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Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Österreich

Afrika - Zukunft der Kirche

Veröffentlichung:26.7.2012

Das Video beschäftigt sich mit der Entwicklung der katholischen Kirche in Afrika und zeigt ihre wachsende Bedeutung für die Weltkirche. In einem Gespräch mit zwei Kirchenvertretern aus Nigeria werden die Gründe für das starke Wachstum des Christentums, die religiöse Kultur Afrikas sowie die Herausforderungen der Kirche vorgestellt. Thematisiert werden unter anderem die lebendige Feier der Liturgie, die Bedeutung von Gemeinschaft, die Rolle der Mission, das Verhältnis zwischen afrikanischer Kultur und christlichem Glauben sowie die Aufgaben der Kirche in den Bereichen Versöhnung, Gerechtigkeit, Frieden und gesellschaftliche Entwicklung. Das Video macht deutlich, dass Afrika heute nicht nur Empfänger missionarischer Arbeit ist, sondern selbst zunehmend Verantwortung für die Weltkirche übernimmt.

Dieses Video stellt die rasante Entwicklung des Christentums in Afrika in den letzten 100 Jahren in den Mittelpunkt. Während die katholische Kirche dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur rund zwei Millionen Mitglieder zählte, sind es heute über 130 Millionen. In wenigen Jahren wird es in Afrika mehr Christen geben als in Europa – der Kontinent entwickelt sich damit zunehmend zum neuen Zentrum der Weltkirche.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Kirche weltweit, Mission, Weltkirche, Inkulturation, christliche Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Frieden, gesellschaftliche Verantwortung sowie interkulturelles Lernen eingesetzt werden. Es vermittelt den Lernenden ein differenziertes Bild der katholischen Kirche in Afrika und trägt dazu bei, verbreitete Vorurteile über den afrikanischen Kontinent zu hinterfragen.

Als Einstieg können die Lernenden ihre Vorstellungen von Afrika und vom Christentum auf diesem Kontinent zusammentragen. Anschließend können sie Vermutungen darüber äußern, warum das Christentum dort in den vergangenen Jahrzehnten so stark gewachsen ist. Während des Sehens des Videos bietet sich ein Beobachtungsauftrag an, bei dem die Lernenden Aussagen über die Besonderheiten der afrikanischen Spiritualität, die Bedeutung der Gemeinschaft sowie die Aufgaben der Kirche sammeln.

Im Unterrichtsgespräch können anschließend die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Kirche in Afrika und der Kirche in Europa herausgearbeitet werden. Dabei lässt sich besonders die Bedeutung von Gemeinschaft, Musik, Tanz, Liturgie und gelebtem Glauben thematisieren. Ebenso bietet sich eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Inkulturation an. Die Lernenden können untersuchen, wie christlicher Glaube kulturelle Ausdrucksformen aufnimmt, ohne seine zentrale Botschaft zu verändern.

Das Video eröffnet darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten, über die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche nachzudenken. Die vorgestellten Projekte in den Bereichen Bildung, Versöhnung, Menschenrechte, Gefängnisseelsorge, Frauenförderung und Mikrokredite zeigen, wie christlicher Glaube konkret in gesellschaftliches Handeln umgesetzt wird. Die Lernenden können diese Beispiele mit der katholischen Soziallehre sowie mit biblischen Aussagen über Nächstenliebe und Gerechtigkeit verbinden.

Methodisch eignet sich das Medium für Gruppenarbeit, Partnerarbeit oder arbeitsteilige Präsentationen. Einzelne Gruppen können die Themen Wachstum der Kirche, Liturgie, Inkulturation, Mission, gesellschaftliches Engagement oder ökumenische Zusammenarbeit bearbeiten und ihre Ergebnisse vorstellen. Ebenso kann eine Diskussion über die Zukunft der Weltkirche oder ein Vergleich zwischen dem kirchlichen Leben in Afrika und Europa durchgeführt werden. Abschließend können die Lernenden überlegen, welche Impulse die Kirche in Europa von der Kirche in Afrika übernehmen könnte und welche Bedeutung die Weltkirche für den eigenen Glauben besitzt.

Zu Gast waren Erzbischof Onaiyekan und Prälat Ike aus Nigeria, die die Gründe für dieses Wachstum erläuterten. Neben der Gnade Gottes und dem missionarischen Eifer spielten besonders die kulturellen Parallelen zwischen afrikanischen Religionen und dem Christentum eine Rolle. Afrikanische Religiosität sei zutiefst in das Alltagsleben integriert, geprägt von einer natürlichen Gottesverbundenheit und einer Weltsicht, die Leib, Seele und Geist nicht trennt, sondern in Einheit sieht. Gottesdienste seien deshalb lebendig, lang, von Tanz, Gesang und Gemeinschaftsgefühl getragen – Ausdruck einer ganzheitlichen Spiritualität.

Zugleich wurde deutlich, dass das afrikanische Christentum von Anfang an die Spaltungen der westlichen Kirchen übernommen hat. Die Vielzahl an Konfessionen, Freikirchen und charismatischen Bewegungen führt bis heute zu Spannungen, die sich besonders in Abwerbungsversuchen von Gläubigen zeigen. Die katholische Kirche setzt dem die Stärkung der Glaubensbildung entgegen.

Auch die gesellschaftliche Dimension kam zur Sprache: Trotz vieler Konflikte, Armut und Ungerechtigkeiten prägt die Kirche das soziale Leben Afrikas durch Schulen, Krankenhäuser und Initiativen. Besonders die hohe Zahl an Priesteramtskandidaten zeigt die Vitalität der Kirche. Afrikanische Theologen sehen ihre Aufgabe darin, zur Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden beizutragen, durch Bildungsprojekte, Einsatz für Gefangene und Frauenrechte sowie durch Mikrofinanzprojekte für wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Die afrikanische Kirche wird damit zu einem Hoffnungsträger für die Weltkirche. Die Gäste betonten, dass Europa von Afrikas Glaubensstärke lernen könne, während Afrika auf Unterstützung etwa in der Ausbildung angewiesen sei. Ihr Appell an die westlichen Christen lautete: im Glauben standhaft bleiben, sich nicht von politischer Korrektheit einschüchtern lassen und den eigenen Glauben mutig bekennen, denn nur so könne Kirche weltweit lebendig bleiben.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


Warum wächst die katholische Kirche in Afrika so stark?

Das Video nennt als Gründe das Wirken Gottes, den Einsatz der Missionare, die Offenheit vieler Menschen für den christlichen Glauben sowie die enge Verbindung zwischen afrikanischer Kultur und religiösem Leben.


Welche Besonderheiten kennzeichnen die afrikanische Liturgie?

Die Gottesdienste sind von Musik, Gesang, Tanz, Gemeinschaft und einer lebendigen Beteiligung der Gläubigen geprägt. Der Glaube wird mit dem ganzen Menschen gefeiert.


Welche Bedeutung hat die Gemeinschaft im afrikanischen Christentum?

Das Video zeigt, dass Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Feiern wesentliche Merkmale des kirchlichen Lebens sind. Der Glaube wird als gemeinschaftliche Erfahrung verstanden.


Welche Aufgaben übernimmt die Kirche in Afrika?

Die Kirche engagiert sich für Versöhnung, Frieden, Bildung, Menschenrechte, Gefängnisseelsorge, Frauenförderung, Armutsbekämpfung und gesellschaftliche Entwicklung.


Welche Herausforderungen werden angesprochen?

Thematisiert werden Armut, soziale Ungerechtigkeit, Konflikte, die Zusammenarbeit der verschiedenen christlichen Kirchen sowie die Ausbildung ausreichender Priester und pastoraler Mitarbeitender.


Welche Bedeutung hat Afrika für die Weltkirche?

Afrika entwickelt sich zu einem der wichtigsten Zentren des Christentums. Die Zahl der Gläubigen wächst stark und viele Berufungen zum Priesteramt entstehen dort.


Was bedeutet Inkulturation im Zusammenhang mit dem Video?

Inkulturation beschreibt die Verbindung des christlichen Glaubens mit den kulturellen Ausdrucksformen Afrikas. Musik, Tanz und gemeinschaftliches Feiern werden in das kirchliche Leben integriert, ohne die Botschaft des Evangeliums zu verändern.


Welche Bedeutung hat das Video für den Religionsunterricht?

Das Video erweitert den Blick auf die Weltkirche, fördert interkulturelles Lernen und regt die Lernenden dazu an, über die Vielfalt des Christentums, die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche und die Zukunft des Glaubens weltweit nachzudenken.

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