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Deutschlandfunk Kultur

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„Divine Feminine“ - Zwischen Esoterik, Self-Care und Feminismus

Veröffentlichung:16.3.2026

Der Deutschlandfunk-Podcast-Beitrag beleuchtet den wachsenden Social-Media-Trend des „Divine Feminine" (Göttlich-Weiblichen) und seine Verankerung in der modernen Spiritualität. Dargestellt werden die Kernbotschaften der Bewegung (Intuition, Sanftheit als Stärke, weibliche Urkraft), ihr historischer Hintergrund im 19. Jahrhundert sowie ihre Verbindungen zu asiatischen Philosophien (Yin/Yang), indischen Göttinnentraditionen (Shakti) und dem feministischen Spiritualitätsdiskurs der 1960er–80er Jahre. Kritisch beleuchtet werden die Gefahr der Retraditionalisierung durch Rückfall in Geschlechterstereotypen sowie die Frage, ob das Konzept biologistisch (und damit exklusiv gegenüber Trans-Personen) oder universell-energetisch zu verstehen ist. Als Erklärung für den Boom werden die Sehnsucht nach Gemeinschaft und der Wunsch nach Spiritualität jenseits kirchlicher Institutionen benannt.

Das gut acht Minuten lange Deutschlandfunk Kultur Audio „Göttin reloaded. Die Renaissance des Divine Feminine“ untersucht einen gegenwärtigen Spiritualitätstrend, der vor allem über soziale Medien verbreitet wird. Unter dem Begriff „Divine Feminine“ suchen Menschen einen Zugang zu einer als weiblich verstandenen göttlichen Kraft. Dabei verbinden sich die Verehrung weiblicher Gottheiten, Körpererfahrung, Naturbezug, Selbstfürsorge, Selbstermächtigung, Feminismus und Kritik an gesellschaftlichem Leistungsdruck. Zu den beschriebenen Praktiken gehören Meditation, Rituale, Tanz und das sogenannte Weihen der Gebärmutter. Das Audio macht zugleich Spannungen sichtbar: Die Hinwendung zur weiblichen Seite des Göttlichen kann traditionelle männliche Gottesbilder infrage stellen und Frauen stärken, sie kann aber auch stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit wiederholen oder zu einem kommerziellen Angebot werden. Das am 8. März 2026 veröffentlichte Audio gehört zum Podcast „Religionen“. Deutschlandfunk Kultur Audio

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Das Audio eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe II. Einzelne Abschnitte können auch in höheren Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I verwendet werden. Es passt zu Unterrichtsreihen über Gottesbilder, feministische Theologie, neue religiöse Bewegungen, Esoterik, Spiritualität, Geschlecht, Körper, Selbstfürsorge und Religion in sozialen Medien.

Vor dem Hören können die Lernenden sammeln, welche Bilder und Bezeichnungen ihnen für Gott begegnet sind. Häufig werden Vater, Herr, König, Richter oder Schöpfer genannt. Anschließend kann gefragt werden, ob auch Bilder wie Mutter, Hebamme, Quelle, Weisheit oder tröstende Frau bekannt sind. So wird sichtbar, dass die Sprache über Gott vielfach männlich geprägt ist, biblische und religiöse Traditionen aber auch weibliche Bilder kennen.

Der Begriff „Divine Feminine“ sollte zunächst offen erschlossen werden. Eine mögliche Übersetzung lautet „das göttlich Weibliche“. Gemeint ist keine einheitliche Religion mit festem Glaubensbekenntnis. Der Begriff bezeichnet ein vielfältiges Feld aus Spiritualität, Coaching, Körperpraxis, feministischer Sinnsuche, Naturvorstellungen und der Beschäftigung mit Göttinnen unterschiedlicher Religionen.

Während des Hörens können verschiedene Gruppen unterschiedliche Beobachtungsaufträge übernehmen. Eine Gruppe sammelt Aussagen zu Spiritualität, eine zweite untersucht feministische Motive, eine dritte notiert Rituale, eine vierte achtet auf Kritik am Kapitalismus und eine fünfte erfasst mögliche Probleme des Trends. Die Ergebnisse werden anschließend auf einem Spektrum zwischen Selbstermächtigung und neuer Festlegung von Weiblichkeit angeordnet.

Das Audio sollte abschnittsweise gehört werden. Nach jedem Abschnitt notieren die Lernenden zentrale Aussagen, verwendete Begriffe und offene Fragen. Da die Sprache Begriffe aus Religion, Psychologie, Feminismus und sozialen Medien verbindet, ist ein Glossar hilfreich. Darin können Divine Feminine, Esoterik, Spiritualität, Selbstfürsorge, Selbstermächtigung, Patriarchat, Ritual und Göttin erklärt werden.

Ein Schwerpunkt kann auf der Frage liegen, weshalb Menschen heute nach weiblichen Bildern des Göttlichen suchen. Traditionelle Religionen wurden über lange Zeit von Männern geleitet und sprachlich geprägt. Viele Menschen empfinden ausschließlich männliche Gottesbilder deshalb als einseitig. Die Hinwendung zu Göttinnen oder weiblichen Metaphern kann den Wunsch ausdrücken, religiöse Erfahrung, Körperlichkeit und gesellschaftliche Gleichberechtigung neu miteinander zu verbinden.

Dabei ist zwischen einer Göttin und einem weiblichen Bild für Gott zu unterscheiden. In polytheistischen Religionen können Göttinnen eigenständige göttliche Gestalten sein. In jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen wird Gott nicht als biologisch männlich verstanden, obwohl überwiegend männliche Anreden verwendet werden. Weibliche Metaphern verändern daher nicht zwangsläufig den Glauben an einen Gott, sondern erweitern die religiöse Sprache.

Für eine biblische Vertiefung eignen sich weibliche Gottesbilder. Gott wird mit einer gebärenden Frau, einer tröstenden Mutter, einer stillenden Mutter und einer Frau verglichen, die eine verlorene Münze sucht. Die personifizierte Weisheit erscheint in den Sprüchen Salomos als weibliche Gestalt. Die Lernenden können untersuchen, welche Eigenschaften diese Bilder ausdrücken und warum sie in vielen Gemeinden weniger bekannt sind als das Bild vom Vater.

Feministische Theologie kann als wissenschaftliche und religiöse Perspektive vorgestellt werden. Sie fragt, wie patriarchale Strukturen Bibelauslegung, Gottesbilder, kirchliche Ämter und religiöse Praxis geprägt haben. Ihr Ziel besteht nicht einfach darin, einen männlichen Gott durch eine weibliche Göttin zu ersetzen. Sie untersucht Machtverhältnisse und sucht nach einer Sprache, die unterschiedliche Erfahrungen von Menschen sichtbar macht.

Das Audio ermöglicht auch eine kritische Auseinandersetzung mit festen Vorstellungen von Weiblichkeit. Begriffe wie weibliche Urkraft, Intuition, Sanftheit, Empfänglichkeit und Naturverbundenheit können stärkend wirken. Sie können jedoch den Eindruck erwecken, alle Frauen besäßen dieselben natürlichen Eigenschaften. Damit würden traditionelle Rollenbilder nicht überwunden, sondern in spiritueller Sprache wiederholt.

Die Lernenden können Aussagen auf Karten erhalten und prüfen, ob sie Möglichkeiten eröffnen oder Menschen festlegen. Der Satz „Eine Person darf ihre Sanftheit als Kraft entdecken“ eröffnet eine Möglichkeit. Der Satz „Frauen sind von Natur aus sanft und intuitiv“ schreibt dagegen allen Frauen bestimmte Eigenschaften zu. Diese Unterscheidung fördert eine differenzierte Beschäftigung mit Geschlechterbildern.

Die sogenannte Gebärmutterweihe muss besonders sensibel behandelt werden. Sie ist eine spirituelle Handlung und keine medizinische Behandlung. Ihr darf keine wissenschaftlich nachgewiesene Heilwirkung zugeschrieben werden. Außerdem darf Weiblichkeit nicht auf ein bestimmtes Organ, Menstruation oder Gebärfähigkeit reduziert werden. Frauen ohne Gebärmutter, Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, unfruchtbare Frauen, transgeschlechtliche Menschen und nichtbinäre Menschen könnten durch eine solche Vorstellung ausgeschlossen oder verletzt werden.

Die Lehrkraft sollte deshalb einen Gesprächsrahmen schaffen, in dem körperbezogene Themen sachlich und freiwillig behandelt werden. Niemand muss über Menstruation, Fruchtbarkeit, Geschlechtsidentität, Erkrankungen oder persönliche Rituale sprechen. Bei medizinischen Behauptungen müssen wissenschaftliche Erkenntnisse und fachliche Beratung klar von spirituellen Angeboten unterschieden werden.

Das Verhältnis von Selbstfürsorge und gesellschaftlicher Veränderung bietet einen weiteren Schwerpunkt. Selbstfürsorge kann Menschen helfen, Grenzen wahrzunehmen, Erschöpfung ernst zu nehmen und Widerstandskraft zu entwickeln. Sie ersetzt jedoch nicht den politischen Einsatz gegen Diskriminierung, ungerechte Arbeitsbedingungen oder Gewalt. Die Lernenden können diskutieren, wann Selbstfürsorge eine Voraussetzung für gesellschaftliches Handeln ist und wann sie strukturelle Probleme zu einer rein persönlichen Aufgabe macht.

Die Kapitalismuskritik des Trends kann anhand der Frage untersucht werden, ob Menschen ihren Wert ständig durch Leistung beweisen müssen. Das Divine Feminine stellt dieser Logik häufig Ruhe, Beziehung, Körperwahrnehmung und zyklisches Leben gegenüber. Gleichzeitig werden Kurse, Beratungen, Bücher, Kristalle, Kosmetik und Rituale verkauft. Aus der Kritik an Konsum und Leistungsdruck kann somit selbst ein Markt entstehen.

Zur Förderung der Medienkompetenz können Beiträge aus sozialen Medien analysiert werden. Die Lernenden achten auf Versprechen, Bildsprache, wiederkehrende Begriffe, Preise und die Qualifikation der anbietenden Personen. Sie prüfen, ob ein Beitrag eine persönliche Erfahrung schildert, eine religiöse Überzeugung vertritt, ein Produkt verkauft oder eine medizinische Wirkung behauptet. Persönliche Accounts von Lernenden dürfen dabei nicht untersucht werden.

Ein mögliches Prüfraster enthält die Fragen: Wer bietet etwas an? Welche Wirkung wird versprochen? Gibt es Belege? Welche Zielgruppe wird angesprochen? Welche Vorstellung von Weiblichkeit wird vermittelt? Welche Kosten entstehen? Werden Ängste oder Unsicherheiten für Werbung genutzt? Werden Grenzen zwischen Spiritualität, Beratung und Medizin deutlich gemacht?

Auch kulturelle Aneignung sollte thematisiert werden. Divine Feminine Angebote verbinden teilweise Göttinnen, Symbole und Rituale aus hinduistischen, buddhistischen, indigenen, antiken oder neuheidnischen Traditionen. Werden diese Elemente aus ihrem religiösen Zusammenhang gelöst und als frei verfügbare Wellnesspraxis verkauft, können ihre ursprünglichen Bedeutungen verloren gehen. Eine respektvolle Rezeption verlangt Informationen über Herkunft, Bedeutung und gegenwärtige Glaubensgemeinschaften.

Ein Vergleich verschiedener Göttinnengestalten kann helfen, pauschale Vorstellungen zu vermeiden. Athene, Aphrodite, Isis, Kali, Durga oder Freyja gehören zu unterschiedlichen religiösen und kulturellen Zusammenhängen. Sie stehen nicht einfach für dieselbe universale weibliche Energie. Jede Gestalt muss aus ihrer eigenen Tradition heraus erschlossen werden.

Methodisch eignet sich ein Dreischritt aus Wahrnehmen, Deuten und Beurteilen. Zunächst beschreiben die Lernenden die Aussagen des Audios ohne Bewertung. Danach erklären sie mögliche Bedürfnisse und gesellschaftliche Hintergründe. Abschließend beurteilen sie Chancen, Grenzen und Risiken. Dadurch wird eine vorschnelle Abwertung als bloßer Unsinn ebenso vermieden wie eine unkritische Zustimmung.

Zur Ergebnissicherung können die Lernenden einen Kommentar zur Aussage „Das Divine Feminine befreit Menschen von traditionellen Rollenbildern“ verfassen. Sie sollen mindestens ein Argument dafür, ein Gegenargument und ein begründetes eigenes Urteil formulieren. Alternativ kann eine Podiumsdiskussion mit den Perspektiven einer Anhängerin, einer feministischen Theologin, einer Religionswissenschaftlerin und einer kritischen Konsumentin durchgeführt werden.

Eine kreative Aufgabe besteht darin, vielfältige Gottesmetaphern zu sammeln und ein Gottesbilderbuch zu gestalten. Die Lernenden wählen biblische, christliche oder religionsübergreifende Bilder aus und erläutern, welche Erfahrungen sie ausdrücken. Dabei muss deutlich bleiben, dass jede Metapher begrenzt ist und Gott nicht vollständig beschreibt.

Bei der Leistungsbewertung sollten die genaue Wiedergabe des Audios, die Unterscheidung von Religion, Spiritualität und Esoterik, die Analyse von Geschlechterbildern, ein sensibler Umgang mit Körperthemen und ein begründetes Urteil berücksichtigt werden. Persönliche Spiritualität, Geschlechtsidentität und Zustimmung zu bestimmten Ritualen dürfen nicht bewertet werden.


Fragestellungen zum Audio mit Antworten


Was bedeutet Divine Feminine? Der Begriff bezeichnet Vorstellungen von einer göttlich weiblichen Kraft. Er verbindet religiöse Bilder, Körpererfahrung, Selbstfürsorge, Naturbezug und Selbstermächtigung.

Handelt es sich beim Divine Feminine um eine eigene Religion? Nein. Es gibt keine einheitliche Lehre, heilige Schrift oder feste Organisation. Der Begriff umfasst unterschiedliche spirituelle Praktiken und Deutungen.

Warum wird das Divine Feminine gegenwärtig populär? Viele Menschen suchen nach spirituellen Ausdrucksformen außerhalb traditioneller Institutionen. Zugleich wächst der Wunsch nach weiblichen Gottesbildern, Selbstbestimmung und Kritik an patriarchalen Rollen.

Welche Rolle spielen soziale Medien? Sie verbreiten Bilder, Rituale, Erfahrungsberichte und kommerzielle Angebote. Kurze Beiträge machen den Trend schnell zugänglich, können seine religiösen und historischen Hintergründe aber stark vereinfachen.

Was bedeutet Selbstermächtigung? Selbstermächtigung bedeutet, die eigene Handlungsfähigkeit wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen.

Was ist Selbstfürsorge? Selbstfürsorge umfasst einen verantwortlichen Umgang mit den eigenen körperlichen, seelischen und sozialen Bedürfnissen. Sie kann Ruhe, Unterstützung, Bewegung oder das Setzen von Grenzen einschließen.

Ist Selbstfürsorge automatisch feministisch? Nein. Sie kann feministisch sein, wenn sie Menschen stärkt und gesellschaftliche Machtverhältnisse berücksichtigt. Sie kann aber auch strukturelle Probleme zu einer privaten Aufgabe machen.

Welche Verbindung besteht zwischen Divine Feminine und Feminismus? Der Trend kritisiert männlich dominierte Gottesbilder und traditionelle Frauenrollen. Zugleich besteht das Risiko, Frauen erneut auf angeblich natürliche weibliche Eigenschaften festzulegen.

Was ist problematisch an der Vorstellung einer weiblichen Urkraft? Sie kann den Eindruck erzeugen, alle Frauen seien von Natur aus intuitiv, sanft, fürsorglich und besonders naturverbunden. Die Vielfalt persönlicher Identitäten und Lebensweisen wird dadurch eingeschränkt.

Können Männer oder nichtbinäre Menschen einen Bezug zum Divine Feminine haben? Manche Angebote verstehen weiblich und männlich als symbolische Kräfte, die in allen Menschen vorhanden seien. Andere richten sich ausschließlich an Frauen. Auch diese Einteilung muss kritisch auf mögliche Festlegungen geprüft werden.

Was ist eine Gebärmutterweihe? Sie ist ein modernes spirituelles Ritual, das die Gebärmutter symbolisch mit weiblicher Kraft, Fruchtbarkeit oder Heilung verbindet. Es handelt sich nicht um eine medizinische Behandlung.

Warum kann eine Gebärmutterweihe Menschen ausschließen? Sie kann Weiblichkeit auf ein Organ oder auf Gebärfähigkeit reduzieren. Dadurch werden vielfältige Körper, Identitäten und Lebensgeschichten nicht berücksichtigt.

Besitzt die Gebärmutterweihe eine wissenschaftlich nachgewiesene Heilwirkung? Nein. Persönlich empfundene spirituelle Wirkungen sind von medizinisch nachweisbaren Wirkungen zu unterscheiden.

Kennt die Bibel weibliche Bilder für Gott? Ja. Gott wird beispielsweise mit einer tröstenden Mutter, einer gebärenden Frau und einer Frau verglichen, die eine verlorene Münze sucht. Außerdem erscheint die Weisheit als weibliche Gestalt.

Ist Gott im Christentum männlich? Gott wird häufig mit männlichen Anreden bezeichnet, besitzt nach christlichem Verständnis aber kein biologisches Geschlecht. Jede menschliche Rede über Gott verwendet begrenzte Bilder.

Was untersucht feministische Theologie? Sie untersucht, wie Geschlechterverhältnisse und Machtstrukturen religiöse Texte, Gottesbilder, Ämter und Auslegungen prägen.

Will feministische Theologie Gott durch eine Göttin ersetzen? Nicht grundsätzlich. Viele feministische Theologinnen wollen die Vielfalt der Gottesbilder sichtbar machen und einseitig männliche Sprache kritisch überprüfen.

Was unterscheidet eine Göttin von einem weiblichen Gottesbild? Eine Göttin kann als eigenständige göttliche Gestalt verehrt werden. Ein weibliches Gottesbild beschreibt dagegen den einen Gott mit einer weiblichen Metapher.

Welche Chancen bietet das Divine Feminine? Es kann Selbstvertrauen stärken, weibliche religiöse Bilder sichtbar machen und Kritik an patriarchalen sowie leistungsorientierten Strukturen fördern.

Welche Risiken besitzt der Trend? Er kann stereotype Geschlechterbilder, kulturelle Aneignung, unwissenschaftliche Heilversprechen und kommerzielle Abhängigkeiten fördern.

Was bedeutet kulturelle Aneignung in diesem Zusammenhang? Religiöse Symbole und Rituale werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und verwendet, ohne ihre Herkunft, Bedeutung oder die betroffenen Gemeinschaften angemessen zu berücksichtigen.

Warum kann aus Spiritualität ein Geschäft werden? Menschen suchen Orientierung, Heilung und Gemeinschaft. Anbieter können diese Bedürfnisse nutzen, um Kurse, Rituale, Beratungen oder Produkte zu verkaufen.

Wie erkennt man problematische Angebote? Warnzeichen sind garantierte Heilversprechen, sehr hohe Kosten, fehlende Qualifikation, Abwertung medizinischer Hilfe, Erzeugung von Angst und die Behauptung, nur eine bestimmte Person besitze geheimes Wissen.

Kann ein Ritual trotzdem hilfreich sein? Ein Ritual kann subjektiv Orientierung, Gemeinschaft oder Ruhe vermitteln. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine übernatürliche oder medizinische Wirkung.

Was ist die zentrale Botschaft des Audios? Das Divine Feminine verbindet gegenwärtige Sinnsuche mit Selbstfürsorge, Feminismus und weiblichen Bildern des Göttlichen. Seine stärkenden Möglichkeiten müssen ebenso betrachtet werden wie stereotype, kommerzielle und esoterische Risiken.


Curriculare Einbettung im Religionsunterricht:

Der Beitrag berührt mehrere Themenfelder, die im katholischen RU der Oberstufe relevant sind: neue religiöse Bewegungen und Esoterik als Phänomene der Gegenwartskultur, die Frage nach Gottesbildern (weibliche Gottheit, Göttinnentradition vs. christlicher Gottesbegriff), Gender und Theologie (feministische Theologie, Gottesbild im AT und NT), sowie Religion und Säkularisierung (Spiritualität ohne Kirche als Zeitphänomen). Der Beitrag eignet sich besonders gut, um die Frage zu stellen, warum Menschen außerhalb institutioneller Religionen nach spiritueller Orientierung suchen – und was das für die Kirche bedeutet.

Stärken des Mediums:

Der Beitrag ist aktuell (März 2026) und greift einen Trend auf, der SuS aus ihrer Social-Media-Welt bekannt sein dürfte. Die kritische Perspektive (Retraditionalisierung, Biologismus-Debatte) macht ihn für den RU besonders wertvoll, da er nicht unkritisch affirmiert, sondern zur Differenzierung einlädt. Die kurze Länge (ca. 8 Min.) ist für den Unterrichtseinsatz ideal. Als Deutschlandfunk-Produktion bietet er journalistische Qualität und religionswissenschaftliche Einordnung.

Grenzen des Mediums:

Kein vollständiges Transkript verfügbar; textbasierter Einsatz erfordert eigene Transkription. Die Thematik kann in manchen Lerngruppen persönlich berühren (Gender-Identität, Körperlichkeit, spirituelle Suchbewegungen) – eine sensible Gesprächsführung durch die Lehrkraft ist unerlässlich. Der Beitrag blendet christlich-theologische Perspektiven weitgehend aus; diese müssen durch die Lehrkraft eingebracht werden.

Einsatzszenarien und methodische Vorschläge:

Einstieg / Lebensweltbezug:

SuS recherchieren vor dem Hören kurz, was unter Hashtags wie #DivineFeminine oder #GoddessEnergy auf Instagram zu finden ist. Was wird dort angeboten? Wer spricht? Mit welchen Versprechen? Das Hören des Beitrags dient dann als kritische Einordnung des selbst Gesichteten – ein klassischer Einstieg über Medienkompetenz.

Strukturiertes Hören:

SuS erhalten vier Leitfragen: Was ist „Divine Feminine"? Woher kommt das Konzept historisch? Welche Kritik wird geübt? Warum boomt der Trend gerade jetzt? Die Antworten werden nach dem Hören im Tandem verglichen und im Plenum strukturiert.

Feministische Theologie als Anknüpfung:

Der Beitrag bietet einen natürlichen Einstieg in feministische Theologie: Welche weiblichen Gottesbilder gibt es im AT (z. B. Schechina, Weisheit/Chokma in Spr 8) und im NT? Wie hat die Kirche mit weiblichen Gotteserfahrungen umgegangen? Texte von Elisabeth Schüssler Fiorenza oder Dorothee Sölle können die Unterrichtseinheit theologisch vertiefen.

Kritische Analyse: Retraditionalisierung und Biologismus:

Die im Beitrag angesprochene Spannung zwischen Emanzipation und neuer Einengung durch Geschlechterstereotypen ist für eine Oberstufendiskussion besonders ertragreich. SuS diskutieren: Kann ein Konzept, das Frauen ermächtigen soll, gleichzeitig neue Rollenzwänge schaffen? Und: Wer ist in dieser Bewegung inkludiert – wer nicht? Diese Fragen lassen sich mit dem christlichen Konzept der Menschenwürde (Imago Dei als genderübergreifend) in Beziehung setzen.

Spiritualität ohne Kirche:

Der Beitrag benennt als Grund für den Boom den Wunsch nach Spiritualität ohne kirchliche Hierarchien. SuS diskutieren: Was bietet institutionelle Religion, was diese Bewegung nicht bietet – und umgekehrt? Was suchen Menschen in Spiritualität? Diese Frage kann mit Ergebnissen der Religionssoziologie (Shell-Studie, Kirchenmitgliederuntersuchung) verknüpft werden.

Schreibaufgabe / Stellungnahme:

Als Abschluss verfassen SuS eine kurze Stellungnahme: Ist „Divine Feminine" eine religiöse Bewegung, eine feministische Praxis oder ein Marketingphänomen – oder alles zugleich? Begründet aus dem Beitrag und aus eigener theologischer Reflexion.

Technische Hinweise:

Der Beitrag ist über die Deutschlandfunk-Mediathek (deutschlandfunk.de) abrufbar und kann dort gestreamt oder heruntergeladen werden. Das Veröffentlichungsdatum (Internationaler Frauentag, 8. März) ist im Unterricht als bewusste redaktionelle Entscheidung thematisierbar.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 4. Der Mensch als Mann und Frau.

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 5. Säkulare Heilsangebote und neue religiöse Bewegungen.

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16.3.2026

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

Anregung

Menschen & Welt ,Religionen

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Lernen über Heterogenität/Inklusion

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