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Religionen im Gespräch

Religionen im Gespräch

Aschure – Was ist das?

Veröffentlichung:5.7.2025

In diesem Video aus der Reihe „Religion in 90 Sekunden“ spricht Wolfgang Reinbold mit Yilmaz Kahraman über Ashure, den traditionellen Süßbrei aus der islamischen Kultur. Sie erklären Herkunft, symbolische Bedeutung und Zubereitung – von der überlieferten Gedenkfeier bis zu den Zutaten wie Getreide, Früchte und Gewürze, die für Frieden, Gemeinschaft und Vielfalt stehen.

Das Video erläutert das Aschure Fest als eines der wichtigsten Feste der alevitischen Glaubensgemeinschaft und vermittelt einen umfassenden Einblick in Geschichte, Glaubenspraxis und religiöse Bedeutung. In einem ausführlichen Gespräch wird erklärt, wie das zwölf Tage dauernde Muharrem Fasten mit dem Gedenken an Hüseyin und die zwölf Imame verbunden ist und welche Rolle die Aschure Süßspeise als Zeichen von Dankbarkeit, Hoffnung, Gemeinschaft und Erinnerung spielt. Darüber hinaus werden die historischen Wurzeln des Alevitentums, seine Entwicklung in Deutschland sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu sunnitischen und schiitischen Traditionen verständlich dargestellt. Das Video verdeutlicht, dass im Mittelpunkt des Alevitentums Werte wie Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, Solidarität, Teilen, Gewaltlosigkeit und das Eintreten für die Würde des Menschen stehen.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, wenn religiöse Vielfalt, interreligiöses Lernen oder islamische Glaubensrichtungen thematisiert werden. Es ermöglicht den Lernenden, eine in Deutschland weit verbreitete, jedoch häufig wenig bekannte Religionsgemeinschaft kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Als Unterrichtseinstieg können die Aussagen über Gerechtigkeit, Standhaftigkeit und das Gedenken an Hüseyin aufgegriffen werden. Anschließend bietet sich eine Erarbeitung der religiösen Symbole des Aschure Festes, des Muharrem Fastens und der Aschure Süßspeise an. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Alevitentum, dem Christentum sowie weiteren Religionen herausarbeiten und dabei zentrale Werte wie Mitgefühl, Solidarität, Gemeinschaft und Verantwortung reflektieren. Ebenso eignet sich das Video für arbeitsteilige Gruppenarbeiten, in denen einzelne Themen wie die Geschichte des Alevitentums, die Bedeutung des Fastens, die Rolle der Gemeinschaft oder die Symbolik der Aschure Süßspeise bearbeitet und präsentiert werden. Im Anschluss können biblische Bezüge hergestellt werden, etwa zur Arche Noah, zu Mose oder zur Passion Jesu, die im Video ausdrücklich erwähnt werden. Dadurch entstehen vielfältige Möglichkeiten, religiöse Gemeinsamkeiten und Unterschiede wertschätzend zu vergleichen und die Bedeutung von Gerechtigkeit und Hoffnung für das eigene Leben zu diskutieren. Das Medium fördert Sachkompetenz, Dialogfähigkeit, Perspektivwechsel sowie die Fähigkeit, religiöse Traditionen respektvoll zu verstehen und einzuordnen.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


Was ist das Aschure Fest?

Das Aschure Fest ist eines der wichtigsten Feste des Alevitentums. Es bildet den Abschluss des zwölf Tage dauernden Muharrem Fastens und verbindet Dankbarkeit, Gemeinschaft und das Gedenken an Hüseyin sowie die zwölf Imame.


Warum fasten Aleviten während der Muharrem Zeit?

Das Fasten erinnert an das Leiden Hüseyins und der zwölf Imame. Gleichzeitig dient es der Besinnung, dem Verzicht, der Dankbarkeit und der Stärkung der Gemeinschaft.


Welche Bedeutung hat die Aschure Süßspeise?

Die Süßspeise symbolisiert Hoffnung, Gemeinschaft und Dankbarkeit. Sie wird traditionell aus Weizen, Trockenfrüchten und Nüssen zubereitet und mit Familie, Nachbarn und Freunden geteilt.


Welche Werte vermittelt das Alevitentum im Zusammenhang mit dem Aschure Fest?

Im Mittelpunkt stehen Gerechtigkeit, Solidarität, Teilen, Mitmenschlichkeit, Friedfertigkeit, Gemeinschaft und die Verantwortung füreinander.


Welche Rolle spielt Hüseyin im Alevitentum?

Hüseyin gilt als Vorbild für Standhaftigkeit, Mut und den Einsatz für Wahrheit und Gerechtigkeit. Sein Tod wird als Symbol für den Kampf gegen Unterdrückung verstanden.


Welche Bedeutung hat die Gemeinschaft während des Festes?

Die Gläubigen kommen gemeinsam zum Fastenbrechen zusammen, teilen Speisen, hören religiöse Erzählungen und stärken den Zusammenhalt der Gemeinde.


Welche Gemeinsamkeiten bestehen zum Christentum?

Das Video stellt Bezüge zu Mose, Noah und Jesus her. Gemeinsame Themen sind Leiden, Hoffnung, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gemeinschaft und die Verantwortung für andere Menschen.


Warum eignet sich das Video für den Religionsunterricht?

Es vermittelt fundiertes Wissen über das Alevitentum, fördert interreligiöses Lernen, baut Vorurteile ab und regt zur Auseinandersetzung mit Fragen nach Gerechtigkeit, religiöser Identität und friedlichem Zusammenleben an.

Material:

[0:00–1:10] Begrüßung und Vorstellung des Themas

Thema: Das Aschure-Fest – ein bedeutendes Fest der Aleviten.

Interviewgast: Jas Karamann, Islamwissenschaftler, Bildungsreferent und Geschäftsführer der Alevitischen Jugend NRW.

[1:11–3:50] Entwicklung des Alevitentums in Deutschland

Aleviten seit den 1960ern in Deutschland.

Lange Zeit Unsichtbarkeit wegen historischer Verfolgung.

Erste öffentliche Kulturwoche: 1989 in Hamburg.

Wendepunkt: 1993 – Brandanschlag in Sivas → massive Gründung von Gemeinden.

Gründung des Dachverbands: Alevitische Gemeinde Deutschland.

[3:51–6:30] Von Kulturvereinen zur Religionsgemeinschaft

Anfangs: politische Protestvereine gegen Ankara (Türkei).

Ab 2007: Anerkennung als Religionsgemeinschaft in NRW.

Einführung des alevitischen Religionsunterrichts.

[6:31–9:00] Aschure-Fest: Einordnung und Bedeutung

Kein einziges „zentrales“ Fest, aber Aschure ist sehr wichtig.

Symbolisiert Gedenken, Trauer, Hoffnung und Gemeinschaft.

[9:01–12:10] Aschure – Bedeutung, Ursprung, Süßspeise

„Aschure“ = Süßspeise mit Weizen, Trockenfrüchten, Nüssen.

Zubereitung am 13. Tag nach einer 12-tägigen Fastenzeit (Moharrem-Fasten).

Symbolik: 12 Zutaten = 12 Imame.

[12:11–14:30] Zwei Ursprünge der Aschure-Tradition

Variante 1: Gedenken an den 10. Muharrem (arabisch Ashura) – Todestag Hüseins.

Variante 2: Noah-Hızır-Tradition → Dankbrei nach der Arche-Noah-Geschichte.

[14:31–17:15] Der mythische Helfer Hızır

Zentrale Figur: Hızır – „Proto-Alevit“, Sinnbild für Hilfsbereitschaft.

Noah betet zu Hızır → erhält Zutaten für den ersten Aschure-Brei.

[17:16–19:00] Alternative sprachliche Herleitung

Asch = Suppe / Nahrung, Re = Weg → „Suppe des Weges“.

Bedeutung: Weitergabe und Bewahrung des alevitischen Wegs (Yol).

[19:01–22:00] Hüseyin, Kerbela und die Spaltung im Islam

Hüseyin: Enkel von Mohammed, ermordet 680 in Kerbela.

Trennung von Sunniten (Abu Bakr) und Schiiten (Ali-Partei).

Hüseyin steht symbolisch für Widerstand gegen Machtmissbrauch.

[22:01–25:00] Vorislamische Fastentraditionen im Alevitentum

Ursprung der Fastenzeit reicht zurück bis vor den Islam.

„Dankfasten“: Verzicht als Wertschätzung für das Leben.

Spätere Umdeutung: Fasten für die 12 Imame (darunter Hüseyin).

[25:01–27:00] Unterschiede zu schiitischem Fasten

Schiiten: Trauern, aber kein Fasten im Muharrem.

Aleviten: Fasten als Gedenken, Reinigung und Dank.

Fasten als persönliche Absicht („Niyet“).

[27:01–29:00] Alevitisches Fasten im Alltag

Kein Fleisch während der gesamten 12 Tage – auch abends nicht.

Nachhaltiger Effekt: Manche Aleviten bleiben dauerhaft vegetarisch.

Ziel: Bewusstes, solidarisches, gemeinschaftliches Leben.

[29:01–31:00] Gemeinsame Praxis im Cemhaus

Treffen zum Fastenbrechen mit Brot, Suppe, Geschichten, Dichtung.

Symbolik: Brotbrechen erinnert an christliche Eucharistie.

Erzählungen über Moses, Jesus, Hüseyin etc.

[31:01–33:00] Alevitische Theopoesie & Musik

Lieder auf Langhalslaute (Bağlama/Saz) vermitteln Religion.

Beispiel: Pir Sultan Abdal – Dichter, Widerstand gegen die Osmanen.

Leitmotiv: Glaube als Widerstand gegen Ungerechtigkeit.

[33:01–36:00] Kalender und Zeitrechnung

Aschure-Fest nach islamischem Mondkalender (1. Monat = Muharrem).

Rückt jedes Jahr ca. 10 Tage vor.

Weitere alevitische Feste orientieren sich am julianischen Kalender.

[36:01–38:00] Weitere Fastenzeiten: Hızır-Fasten

Hızır-Fasten im Februar – jeweils Dienstag bis Donnerstag, 4 Wochen.

Erinnerung an Noahs Gebet und Rettung durch Hızır.

Integration vorislamischer Kulturen (z. B. byzantinisch).

[38:01–41:00] Religiöser Kalender im Alevitentum

Kombination aus julianischem und islamischem Kalender.

Alle Feste außer Aschure richten sich nach dem julianischen Kalender.

Das zeigt die pluralen kulturellen Wurzeln des Alevitentums.

[41:01–43:29] Fazit: Aschure als gelebte Ethik

Fastenzeit ist auch eine Schule des Lebens.

Lehren: Teilen, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gemeinschaft.

Alevitentum: Nur gemeinschaftlich lebbar, nicht individualistisch.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 3. Pluralität der Lebensformen: Dasein für andere und mit anderen.

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