philosoph Dr. Josef Bordat setzt sich differenziert mit diesem Vorurteil auseinander und versucht, theologische, historische und gesellschaftliche Hintergründe zu beleuchten.

Zentrale Inhalte:

Gleichberechtigung im Schöpfungsbericht:

Schon in der Genesis wird der Mensch als „Mann und Frau“ geschaffen – das deutet Bordat als grundlegende theologische Gleichwertigkeit.

Kirche als Dienstgemeinschaft statt Machtapparat:

Frauen übernehmen in der katholischen Kirche vielfältige Rollen, z. B. als Äbtissinnen, Pastoralreferentinnen und Führungskräfte in Ordinariaten. In Deutschland sind z. B. 42 % der Seelsorgenden Frauen, 17 % der Leitungspositionen in Ordinariaten von Frauen besetzt.

Maria als zentrale Figur:

Die Mutter Jesu spielt in Bibel und Glaubensleben eine zentrale Rolle – besonders in der katholischen Kirche, wo sie in vielen Festen und dogmatischen Aussagen präsent ist.

Jesus und die Frauen:

Jesus begegnet Frauen respektvoll, spricht mit ihnen auf Augenhöhe (z. B. mit der Frau am Jakobsbrunnen), nimmt sie in den Kreis seiner Jüngerinnen auf und verteidigt sie gegenüber gesellschaftlicher Ausgrenzung (z. B. die Ehebrecherin).

Frauen in der frühen Kirche:

In der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen werden Frauen wie Lydia (Purpurhändlerin), Phoebe (Diakonin) und Priska (Mitarbeiterin in der Verkündigung) erwähnt – sie hatten leitende Aufgaben.

Paulus’ Aussagen zur Unterordnung der Frau:

Diese seien im Kontext der damaligen patriarchalen Gesellschaft zu lesen. Seine Aussagen zur Unterordnung der Frau stehen laut Bordat in einem Spannungsverhältnis zur von ihm gleichzeitig beförderten aktiven Rolle von Frauen.

Kirchengeschichte und Frauengestalten:

Bedeutende Frauen wie Hildegard von Bingen, Katharina von Siena oder Teresa von Ávila hatten Einfluss auf Theologie und Kirchenleitung, sogar gegenüber Päpsten.

Priesterweihe nur für Männer:

Diese kirchliche Praxis wird theologisch mit der apostolischen Sukzession begründet: Jesus habe nur Männer als Apostel berufen, auf deren Linie das Priesteramt zurückgeführt wird. Daher sei das Amt Männern vorbehalten, auch wenn Frauen in anderen kirchlichen Bereichen aktiv seien.

Fazit für den Unterricht:

Die Sendung bietet einen Einstieg in die komplexe Debatte um Rollen von Frauen in der Kirche und hinterfragt gängige Vorurteile. Sie ist geeignet, um mit Schülerinnen und Schülern über Geschlechtergerechtigkeit, kirchliche Strukturen und theologische Traditionen zu diskutieren – auch im Vergleich zu gesellschaftlichen Entwicklungen.



Fragestellungen zum Video mit Antworten


Welche Ausgangsfrage behandelt das Video?

Das Video untersucht, ob die katholische Kirche Frauen benachteiligt und welche Rolle Frauen nach biblischem und kirchlichem Verständnis einnehmen.


Welche Aussage trifft die Schöpfungserzählung über Mann und Frau?

Nach der Schöpfungserzählung werden Mann und Frau gleichermaßen als Ebenbild Gottes geschaffen. Daraus leitet das Video die grundsätzliche Gleichwertigkeit beider Geschlechter ab.


Welche Bedeutung hat Maria im christlichen Glauben?

Maria wird als Mutter Jesu und als wichtiges Glaubensvorbild dargestellt. Sie begleitet zentrale Ereignisse des Lebens Jesu und nimmt im Glauben der Kirche eine herausragende Stellung ein.


Wie begegnet Jesus den Frauen nach den Aussagen des Videos?

Jesus begegnet Frauen mit Respekt und Wertschätzung. Er spricht mit ihnen auf Augenhöhe, bezieht sie in seine Verkündigung ein und stärkt ihre Würde in einer von Männern geprägten Gesellschaft.


Welche Rolle spielen Frauen in der frühen Kirche?

Das Video verweist auf Frauen, die als Gemeindeleiterinnen, Mitarbeiterinnen oder Unterstützerinnen der ersten christlichen Gemeinden genannt werden. Dadurch wird deutlich, dass Frauen bereits früh Verantwortung innerhalb der Kirche übernommen haben.


Wie werden die Aussagen des Apostels Paulus zur Unterordnung der Frau erklärt?

Das Video ordnet diese Aussagen in den gesellschaftlichen Kontext der Antike ein. Sie werden als Reaktion auf die damaligen kulturellen Verhältnisse verstanden und nicht als grundsätzliche Abwertung von Frauen.


Warum können Frauen nach katholischem Verständnis nicht zum Priesteramt zugelassen werden?

Nach der im Video dargestellten katholischen Auffassung beruht das Priesteramt auf der apostolischen Sukzession. Da Jesus nach kirchlichem Verständnis nur Männer in den Kreis der Zwölf berufen habe, wird das Weiheamt Männern vorbehalten. Diese Begründung wird im Video erläutert, ohne dass andere theologische Positionen vertieft werden.


Welche Kompetenzen können Lernende durch die Arbeit mit dem Video erwerben?

Die Lernenden setzen sich mit biblischen und kirchengeschichtlichen Grundlagen auseinander, vergleichen unterschiedliche Positionen zur Rolle der Frau, reflektieren Fragen von Gleichberechtigung und Verantwortung und entwickeln eine eigene begründete Haltung im respektvollen Dialog.

Hessen

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

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Rheinland-Pfalz

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