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Magazin ZeitspRUng

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Was für ein Vertrauen?

Ein Mitmachprojekt zu Psalm 23 in Minecraft

Veröffentlichung:9.3.2026

Der Artikel aus zeitsprung (2/2019) von Pascal Bullan stellt ein digitales Mitmachprojekt der von Cansteinschen Bibelanstalt Berlin (vCBA) vor, das Minecraft als Medium für die Bibelarbeit im Religionsunterricht nutzt. Auf einem pädagogisch betreuten Minecraft-Server der vCBA können Klassen und Einzelpersonen ortsunabhängig an wechselnden Bibelprojekten teilnehmen. Das zum Zeitpunkt des Artikels laufende Projekt befasst sich mit Psalm 23 unter dem Kirchentagsmotto „Was für ein Vertrauen": Schüler*innen bauen ihre Deutungen des Psalms (Dankbarkeit, Angst, Vertrauen auf Gott) in der Spielwelt nach. Ein virtuelles Museum mit Nachbauten biblischer Orte (Zweiter Tempel, Häuser zur Zeit Jesu, Fischerboot) ermöglicht zudem einen visuellen Zugang zur Lebenswelt der Bibel – auch ohne aktive Projektteilnahme, mit nur einem Laptop und Beamer.

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Klassenstufe: Nicht explizit angegeben; dem Kontext nach geeignet für Klasse 4–7, mit Anpassungen auch für höhere Jahrgänge; der Museumsbereich ist bereits ab Klasse 3 nutzbar.

Thematische Einordnung:

Der Artikel zeigt einen ungewöhnlichen, aber didaktisch durchdachten Zugang: Minecraft wird nicht als Selbstzweck eingesetzt, sondern als kreatives Ausdrucksmittel für theologische Deutungsarbeit. Das Bauen als Form der Bibelauslegung knüpft an den kindertheologischen Ansatz an – Schüler*innen übersetzen ihre Gottesbilder und Vertrauenserfahrungen in dreidimensionale Konstruktionen. Der Psalm 23 eignet sich für diesen Ansatz besonders gut, da er reich an konkreten Bildern ist (grüne Wiese, dunkles Tal, gedeckter Tisch), die sich räumlich interpretieren lassen.

Aufbau der Unterrichtseinheit (3 Phasen, ca. 3–4 Stunden):


Phase 1 – Texterschließung (1 Stunde, ohne Computer): Psalm 23 wird gelesen und in seinen Deutungsebenen erschlossen. Die vier Leitfragen (Wofür kannst du Gott dankbar sein? Was macht dir Angst? Wie siehst du Vertrauen auf Gott?) sind klar und lebensweltlich orientiert. Diese Phase ist entscheidend: Erst wenn die theologische Reflexion analog erarbeitet ist, folgt die digitale Umsetzung. Das verhindert, dass Minecraft zum bloßen Spielen wird.

Phase 2 – Umsetzung in Minecraft (1–2 Stunden): Die Schüler*innen bauen ihre Interpretationen auf der zugewiesenen Teilfläche des Servers. Die Empfehlung, je zwei Kinder an einen Rechner zu setzen, fördert kooperatives Arbeiten und gegenseitige Erklärung. Das abschließende Verschriftlichen (Warum habe ich was gebaut?) sichert die Reflexion und verbindet die kreative mit der kognitiven Ebene.

Phase 3 – Präsentation und Reflexion (1 Stunde): Der virtuelle Rundgang durch alle Ergebnisse ist methodisch stark: Unterschiedliche Interpretationen desselben Textes werden sichtbar und können verglichen werden. Diese Phase hat großes Potenzial für theologische Gespräche über Gottesbilder und Vertrauenserfahrungen.


Museumsbereich als eigenständige Option:

Auch für Schulen ohne ausreichende Computerausstattung ist der Museumsbereich des Servers nutzbar (ein Laptop + Beamer). Die virtuellen Nachbauten des Zweiten Tempels, von Häusern zur Zeit Jesu und des Fischerboots bieten einen plastischen, visuellen Zugang zu biblischen Lebenswelten, den kein Bild oder Schulbuch ersetzen kann. Dieser Bereich eignet sich besonders als Einstieg in Einheiten zu Jesus, Tempel oder See Genezareth.

Methodische Stärken:

Die klare Dreischritt-Struktur (analog erschließen – digital gestalten – gemeinsam reflektieren) verhindert eine Beliebigkeit des Medieneinsatzes. Die Serverstruktur der vCBA nimmt Lehrkräften technische und pädagogische Vorbereitungsarbeit ab. Das Museum schafft eine nachhaltige Sichtbarkeit der Schülerergebnisse über den Projektrahmen hinaus.

Hinweise zur Vorbereitung:


Technische Voraussetzungen vorab klären: Minecraft-Lizenzen, Internetzugang, Anzahl verfügbarer Geräte.

Kontakt zur vCBA aufnehmen (www.canstein-berlin.de/minecraftserver) – die Ansprechpartner*innen unterstützen bei Einstieg und Projektplanung.

Für Schulen ohne Klassensatz: Einzelne Minecraft-affine Schüler*innen können das Projekt zuhause bearbeiten und Ergebnisse (Screenshots, kurze Videos) in den Unterricht mitbringen.

Das konkrete Psalm-23-Projekt war auf den Kirchentag 2019 bezogen – für aktuelle Projekte muss die vCBA-Homepage konsultiert werden.

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9.3.2026

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