Das Video eignet sich für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II in den Themenfeldern Wunder Jesu, Zeichen im Johannes Evangelium, Tempel, Gottesbilder, Passion und Auferstehung sowie Christologie. Die Lernenden erkennen, dass das Johannes Evangelium Wunder nicht als bloße Machttaten beschreibt, sondern als Zeichen, die auf die Identität Jesu und seine Beziehung zu Gott hinweisen.
Als Einstieg kann ein Bild einer Hochzeitsfeier gezeigt werden. Die Lernenden überlegen, weshalb ein Fest für die beteiligten Menschen wichtig ist und welche Folgen es hätte, wenn plötzlich wesentliche Dinge fehlen würden. Anschließend wird die Frage gestellt, weshalb Jesus ausgerechnet auf einer Hochzeit sein erstes Wunder wirkt. Dadurch werden erste Vermutungen über die Botschaft der Erzählung gesammelt.
Während des Sehens erhalten die Lernenden Beobachtungsaufträge. Eine Gruppe sammelt Aussagen über die Hochzeit zu Kana und deren Bedeutung. Eine zweite Gruppe untersucht die Tempelreinigung und die Gründe für das Handeln Jesu. Eine dritte Gruppe notiert Aussagen über den Tempel und deren Bedeutung für das Verständnis der Auferstehung. Anschließend werden die Ergebnisse verglichen und gemeinsam ausgewertet.
Die Geschichte der Hochzeit zu Kana bietet vielfältige Möglichkeiten zur Symbolarbeit. Wasser und Wein können als Zeichen für Verwandlung, Freude, Fülle und neues Leben gedeutet werden. Die Lernenden überlegen, welche Situationen sie selbst mit Freude, Hoffnung oder einem Neubeginn verbinden und weshalb diese Symbole auch heute verständlich sind.
Die Tempelreinigung eröffnet Gespräche über die Frage, welche Bedeutung heilige Orte besitzen. Gemeinsam kann diskutiert werden, weshalb Jesus so entschieden handelt und welche Vorstellungen von Gottesdienst und Glauben darin sichtbar werden. Dabei können auch heutige Kirchen und ihre Aufgaben in den Blick genommen werden.
Besonders gewinnbringend ist ein Vergleich zwischen den synoptischen Evangelien und dem Johannes Evangelium. Die Lernenden erkennen, dass Johannes die Tempelreinigung bereits am Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu einordnet und dadurch einen besonderen theologischen Akzent setzt. Ebenso wird deutlich, dass Johannes Wunder bewusst als Zeichen beschreibt, die zum Glauben führen sollen.
Eine kreative Vertiefung kann darin bestehen, Standbilder zu den beiden Erzählungen zu gestalten oder Interviews mit Maria, einem Hochzeitsgast, einem Tempelhändler oder einem Jünger zu entwickeln. Ebenso eignet sich eine Schreibaufgabe, in der die Lernenden aus der Sicht eines Jüngers schildern, weshalb sie nach diesen Ereignissen begonnen haben, Jesus zu vertrauen.
Das Video fördert biblische Kompetenz, Symbolverständnis, theologische Urteilsfähigkeit, Perspektivwechsel, Medienkompetenz sowie die Fähigkeit, biblische Erzählungen mit Fragen nach Glauben, Vertrauen und Verantwortung in Beziehung zu setzen.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
1. Warum ist die Hochzeit zu Kana im Johannes Evangelium so bedeutsam?
Sie beschreibt das erste Zeichen Jesu. Durch die Verwandlung von Wasser in Wein offenbart Jesus seine Herrlichkeit und stärkt den Glauben seiner Jünger.
2. Welche Bedeutung hat die Verwandlung von Wasser in Wein?
Der Wein steht für Freude, Leben, Fülle und den Beginn einer neuen Zeit, die mit Jesus anbricht.
3. Welche Rolle spielt Maria in der Erzählung?
Maria bemerkt die Not der Hochzeitsgesellschaft, vertraut auf Jesus und ermutigt die Diener, seinen Anweisungen zu folgen.
4. Warum reinigt Jesus den Tempel?
Jesus möchte deutlich machen, dass der Tempel ein Ort des Gebets und der Begegnung mit Gott sein soll und nicht für wirtschaftliche Interessen missbraucht werden darf.
5. Weshalb verstehen die Menschen Jesu Aussage über den Tempel zunächst falsch?
Sie denken an das Gebäude in Jerusalem. Jesus spricht jedoch von seinem eigenen Leib, der nach seinem Tod durch die Auferstehung neu aufgerichtet wird.
6. Welche Verbindung besteht zwischen der Tempelreinigung und der Auferstehung Jesu?
Erst nach Ostern erkennen die Jünger, dass Jesu Worte auf seinen Tod und seine Auferstehung hinweisen und dadurch seine göttliche Sendung bestätigen.
7. Warum bezeichnet das Johannes Evangelium Wunder als Zeichen?
Die Wunder sollen nicht nur Staunen hervorrufen, sondern den Menschen zeigen, wer Jesus ist, und sie zum Glauben führen.
8. Welche Kompetenzen erwerben Lernende durch die Arbeit mit dem Video?
Sie lernen die Symbolsprache des Johannes Evangeliums kennen, deuten Wunder als Zeichen des Glaubens, verstehen die Bedeutung der Tempelreinigung und setzen sich mit der Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu auseinander.
Zielgruppen / Einsatzszenarien
Geeignet für Sekundarstufe I (z. B. Klasse 7–9) im evangelischen oder katholischen Religionsunterricht
Auch nutzbar in Jugendgruppen, Konfirmanden-/Firmvorbereitung, Bibelkreisen
Kann sowohl im Präsenzunterricht als auch im Distanzunterricht/Blended Learning eingesetzt werden
Vorbereitungsphase
Lehrkraft sollte den genauen Wortlaut der im Video verwendeten Bibelübersetzung (z. B. Luther, Einheitsübersetzung) kennen, um eventuelle Abweichungen zu erkennen
Eine kurze Einstiegsphase: die Schülerinnen und Schüler fragen, was sie über das Wunder zu Kana wissen oder was sie sich unter „Wunder“ vorstellen
Arbeitsblätter oder Impulsfragen vorbereiten
Einsatz im Unterricht
a) Einstieg (ca. 5 Minuten):
Kurzer Impuls, z. B. „Wenn du dir wünschst, dass sich etwas Unerwartetes ereignet …“
Fragestellung: „Was würde ich tun, wenn jemand in einer Schlüsselsituation plötzlich eine Möglichkeit hätte, das Unmögliche möglich zu machen?“
b) Video anschauen (ca. 5–8 Minuten):
Den Schülerinnen und Schülern ausreichend Zeit zum Verfolgen geben, eventuell mit dem Hinweis: „Achte darauf, wann Jesus eingreift, und wie die Menschen reagieren.“
Bei längeren Versionen ggf. Abschnittsstopps vorsehen (z. B. vor dem Wunder, zwischen Dialogen), um Zwischengedanken zu notieren
c) Nachbereitung / Reflexion (ca. 10–15 Minuten):
Gemeinsame Erarbeitung in Partnern oder Kleingruppen:
• Welche Elemente des Wunders fallen euch besonders auf?
• Wie verhalten sich die am Fest Beteiligten (Brautleute, Diener, Jesus, Mutter Jesu)?
• Welche Bedeutung könnten Wasser und Wein in dieser Erzählung haben (Symbolik)?
• Welche Erwartungen oder Zweifel spielen mit hinein?
Plenum: Präsentation der Ergebnisse
Vertiefung durch theologische Impulse:
• Das Wunder als Zeichen für die Offenbarung Jesu
• „Ich bin“-Worte Jesu und ihre Bedeutung (wenn im Video eingebaut)
Transfer:
• Haben wir heute Situationen, in denen Menschen „ungewöhnliche Hilfe“ erleben?
• Welche Zeichen der Veränderung können wir im Alltag erleben?
• Kreative Aufgabe: In kleinen Gruppen eine moderne „Kana-Geschichte“ erfinden (z. B. im Schulalltag, in der Familie)
Differenzierung & Methodenvariation
Rollenspiel: Schülerinnen und Schüler spielen einzelne Szenen (z. B. die Diener, die Mutter Jesu, Jesus selbst).
Standbild / Tableau vivant: Nach dem Video einzelne Szenen als stehende Bilder gestalten und nacheinander durchsprechen.
Symbolarbeit: Reale Gegenstände (Wasser, Wein, Gläser, Krüge) in den Raum bringen und mit Blick auf Bedeutung reflektieren.
Stationenlernen: Mehrere Stationen mit Impulskarten (z. B. „Wasser → Wein – was passiert innerlich?“, „Glaube & Zweifel“, „Jesu Rolle“)
Vertiefung über Textarbeit: Den biblischen Text (Johannes 2,1–11 oder je nach Auszug) im Original oder in Übersetzung lesen und mit dem Video vergleichen.
Hausaufgabe / längerfristiges Projekt: Schülerinnen und Schüler bitten, eine Situation zu beobachten, in der jemand „Hoffnung bringt“ oder „Etwas Unerwartetes tut“, und im nächsten Unterricht darüber berichten
Hinweise zur Reflexion und Bewertung
Achte darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur das Wunder bewundern, sondern auch dessen Bedeutung für Glauben und Alltag reflektieren.
Kritische Perspektiven zulassen: Welche Vorbehalte oder Zweifel könnten auftreten?
Rückmeldeschleifen einplanen: z. B. am Ende eine kurze Reflexion (per Karteikarte oder digital) zur Wirkung des Videos