Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für die Konfirmandenarbeit und verbindet biblisches Lernen mit emotionalem und biografischem Lernen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen mit Angst umgehen und welche Bedeutung Vertrauen im persönlichen Leben besitzt. Psalm 23 dient dabei nicht als auswendig zu lernender Text, sondern als Ausgangspunkt für die persönliche Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen sowie mit den Hoffnungsbildern der Psalmen. Dadurch wird eine lebensweltorientierte Erschließung biblischer Texte ermöglicht.
Methodisch zeichnet sich das Material durch eine außergewöhnlich große Vielfalt aus. Erlebnispädagogische Übungen schaffen einen emotionalen Zugang zum Thema und ermöglichen den Lernenden, Vertrauen unmittelbar zu erfahren. Bibelarbeit, Gruppenarbeit und kreative Schreibaufgaben fördern die selbstständige Erschließung der Psalmtexte. Spiele wie das Angst Trostwort Memory oder das Wettspiel zu Psalm 23 verbinden Wissensvermittlung mit motivierenden Lernformen. Kreative Gestaltungsaufgaben wie das Entwerfen eines persönlichen Schutzschildes oder die Arbeit mit Symbolen unterstützen die Reflexion eigener Erfahrungen und fördern den Transfer in die Lebenswelt der Lernenden.
Besonders hervorzuheben ist die konsequente Verbindung von theologischer Reflexion und persönlicher Erfahrung. Die Lernenden setzen sich mit unterschiedlichen Bildern für Angst, Trost, Schutz und Vertrauen auseinander und entdecken, dass die Psalmen vielfältige Ausdrucksformen für menschliche Erfahrungen bereithalten. Die Materialien fördern religiöse Sprachfähigkeit, Empathie, Selbstreflexion sowie die Fähigkeit, biblische Texte als Orientierung für das eigene Leben zu deuten. Gleichzeitig eröffnen die zahlreichen Gesprächsimpulse einen geschützten Raum, in dem persönliche Erfahrungen freiwillig eingebracht und respektvoll wahrgenommen werden können.
Die Themenmappe eignet sich sowohl für einen Projekttag als auch für mehrere Unterrichtsstunden. Durch die zahlreichen Alternativmaterialien kann die Unterrichtsreihe flexibel an Lerngruppe, Zeitrahmen und Unterrichtsschwerpunkte angepasst werden. Kreative, performative und kooperative Lernformen wechseln sich kontinuierlich ab und ermöglichen einen abwechslungsreichen Religionsunterricht, der Kopf, Herz und Hand gleichermaßen anspricht.
Der Einstieg gelingt durch Angst- und Vertrauensfragen: Jugendliche kennen Ängste in ihrem Alltag und fragen danach, wem sie vertrauen können. Die Psalmen, allen voran Psalm 23, werden als zentrale Texte vorgestellt, die nicht nur idyllische Bilder vom Hirten enthalten, sondern in existenzieller Not Trost, Halt und Hoffnung anbieten.
Der Entwurf schlägt vor, mit Jugendlichen an einem Konfi-Samstag (ca. 6 Stunden) oder in einer Freizeit anhand von Bausteinen und kreativen Methoden das Thema zu bearbeiten. Ziel ist es, Ängste bewusst zu machen, Trostbilder zu entdecken und Vertrauen in Gott als Begleiter auch durch schwierige Situationen einzuüben.
Die Materialsammlung umfasst eine Reihe erprobter Methoden:
Mausefallenpfad als Erlebnisübung zum Thema Angst und Führung
Wettspiel zu Psalm 23 als spielerischer Einstieg
Psalm 23 neu mit eigenen Worten formulieren zur Texterschließung
Angst-Trostwort-Memory als Reflexionsspiel mit Wortpaaren
Weitere kreative Alternativen, wie Schriftgrafik, Lebenskurven, Eigenschaften eines guten Hirten etc.
Ein wichtiger Akzent dabei ist, dass die Autor*innen bewusst vom ausschließlichen Bild des Hirten abweichen und zusätzlich das Bild des Schildes als Symbol für göttlichen Schutz einführen – ein Bild, das Jugendlichen oft aus Spiel- und Medienkontexten vertrauter ist.
Die theologische Grundlegung reflektiert, dass das Bild des Hirten in der biblischen Tradition weit mehr bedeutet als nur fürsorgliche Leitung: Es enthält Elemente von Nähe, Führung, Schutz, aber auch der Forderung und des Anspruchs, dass Menschen sich auf Gott einlassen und ihm vertrauen.
Abgeschlossen wird jede größere Einheit idealerweise mit dem Bekenntnis oder dem Rezitieren von Psalm 23, einem Gebet oder Lied, und gegebenenfalls einer Auslegung in den Gottesdienst eingebunden.
Insgesamt bietet der Ordner eine didaktisch vielseitige Vorlage, mit der Lehrkräfte und Konfi-Teams Jugendliche nicht nur über Angst sprechen, sondern sie zugleich anregen können, in ihren Ängsten den vertrauensvollen Weg zu Gott zu entdecken und zu gehen.
M1 Mausefallenpfad oder Mausefallenfeld
Die Lernenden absolvieren paarweise einen Parcours aus gespannten Mausefallen. Eine Person hat die Augen verbunden und wird ausschließlich durch die Stimme der Partnerin oder des Partners sicher durch den Parcours geführt. Im anschließenden Gespräch reflektieren die Lernenden ihre Gefühle von Angst, Unsicherheit und Vertrauen sowie die Frage, wem sie in schwierigen Situationen vertrauen können. Die Übung bildet den emotionalen Einstieg in das Thema Vertrauen.
M2 Wettspiel zu Psalm 23
In Partnerarbeit beantworten die Lernenden Fragen zu Psalm 23 und recherchieren mit Bibel, Handy oder anderen Hilfsmitteln. Neben Sachfragen werden auch Hintergründe zum Hirtenbild, zu David und zu den Bildern des Psalms erschlossen. Die Auswertung führt in Gespräche über Angst, Schutz, Vertrauen und Gottesbilder.
M3 Psalm 23 mit eigenen Worten formulieren
Jede Kleingruppe erhält einen Vers des Psalms. Die Lernenden klären unbekannte Begriffe, erschließen die Aussage des Verses und formulieren ihn anschließend in ihrer eigenen Sprache neu. Abschließend wird der gesamte Psalm zunächst in der Originalfassung und danach in den neuen Formulierungen vorgelesen. Dadurch wird die Bildsprache des Psalms verständlich und auf die eigene Lebenswelt übertragen.
M4 Angst Trostwort Memory
Die Lernenden spielen ein besonderes Memory, bei dem nicht identische Karten gesucht werden, sondern jeweils eine Angstsituation und das passende Trostbild aus verschiedenen Psalmen zusammengehören. Nach dem Spiel werden die Bildpaare besprochen. Die Lernenden überlegen, welche Erfahrungen hinter den Psalmworten stehen und wie Menschen Gottes Hilfe erleben können. Dadurch werden verschiedene Vertrauensbilder der Psalmen erschlossen.
Kleingruppengespräch zu Angst und Vertrauen
Die Lernenden sammeln zunächst Situationen, die Menschen heute Angst machen oder belasten. Diese werden auf roten Karten notiert. Anschließend überlegen sie gemeinsam, was in diesen Situationen helfen kann und schreiben entsprechende Trost und Hoffnungsgedanken auf grüne Karten. Die grünen Karten werden über die roten gelegt und machen sichtbar, dass Sorgen bleiben können, aber durch Hoffnung und Unterstützung getragen werden. Abschließend wird Psalm 23 erneut gelesen und gemeinsam gedeutet.
Kreativphase 1 Schutzschild gestalten
Jede lernende Person gestaltet einen Schild aus Karton. Zunächst wird die Außenseite mit Farben gestaltet, die persönliche Ängste, Sorgen oder belastende Erfahrungen symbolisieren. Die Farbwahl dient als Ausdruck der eigenen Gefühle und eröffnet einen kreativen Zugang zum Thema Angst.
Kreativphase 2 Schutzschild weitergestalten
Nach einer Reflexionsphase gestalten die Lernenden ihren Schild weiter. Nun werden Symbole, Bilder, Texte oder Collagen ergänzt, die ausdrücken, was Mut macht, Trost schenkt, schützt oder Vertrauen stärkt. Die Schilde werden anschließend in einer Vernissage vorgestellt. Wer möchte, erläutert die eigene Gestaltung. Die Aufgabe verbindet persönliche Reflexion mit kreativem Ausdruck.
Abschluss und Segen
Zum Abschluss wird Psalm 23 erneut gelesen oder gebetet. Ergänzend wird ein Segensgebet gesprochen, das die Themen Vertrauen, Hoffnung und Gottes Begleitung zusammenfasst. Die gestalteten Schilde können anschließend im Gottesdienst oder im Unterricht ausgestellt werden.
Alternative Materialien
A1 Aus Worten des Psalms einen Text bilden
Die Lernenden erhalten einzelne Begriffe aus Psalm 23 und formulieren daraus einen eigenen zusammenhängenden Text. Dabei setzen sie sich kreativ mit den zentralen Aussagen des Psalms auseinander und entwickeln eigene sprachliche Zugänge.
A2 10 aus 55
Aus einer Liste mit 55 Eigenschaften wählen die Lernenden zehn Begriffe aus, die ihrer Meinung nach Psalm 23 am besten beschreiben. Anschließend vergleichen sie ihre Auswahl und begründen ihre Entscheidungen. Dadurch entstehen Gespräche über die Wirkung und Bedeutung des Psalms.
A3 Schnelldenker
Diese Methode dient als schneller Gesprächseinstieg. Die Lernenden reagieren spontan auf Begriffe oder Aussagen rund um Angst, Vertrauen und Psalm 23. Dadurch werden erste Assoziationen sichtbar und das Vorwissen aktiviert.
A4 Schriftgrafik Schaf
In Partnerarbeit gestalten die Lernenden eine Schafsilhouette, in die sie eigene Formulierungen oder zentrale Aussagen zu Psalm 23 eintragen. Die Ergebnisse können ausgestellt oder im Gottesdienst verwendet werden.
A5 Lebenskurve David
Die Lernenden beschäftigen sich mit wichtigen Stationen im Leben Davids. Sie erkennen, dass David viele belastende Situationen erlebt hat und bringen diese Erfahrungen mit den Aussagen von Psalm 23 in Verbindung. Dadurch wird der Psalm biografisch erschlossen.
A6 Was einen guten Hirten ausmacht
Die Lernenden sammeln Eigenschaften eines guten Hirten und übertragen diese auf Gott und auf Jesus als guten Hirten. Anschließend diskutieren sie, welche Eigenschaften auch gute Führungspersonen heute besitzen sollten.
A7 Memory selbst gestalten
Die Lernenden entwickeln eigene Bildpaare aus Angstsituationen und passenden Trostbildern. Dabei greifen sie eigene Erfahrungen sowie biblische Hoffnungsbilder auf und gestalten ein individuelles Memoryspiel.
Rätsel und Suchbilder
Zum Abschluss oder zur Wiederholung enthält die Mappe Rätsel und Suchbilder, mit denen zentrale Begriffe und Inhalte spielerisch gesichert werden. Diese Materialien eignen sich besonders zur Auflockerung oder als Lernkontrolle.