Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe und ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit zentralen Aussagen des christlichen Glaubens. Die Materialien fördern die Analyse neutestamentlicher Texte und eröffnen verschiedene Zugänge zur Frage nach dem Auferstehungsglauben. Die Lernenden vergleichen biblische Berichte, untersuchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Überlieferungen und setzen sich mit theologischen Interpretationen sowie unterschiedlichen Glaubensverständnissen auseinander. Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Unterrichtsgespräche unterstützen eigenständiges Arbeiten und gemeinsames theologisches Nachdenken. Kreative Methoden wie Bildbetrachtung, Textvergleich, kreatives Schreiben, Standbildarbeit oder die Analyse von Kunstwerken und Glaubensbekenntnissen eröffnen vielfältige Zugänge zum Thema. Darüber hinaus bietet das Modul zahlreiche Möglichkeiten, Fragen nach Hoffnung, Glauben, Zweifel, Gewissheit und christlicher Identität mit persönlichen Erfahrungen und aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen zu verbinden. Die Verbindung von Bibelarbeit, historischer Einordnung und theologischer Reflexion stärkt die Deutungskompetenz, die Urteilsfähigkeit sowie die Fähigkeit der Lernenden, die Bedeutung des Auferstehungsglaubens für das eigene Leben und für die christliche Tradition reflektiert zu erschließen.
Das Material bietet einen historischen und theologisch reflektierten Zugang zur nachösterlichen Entwicklung der jungen Christengemeinden. Es zeigt auf, dass das, was wir heute als „Glaube an den Auferstandenen“ bezeichnen, nicht plötzlich vorhanden war, sondern sich in einem längeren geistlichen, kulturellen und religionsgeschichtlichen Prozess herausgebildet hat. Zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten Hoheitstitel – etwa „Kyrios“, „Sohn Gottes“, „Messias“ oder „Pantokrator“ –, die ursprünglich im alttestamentlich-jüdischen Kontext verankert waren und nun auf Jesus übertragen wurden. Die Deutung dieser Titel verdeutlicht, wie die junge Kirche ihre Identität zwischen jüdischer Wurzel und hellenistischem Umfeld entwickelte.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wechsel vom historischen Jesus der Verkündigung hin zum verkündigten Christus der Kirche – einem theologischen Paradigmenwechsel, der für das Verständnis des Neuen Testaments und des christlichen Glaubens zentral ist. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Spannungen und innerkirchlichen Konflikten auseinander, die in den frühen Gemeinden auftraten (etwa zwischen Petrus und Paulus), und erkennen, dass die Entstehung von Kirche immer auch ein geschichtlicher, diskursiver und politisch geprägter Prozess war.
Methodisch fördert das Modul eigenständiges, forschendes Lernen: Anhand biblischer Texte, historischer Quellen und ikonografischer Darstellungen (z. B. Christus Pantokrator) rekonstruieren die Lernenden wesentliche Entwicklungslinien des christologischen Denkens. Dabei werden nicht nur theologische Inhalte vermittelt, sondern auch Kompetenzen im Umgang mit religiöser Sprache, kirchengeschichtlicher Entwicklung und interkulturellem Transfer.
Ziel ist es, den Schüler*innen zu vermitteln, dass die Bibel keine fertig gegebene Offenbarung ist, sondern ein Zeugnis eines wachsenden Glaubens, das differenzierte Auslegung erfordert. Sie lernen, den Glauben an den Auferstandenen als ein historisch gewachsenes, tief religiöses Bekenntnis zu verstehen, das in verschiedenen Kontexten Gestalt angenommen hat und bis heute prägend für das Christentum ist.