Der Lernbaustein eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht, da Fragen nach der eigenen Identität, der Einzigartigkeit jedes Menschen, der Menschenwürde und der Wertschätzung des Nächsten zentrale Inhalte religiöser Bildung darstellen. Die Materialien eröffnen einen lebensnahen Zugang zu den Themen Selbstannahme, Gemeinschaft, Respekt und Vielfalt. Sie knüpfen unmittelbar an die Lebenswelt der Lernenden an und fördern eine Atmosphäre gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung. Biblische Aussagen wie die Zusage, dass jeder Mensch von Gott gewollt und einzigartig geschaffen ist, lassen sich sinnvoll mit den Übungen verbinden.
Methodisch zeichnet sich der Lernbaustein durch eine große Vielfalt handlungsorientierter Zugänge aus. Gesprächskreise, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, kreative Gestaltungsaufgaben, Bewegungsspiele sowie Reflexionsphasen wechseln sich ab und ermöglichen unterschiedliche Lernzugänge. Die Lernenden beschreiben eigene Stärken, erhalten wertschätzende Rückmeldungen aus der Gruppe und entdecken Gemeinsamkeiten ebenso wie Unterschiede. Dadurch werden Selbstvertrauen, Empathie und soziale Kompetenzen gleichermaßen gefördert. Besonders wirkungsvoll sind Übungen, in denen sich die Lernenden gegenseitig positive Eigenschaften zuschreiben oder ihre persönlichen Fähigkeiten sichtbar machen. Diese stärken nicht nur das einzelne Kind, sondern fördern zugleich den Zusammenhalt innerhalb der Lerngruppe.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beschäftigung mit dem eigenen Namen. Die Lernenden erforschen Herkunft, Bedeutung und Geschichte ihres Namens gemeinsam mit ihren Familien und setzen sich mit ihren Erfahrungen im Umgang mit ihrem Namen auseinander. Dabei lernen sie, Wünsche und Grenzen deutlich zu formulieren und gleichzeitig die Namen anderer zu respektieren. Diese Auseinandersetzung sensibilisiert für einen wertschätzenden Sprachgebrauch und wirkt diskriminierenden oder verletzenden Erfahrungen entgegen. Im Religionsunterricht bieten sich hierbei vielfältige Bezüge zu biblischen Namensgeschichten und zur Bedeutung des Namens als Ausdruck der Persönlichkeit an.
Die zahlreichen kreativen Aufgaben fördern eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Steckbriefe, Wappen, Namensbilder, Gruppenplakate oder Ausstellungen machen individuelle Fähigkeiten sichtbar und schaffen nachhaltige Lernergebnisse. Die vorgeschlagenen Projekttage ermöglichen darüber hinaus eine vertiefte Beschäftigung mit den Themen Identität und Gemeinschaft. Durch die Einbindung der Familien werden Schule und Elternhaus miteinander verknüpft und die persönlichen Lebensgeschichten der Lernenden erhalten einen wertschätzenden Platz im Unterricht. Das Material eignet sich sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für Unterrichtsreihen zu den Themen Ich und Gemeinschaft, Menschenwürde, Schöpfung, Vielfalt, Klassengemeinschaft, soziales Lernen und Demokratiebildung.
Der Einstieg gelingt über eine gemeinsames Besprechen, was „stark sein“ überhaupt bedeutet. Das Leitbild ist, dass Stärke weit über körperliche Kraft hinausgeht und Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Mut, Kreativität oder Zusammenhalt einschließt.
Der Baustein lädt dazu ein, in Kleingruppen oder als Klasse gemeinsam eine „Starke Kinder-ABC“-Liste zu entwickeln, in der zu jedem Buchstaben positive Eigenschaften oder Fähigkeiten gesammelt werden.
Ein weiterer zentraler Baustein ist das Thema „Das bin ich“: Jedes Kind erstellt einen Steckbrief (z. B. zu Vorlieben, Fähigkeiten, Träumen), stellt ihn vor oder hängt ihn sichtbar in der Klasse auf, um gegenseitiges Kennenlernen zu fördern.
In einer Vertiefungsphase werden die Stärken der Kinder durch Reflexion aus Eigen- und Fremdperspektive herausgearbeitet (z. B. mit Tiermetaphern) und anschließend gemeinsam sichtbar gemacht, z. B. über ein Gruppenplakat mit gemalten Händen
Der Lernbaustein widmet sich darüber hinaus dem Thema „Mein Name / Geschichte(n) meines Namens“: Die Kinder reflektieren, wie sie genannt werden möchten, welche Bedeutung oder Herkunft ihr Name hat, und nehmen eine bewusste Auseinandersetzung mit Erfahrungen rund um ihren Namen vor (positiv und negativ).
Dabei werden auch die Familien einbezogen: Eltern oder Angehörige liefern Informationen zu Bedeutung, Herkunft oder besonderen Geschichten des Namens, und die Kinder bringen das Material in die Schule zurück.
In einem Gestaltungsaspekt können Kinder ihren Namen künstlerisch bearbeiten und in der Klasse präsentieren
Für Auflockerung und zum Einbinden spielerischer Elemente enthält der Baustein verschiedene Bewegungs-, Kreisspiel- und Netz-/Windspiele, die den Prozess unterstützen und die Gemeinschaft stärken. Abschließend ist ein exemplarischer Ablauf für einen Projekttag enthalten, der mehrere der Übungen kombiniert und als Modell dienen kann.
Materialien und Unterrichtsverlauf
Der Lernbaustein „Ich bin ich“ besteht aus zahlreichen Übungen, Arbeitsblättern, Familienaktivitäten und Projekttagen. Ziel ist es, die Persönlichkeit der Lernenden zu stärken, ihre individuellen Fähigkeiten sichtbar zu machen und die Klassengemeinschaft zu fördern. Die Materialien bauen aufeinander auf und verbinden Gespräch, Bewegung, kreatives Gestalten sowie kooperative Lernformen.
Starke Kinder ABC
Die Lernenden sammeln in Kleingruppen zu jedem Buchstaben des Alphabets Eigenschaften und Fähigkeiten, die starke Kinder auszeichnen. Anschließend werden alle Ergebnisse auf einem gemeinsamen Klassenplakat zusammengetragen und besprochen. Die Übung macht deutlich, dass Stärke weit mehr bedeutet als körperliche Kraft und viele unterschiedliche Fähigkeiten umfasst.
Arbeitsblatt „Starke Kinder ABC“
Das Arbeitsblatt dient als Grundlage für die Gruppenarbeit. Die Lernenden ergänzen zu jedem Buchstaben passende Begriffe und reflektieren anschließend, welche Stärken sie selbst besitzen und welche sie bei anderen wahrnehmen.
Das bin ich
Die Lernenden gestalten einen persönlichen Steckbrief mit Angaben zu ihrem Namen, ihren Interessen, Fähigkeiten, Lieblingsfarben, Träumen und weiteren persönlichen Informationen. Die Steckbriefe werden anschließend vorgestellt oder als Ausstellung präsentiert. Dadurch lernen sich die Lernenden besser kennen und entdecken Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede.
Arbeitsblatt „Das bin ich“
Der Steckbrief unterstützt die Selbstreflexion und dient als Gesprächsanlass über Persönlichkeit, Interessen und individuelle Fähigkeiten. Alternativ kann der Steckbrief als persönliches Wappen gestaltet werden.
Vorlage „Persönliches Wappen“
Die Lernenden gestalten ein Wappen mit ihren Stärken, Vorlieben, Interessen und Zukunftswünschen. Anschließend stellen sie ihre Ergebnisse vor und erläutern die Bedeutung der einzelnen Symbole.
Familienaktivität „Rote Herzen“
Die Familien schreiben auf ein rotes Papierherz, weshalb sie ihr Kind besonders schätzen oder worauf sie stolz sind. Die Herzen werden im Unterricht vorgestellt und zu einem gemeinsamen Klassenplakat oder Mobile zusammengestellt. Dadurch erleben die Lernenden Anerkennung und Wertschätzung durch ihre Familien und ihre Lerngruppe.
Arbeitsblatt „Was alles in dir steckt“
Die Lernenden benennen zunächst ihre eigenen Stärken. Anschließend ergänzen die anderen Kinder weitere Fähigkeiten, die sie bei der jeweiligen Person wahrnehmen. Danach wählen die Lernenden ein Tier aus, das ihre Persönlichkeit oder ihre Stärken besonders gut symbolisiert, und begründen ihre Entscheidung. Die Ergebnisse werden im Stuhlkreis vorgestellt.
Was alles in uns steckt
Jedes Kind gestaltet einen Handabdruck aus Papier und notiert darauf seine persönlichen Stärken. Alle Hände werden zu einem gemeinsamen Klassenplakat zusammengefügt. Dadurch wird sichtbar, dass jede Person eigene Fähigkeiten besitzt und alle gemeinsam eine starke Gemeinschaft bilden.
Arbeitsblatt „Die drei Musketiere“
In Dreiergruppen suchen die Lernenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Sie überlegen, was alle gemeinsam mögen, was sie verbindet und wodurch jede Person einzigartig ist. Anschließend werden die Ergebnisse vorgestellt oder szenisch dargestellt. Die Übung stärkt Kooperation und gegenseitige Wertschätzung.
Auflockerungsübungen zum Thema Stärken
Das Material enthält zahlreiche Bewegungsspiele wie Stärke Kreis, Mein rechter Platz ist frei, Ich kann, ich kann nicht, Der Wind weht zu Stärken, Stärke Netz und Stärke Domino. Dabei benennen die Lernenden ihre Fähigkeiten, entdecken Gemeinsamkeiten und stärken spielerisch das Gemeinschaftsgefühl.
Projekttag „Jedes Kind ist besonders“
Der Projekttag verbindet Morgenkreis, Stärke ABC, Bewegungsübungen, Arbeitsblätter, Gruppenplakat und Abschlussreflexion zu einer vollständigen Unterrichtseinheit. Die Lernenden setzen sich intensiv mit ihren Stärken auseinander und entwickeln ein positives Selbstbild.
Kreiseintreten zum Namen
Die Lehrkraft stellt Aussagen zum Thema Namen vor. Die Lernenden treten in die Kreismitte, wenn eine Aussage auf sie zutrifft, beispielsweise wenn sie ihren Namen mögen oder einen Spitznamen besitzen. Dadurch werden Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Erfahrungen sichtbar und Gesprächsanlässe geschaffen.
Namenskreuzworträtsel
Die Lernenden schreiben ihren Namen auf ein Blatt und ergänzen zu jedem Buchstaben positive Eigenschaften oder Hobbys. Anschließend ergänzen die anderen Lernenden weitere wertschätzende Eigenschaften. Alternativ entsteht ein gemeinsames Namensbild der gesamten Klasse.
Arbeitsblatt „Mein Name, ein Geschenk“
Gemeinsam mit ihren Familien recherchieren die Lernenden die Herkunft, Bedeutung und Geschichte ihres Namens. Im Unterricht stellen sie ihre Ergebnisse vor und erfahren mehr über die kulturelle Vielfalt der Namen innerhalb der Klasse.
Familienbrief „Mein Name, ein Geschenk“
Der Brief informiert die Familien über das Unterrichtsvorhaben und bittet um Unterstützung bei der Recherche zur Bedeutung und Geschichte des Namens. Dadurch werden die Familien aktiv in den Lernprozess einbezogen.
Arbeitsblatt „So möchte ich genannt werden“
Die Lernenden setzen sich mit ihrem Namen, ihren Spitznamen und ihren persönlichen Wünschen auseinander. Sie formulieren deutlich, wie sie genannt werden möchten und welche Bezeichnungen sie verletzen. Anschließend entwickelt die Klasse gemeinsame Regeln für einen respektvollen Umgang miteinander.
Wir gestalten unseren Namen
Die Lernenden gestalten ihren Namen kreativ als Bild oder Kunstwerk. Dabei können Farben, Symbole oder Formen die Bedeutung ihres Namens oder ihre Persönlichkeit ausdrücken. Die entstandenen Werke werden ausgestellt und gemeinsam betrachtet.
Auflockerungsübungen zum Thema Namen
Das Material bietet Spiele wie Namensalphabet, Hallo, Kofferpacken, Namensballspiel und Der Vorhang fällt. Die Lernenden lernen sich spielerisch kennen, üben das Merken von Namen und stärken Aufmerksamkeit sowie Gemeinschaft.
Projekttag „Geschichte meines Namens“
Der Projekttag verbindet verschiedene Stationen zum Thema Namen. Die Lernenden erforschen die Herkunft ihres Namens, gestalten gemeinsame Namensbilder, sprechen über respektvollen Sprachgebrauch und entwickeln Vereinbarungen für den Umgang miteinander. Die Ergebnisse werden zum Abschluss präsentiert und gewürdigt.