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Katholische Akademie Bayern

Katholische Akademie Bayern

Die Macht

Veröffentlichung:1.1.2020

Die Ausgabe „zur debatte 1/2021“ der Katholischen Akademie in Bayern widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema Macht und bietet Lehrkräften einen vielfältigen, interdisziplinären Zugang zu einem zentralen gesellschaftlichen und theologischen Phänomen. Die Beiträge des Hefts laden zur vertieften Auseinandersetzung mit Macht in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen ein – sei es in Politik, Kirche, Medien, Alltag oder Philosophie – und orientieren sich am Denken Romano Guardinis, der die Ambivalenz von Macht in seiner Zeit bereits klar erkannte und reflektierte.

Fragestellungen zu den Texten sind im Feld methodisch didaktischer Kommentar enthalten.

Die Ausgabe „zur debatte 1/2021“ der Katholischen Akademie in Bayern greift zentrale Fragen aus Theologie, Kirche, Philosophie, Gesellschaft und Kultur auf. Im Mittelpunkt stehen die Beiträge des Guardini Tages zum Thema Macht, die sich mit der verantwortlichen Ausübung von Macht in Kirche und Gesellschaft, den Gedanken Romano Guardinis sowie aktuellen ethischen Fragestellungen beschäftigen. Weitere Schwerpunkte widmen sich der Enzyklika Fratelli tutti, der Situation der Orthodoxen Kirche in der Ukraine, dem Thema Traum in Religion und Kultur sowie verschiedenen theologischen, philosophischen und gesellschaftspolitischen Debatten. Die Zeitschrift verbindet wissenschaftliche Fachbeiträge mit aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und lädt dazu ein, christliche Perspektiven auf Fragen von Verantwortung, Menschenwürde, Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenleben zu entwickeln.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den Einsatz in Ethik und Philosophie. Die unterschiedlichen Beiträge ermöglichen einen problemorientierten Unterricht, der religiöse Traditionen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet. Insbesondere das Schwerpunktthema Macht eröffnet vielfältige Möglichkeiten, über Verantwortung, Freiheit, Autorität, Gewissen und den verantwortlichen Umgang mit Einfluss nachzudenken. Dabei können die Lernenden eigene Erfahrungen mit Macht und Ohnmacht reflektieren und diese mit christlichen Grundhaltungen sowie den Überlegungen Romano Guardinis vergleichen.

Die Beiträge bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für kompetenzorientierte Unterrichtsformen. Einzelne Texte können arbeitsteilig erschlossen und anschließend im Gruppenpuzzle vorgestellt werden. Diskussionsrunden, strukturierte Debatten oder Podiumsgespräche fördern die Argumentationsfähigkeit und die Perspektivübernahme. Besonders geeignet sind Textanalysen, bei denen zentrale Aussagen herausgearbeitet, miteinander verglichen und auf aktuelle gesellschaftliche oder kirchliche Situationen übertragen werden. Ebenso können Zitate Guardinis als Gesprächsimpulse dienen oder in Form eines philosophischen Gesprächs vertieft werden.

Die Ausgabe ermöglicht außerdem eine fächerübergreifende Arbeit mit Politik, Geschichte und Sozialwissenschaften. Themen wie Machtmissbrauch, Demokratie, Menschenrechte, Synodalität, Verantwortung, Frieden oder ökumenischer Dialog können aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Die Beiträge zur Enzyklika Fratelli tutti eröffnen darüber hinaus einen Zugang zur katholischen Soziallehre und zu den Themen Geschwisterlichkeit, Solidarität und Gemeinwohl. Die Lernenden entwickeln dabei Urteilskompetenz, indem sie ethische Positionen analysieren, begründen und auf gegenwärtige Herausforderungen beziehen.

Methodisch bietet sich eine Kombination aus Lesephasen, kooperativen Lernformen, Schreibgesprächen, Standpunktlinien, Rollenspielen sowie der Erstellung von Mindmaps oder digitalen Präsentationen an. Auch projektorientiertes Arbeiten ist möglich, indem die Lernenden aktuelle Beispiele von Macht in Politik, Kirche oder Gesellschaft recherchieren und diese mit den im Heft vorgestellten Positionen vergleichen. Durch die Verbindung theologischer Reflexion mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen unterstützt das Medium die Entwicklung religiöser, ethischer und demokratischer Kompetenzen und regt zu einer verantwortungsbewussten Gestaltung des Zusammenlebens an.

Im Zentrum stehen insbesondere drei zentrale Beiträge: Der französische Philosoph Jean Greisch beleuchtet unter dem Titel „Mächte und Gewalten“ Guardinis Sicht auf Macht als spirituell und gesellschaftlich wirksame Kraft. Michele Nicoletti ergänzt dies um eine ethische Dimension und fragt nach der verantwortlichen Gestaltung von Machtbeziehungen. Markus Vogt schließlich analysiert Machtphänomene aus sozialethischer Perspektive und macht auf ihre strukturellen und oft widersprüchlichen Wirkungen in demokratischen Gesellschaften aufmerksam.

Für Lehrkräfte bietet das Heft eine reichhaltige Grundlage, um das Thema Macht im Religions-, Ethik- oder Politikunterricht zu thematisieren. Die Beiträge eignen sich zur gemeinsamen Analyse und Diskussion mit Schülerinnen und Schülern, etwa anhand zentraler Fragen wie: Was ist Macht? Wie wirkt sie – offen oder verborgen? Wann ist Macht gerechtfertigt, wann missbräuchlich? Besonders interessant ist der interdisziplinäre Zugang, der theologische, philosophische und gesellschaftliche Reflexion miteinander verknüpft.

Darüber hinaus greift das Heft auch aktuelle Entwicklungen auf. So wird etwa die Enzyklika Fratelli tutti von Papst Franziskus kommentiert, es gibt Berichte über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche, Reflexionen zum politischen Zeitgeschehen wie etwa zur Lage der USA nach der Wahl, sowie kulturgeschichtliche Essays und spirituelle Impulse. Diese Vielfalt ermöglicht es Lehrkräften, das Thema Macht nicht nur abstrakt, sondern auch lebensnah und praxisorientiert im Unterricht zu behandeln.

Besonders nützlich ist die Online-Ausgabe des Hefts, die zusätzliche Beiträge und Materialien bietet. Lehrkräfte können damit sowohl klassische Texte mit ihren Schülerinnen und Schülern bearbeiten als auch aktuelle Fragestellungen einbeziehen und zur eigenständigen Recherche anregen. Insgesamt stellt das Heft „zur debatte 1/2021“ eine anregende und gut strukturierte Ressource dar, um Macht als Thema multiperspektivisch zu erschließen – sei es im Hinblick auf Medien, Kirche, Politik oder persönliche Verantwortung.


Fragestellungen:

Zu Jean Greisch: „Mächte und Gewalten – Macht bei Romano Guardini“

Wie versteht Romano Guardini den Begriff „Macht“ im Unterschied zu bloßer Gewalt?

Welche Rolle spielen transzendente oder spirituelle Dimensionen von Macht bei Guardini?

Inwiefern sieht Guardini moderne Gesellschaften durch anonyme, „unpersönliche“ Mächte bedroht?

Welche Kritik übt Guardini an einem bloß technisch-rationalen Machtverständnis?

Welche Bedeutung hat der Einzelne in Guardinis Denken angesichts übermächtiger Strukturen?


Zu Michele Nicoletti: „Macht und Ethik“

Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit Macht moralisch legitim ausgeübt werden kann?

Wodurch entsteht laut Nicoletti die Versuchung zum Machtmissbrauch?

Was bedeutet „verantwortliche Macht“ – und wie lässt sie sich in politischen oder sozialen Zusammenhängen konkretisieren?

Welche Rolle spielt das Gewissen im Umgang mit Macht?

Wie könnte ethische Macht in Schule, Politik oder Kirche aussehen?


Zu Markus Vogt: „Die Ambivalenz der Macht“

Was meint Vogt mit der Ambivalenz von Macht – und wo zeigt sich diese in der Gegenwart?

Wie hängen Macht und Gestaltungsspielraum in einer demokratischen Gesellschaft zusammen?

In welchen Formen tritt strukturelle Macht auf – z. B. in Wirtschaft, Medien oder Kirche?

Was unterscheidet „Macht zur Selbstverwirklichung“ von „Macht zur Beherrschung“?

Welche Verantwortung erwächst aus der eigenen Machtposition im Alltag?


Zu Papst Franziskus' Enzyklika Fratelli tutti (Kommentar im Heft)

Welche Vorstellungen von Macht und Verantwortung vermittelt Papst Franziskus in Fratelli tutti?

Wie wird soziale und politische Macht in der Enzyklika hinterfragt?

Inwiefern kritisiert der Papst globale Machtasymmetrien?

Was bedeutet „Macht im Dienst des Gemeinwohls“ konkret?

Welche Bedeutung hat Geschwisterlichkeit als Gegenentwurf zur Machtlogik?


Zu Kindheit und Corona

Wie wirkt sich gesellschaftliche Macht auf die Lebenswelt von Kindern in der Pandemie aus?

Welche Gruppen hatten während der Corona-Krise mehr, welche weniger Einfluss?

Welche „stillen“ Formen von Macht (z. B. durch Regeln, Medien, Familienstrukturen) lassen sich beobachten?

Wie lässt sich kindliche Ohnmacht gegenüber politischen Entscheidungen thematisieren?

Welche neuen Abhängigkeiten oder Chancen sind durch die Krise entstanden?


Zusatzfragen für Diskussionsrunden / Transfer in den Unterricht

Wer hat in der Schule Macht – und wie wird sie ausgeübt?

Welche Rolle spielen Sprache, Bilder und Medien bei der Machtausübung?

Gibt es so etwas wie „gute“ Macht? Wenn ja: Woran erkennt man sie?

Wie kann ich selbst verantwortlich mit Macht umgehen – im Alltag, in Gruppen oder im Netz?

Welche Rolle spielen Rituale, Symbole und Institutionen beim Erhalt oder der Kritik von Macht?

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