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Magazin ZeitspRUng

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Alles GE-REGELT auf der Arche Noach?

Demokratie lernen nach der Sintflut

Veröffentlichung:5.3.2026

Der Artikel aus zeitsprung (1/2025) von Dr. Ane Kleine-Engel und Ulrike Häusler stellt eine Unterrichtseinheit für die Jahrgangsstufen 1–6 vor, die die Sintflutgeschichte (Gen 6,5–9,17) mit Demokratiebildung und dem Thema Regeln verbindet. Ausgehend von der Arche Noach und den Noachidischen Geboten (sieben universale Regeln des Zusammenlebens) erarbeiten die Schüler*innen in vier Bausteinen, wie Regeln entstehen, warum sie notwendig sind und wie Zusammenleben gelingen kann. Optionaler Dreh- und Angelpunkt ist ein Besuch im ANOHA, der Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin. Die Einheit schließt mit der Erstellung einer „Regenbogen-Charta" – sieben selbst gewählten Klassenregeln. Besonders hervorzuheben ist die interreligiöse Perspektive: Die Geschichte wird im jüdischen, christlichen und islamischen Kontext verortet.


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Klassenstufe: 1–6 (Lebensfrage 3: Fragen nach einem gelingenden Miteinander / Lebensfrage 4: Fragen nach Orientierung und Wegweisung), am besten geeignet für Klasse 2–4; für Klasse 5–6 kann die theologisch-politische Dimension (Noachidische Gebote, Menschenrechte) vertieft werden.

Thematische Einordnung:

Die Einheit verbindet Bibeldidaktik, interreligiöses Lernen und Demokratiebildung auf kindgerechte Weise. Der Zugang über die Frage „Wie konnten alle auf der Arche friedlich zusammenleben?" ist niedrigschwellig, aber theologisch substanziell: Er führt vom biblischen Narrativ zu universalen Grundfragen des Zusammenlebens. Die Noachidischen Gebote werden als Vorläufer von Menschenrechten und demokratischen Grundregeln eingeführt – ein religionspädagogisch wertvoller Brückenschlag, der auch interreligiöse Bildung ermöglicht.

Aufbau der Unterrichtseinheit (4 Bausteine):


Baustein 1 – Die Geschichte der Arche Noach: Die Geschichte kann frei erzählt, vorgelesen oder gemeinsam gelesen werden – das gibt Flexibilität je nach Altersstufe. Die Gesprächsfragen sind klar zweigeteilt in Verständnissicherung und vertiefendes Nachdenken. Besonders die Frage „Die Tiere haben sich nicht gegenseitig aufgefressen – wie war das möglich?" ist theologisch-didaktisch produktiv: Sie öffnet den Raum für Regeln, Rücksicht und Gemeinschaft. Wenn kein ANOHA-Besuch möglich ist, wird eine vertiefte kreative Bearbeitung empfohlen (Percussion, Kamishibai, Bilder) – diese Alternativen sind gut durchdacht und methodisch abwechslungsreich.

Baustein 2 – Aktivierungsspiel „Hüpf wie ein Hase": Das Spiel ist Kernstück eines im ANOHA entwickelten Workshops und ermöglicht spielerisches Erleben und Reflektieren von Regeln. Die Hinführung über ein alltagsnahes Regelbeispiel (z.B. „Nach dem Spielen mit dem Hund Hände waschen") ist didaktisch klug: Sie macht abstrakte Regelfragen sofort konkret und anknüpfbar. Das Aktivierungsspiel selbst wird im Artikel nicht vollständig beschrieben, sondern als Material 2 auf der zeitsprung-Homepage verwiesen – dieser Download muss vorab gesichert werden.

Baustein 3 – Besuch im ANOHA (optional): Das ANOHA (Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin) bietet einen immersiven, erlebnisorientierten Zugang zur Sintflutgeschichte für Kinder von 3–10 Jahren. Der Besuch ist buchbar und pädagogisch begleitet. Besonders wertvoll: Die Kinder erleben die Geschichte handelnd (Arche bauen, Tiere versorgen, Sintflutsimulator) und entwickeln dabei organisch Fragen zum guten Zusammenleben. Für Berliner Schulen ist dieser Baustein sehr empfehlenswert; für andere Schulen entfällt er, ohne dass die Einheit ihren roten Faden verliert.

Baustein 4 – Regenbogen-Charta: Der Abschluss ist methodisch stark: Die Klasse erstellt gemeinsam sieben eigene Regeln für ihr Zusammenleben – bewusst angelehnt an die sieben Noachidischen Gebote. Die Moderationshinweise (Vorschläge sammeln, clustern, auf Machbarkeit prüfen, abstimmen, Plakat gestalten) sind präzise und demokratiepädagogisch fundiert. Das Plakat mit Regenbogen zur „Vertragsunterzeichnung" ist ein schöner ritueller Abschluss, der den Bund-Charakter des biblischen Regenbogens aufgreift.


Methodische Stärken:

Die Verbindung von biblischem Narrativ, spielerischem Erleben, Alltagsbezug und demokratischer Partizipation (eigene Klassenregeln) ist für die Altersgruppe mustergültig. Die interreligiöse Rahmung (Sintflut in Judentum, Christentum, Islam) eröffnet Anschlussmöglichkeiten für plurale Lerngruppen. Die optionale ANOHA-Anbindung ist ein besonderes Qualitätsmerkmal für Berliner Schulen.

Hinweise zur Vorbereitung:


Material 1 (Erzählvorschlag) und Material 2 (Aktivierungsspiel „Hüpf wie ein Hase") sind nur auf der zeitsprung-Homepage verfügbar – frühzeitig herunterladen.

Die empfohlene Textfassung der Sintflutgeschichte (Liss/Landthaler: „Erzähl es deinen Kindern", Band 1) muss ggf. angeschafft werden.

Für Baustein 4 werden große Plakate und bunte Stifte benötigt; ggf. auch Materialien zur Regenbogengestaltung.

ANOHA-Buchung: https://anoha.de/ – Vorlaufzeit einplanen.


Fächerübergreifende Anschlussmöglichkeiten:

Sachunterricht (Klasse 1–4: Zusammenleben, Kinderrechte), Gesellschaftswissenschaften (Klasse 5–6: Demokratie, Vielfalt), Deutsch (Erzählen, Kamishibai).

Hessen

Hessen

Primarstufe | Primarstufe 3/4

Bibel und Tradition (Hessen | Primarstufe 3/4).

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Primarstufe | Primarstufe 3/4

Biblische Botschaft (Rheinlandpfalz | Primarstufe 3/4).

Text

urheberrechtlich geschützt

5.3.2026

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

Unterrichtseinheit

Menschen & Welt ,Bibel & Tradition ,Gott ,Religionen

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