Das Material eignet sich besonders für einen inklusiven Religionsunterricht, da es den Zugang zum Thema Gott konsequent über sinnliche Erfahrungen gestaltet. Die Unterrichtseinheit beginnt mit einem ritualisierten Einstieg, bei dem einzelne Sinne durch Farbkarten, Klänge oder ein Fühlmemory aktiviert werden. Anschließend setzen sich die Lernenden mit ihren eigenen Gottesvorstellungen auseinander, indem sie Farben auswählen, Klänge erzeugen, Materialien ertasten oder Bilder betrachten und ihre Wahrnehmungen miteinander teilen. Das Bilderbuch bietet zusätzliche Gesprächsanlässe und ermöglicht Rollenspiele, in denen Fragen nach Gott aufgegriffen und unterschiedliche Antworten erprobt werden. Dabei stehen nicht richtige oder falsche Aussagen im Vordergrund, sondern die Wertschätzung individueller religiöser Erfahrungen. Die Lehrkraft begleitet den Lernprozess offen und akzeptierend und schafft eine Lernatmosphäre, in der unterschiedliche Ausdrucksformen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Das Material eignet sich sowohl für gemeinsame Unterrichtsgespräche als auch für Stationenarbeit, Partnerarbeit oder individuelle Lernangebote und kann durch Unterstützte Kommunikation, Gebärden, Symbole oder weitere Sinnesmaterialien differenziert werden. Auf diese Weise werden Wahrnehmung, religiöse Sprachfähigkeit, Kreativität und die persönliche Auseinandersetzung mit Gottesbildern gleichermaßen gefördert.
Für den Unterricht bietet sich die Möglichkeit, eigene Gottesbilder zu sammeln, zu malen oder mit Symbolen zu gestalten. Die Lernenden können vergleichen, welche Bilder aus der Bibel, aus Liedern oder aus ihrer eigenen Vorstellung stammen und welche Gefühle sie damit verbinden. Didaktisch ist es bedeutsam, Raum für Ambivalenz zu lassen: Gott ist größer, als Menschen ihn denken können, und deshalb bleiben viele Fragen offen. Das Kapitel ermöglicht eine Balance zwischen der Tradition des Glaubens und der Freiheit, eigene Wege zu gehen, im Vertrauen darauf, dass Gott sich den Menschen vielfältig zeigt.