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Bistum Rottenburg Stuttgart

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Der Tabernakel – Die Präsenz Christi im Kirchenraum

Veröffentlichung:1.1.1970

Das ca. 2,5-minütige Video erklärt den Tabernakel als Aufbewahrungsort der geweihten Hostien nach der Eucharistiefeier. Es behandelt die theologische Grundlage (Realpräsenz Christi in den konsekrierten Gaben), die historische Entwicklung (von privater Aufbewahrung hin zum Kirchenmöbel), die Funktion des Tabernakels für die Krankenkommunion (Ziborium), die lateinische Wortherkunft („Zelt"/„Hütte") mit Verweis auf die alttestamentliche Zelttradition sowie die Bedeutung des Ewigen Lichts als Zeichen der Gegenwart Christi.

Das Video „Kirchenraum: Der Tabernakel“ erklärt anschaulich die Bedeutung des Tabernakels in einer katholischen Kirche. Zunächst wird gezeigt, wo sich der Tabernakel gewöhnlich befindet und woran er erkannt werden kann. Anschließend erläutert das Video die Eucharistie und die Wandlung von Brot und Wein. Nach katholischem Glauben ist Jesus Christus in den konsekrierten Hostien wirklich gegenwärtig. Hostien, die während des Gottesdienstes nicht ausgeteilt werden, werden deshalb nicht weggeworfen, sondern in einem besonderen Gefäß, dem Ziborium, im Tabernakel aufbewahrt. Sie können später bei einer Eucharistiefeier verwendet oder kranken Menschen gebracht werden. Das Video erklärt außerdem die Herkunft des Wortes Tabernakel. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Zelt oder Hütte. Er erinnert an die religiöse Tradition des alten Israel und an die Vorstellung von der Wohnung Gottes unter den Menschen. Abschließend wird das ewige Licht vorgestellt. Dieses meist rote Licht zeigt an, dass sich konsekrierte Hostien im Tabernakel befinden. Der Tabernakel ist daher für katholische Gläubige kein gewöhnlicher Schrank, sondern ein besonderer Ort der Gegenwart Christi, des Gebets und der persönlichen Andacht.

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Das Video eignet sich für den Religionsunterricht, um Lernenden die Gestaltung und die religiöse Bedeutung eines katholischen Kirchenraums zu erschließen. Es kann sowohl bei der Einführung in das Thema Kirche als heiliger Raum als auch bei der Beschäftigung mit Eucharistie, Sakramenten, Symbolen und katholischen Glaubensvorstellungen eingesetzt werden. Da das Medium zentrale Begriffe in verständlicher Sprache erklärt, kann es bereits in der Grundschule verwendet werden. In höheren Jahrgangsstufen bietet es einen geeigneten Ausgangspunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Gegenwart Gottes in sichtbaren Zeichen ausgedrückt wird.

Vor dem Ansehen können die Lernenden beschreiben, was sie bereits in einer katholischen Kirche wahrgenommen haben. Bilder von Altar, Ambo, Taufbecken, Kreuz, Tabernakel und ewigem Licht können betrachtet und den jeweiligen Bezeichnungen zugeordnet werden. Die Lehrkraft kann die Aufmerksamkeit besonders auf den Tabernakel lenken und Vermutungen zu seiner Funktion sammeln. Dabei sollten auch Lernende zu Wort kommen, die keine katholische Kirche kennen oder einer anderen Religion beziehungsweise keiner Religion angehören. Unterschiedliche Erfahrungen und Deutungen werden wertschätzend aufgenommen.

Das Video kann zunächst ohne Unterbrechung gezeigt werden, damit die Lernenden einen Gesamteindruck gewinnen. Danach bietet sich eine zweite Betrachtung mit Beobachtungsaufträgen an. Einzelne Gruppen können darauf achten, wo der Tabernakel steht, was darin aufbewahrt wird, welche Bedeutung die gewandelten Hostien besitzen, woher der Name Tabernakel stammt und welche Aufgabe das ewige Licht erfüllt. Die Ergebnisse können anschließend in eigenen Worten wiedergegeben und gemeinsam geordnet werden.

Zur Sicherung können die Lernenden eine beschriftete Zeichnung des Altarraums anfertigen oder wichtige Begriffe in einer Tabelle erklären. Eine mögliche Ordnung umfasst die Begriffe Eucharistie, Hostie, Wandlung, Tabernakel, Ziborium und ewiges Licht. Dabei sollte deutlich werden, dass sich die Bedeutung des Tabernakels aus dem katholischen Verständnis der Eucharistie ergibt. Nach katholischem Glauben endet die Gegenwart Christi nicht mit dem Gottesdienst. Deshalb werden die konsekrierten Hostien mit besonderer Achtung aufbewahrt.

Methodisch eignet sich auch ein Vergleich mit wertvollen Gegenständen und besonderen Aufbewahrungsorten aus dem Alltag. Die Lernenden können überlegen, welche Dinge Menschen sicher und sichtbar würdevoll aufbewahren und warum sie dies tun. Der Vergleich erleichtert den Zugang, darf den Tabernakel jedoch nicht auf einen Tresor oder einen gewöhnlichen Schrank reduzieren. Entscheidend ist seine religiöse Bedeutung als Ort der aufbewahrten Eucharistie und als Zeichen der Gegenwart Christi.

Eine Erkundung einer katholischen Kirche kann das Video sinnvoll ergänzen. Die Lernenden suchen dort den Tabernakel und das ewige Licht, verhalten sich ruhig und nehmen den Raum bewusst wahr. Vor dem Besuch sollten Regeln für einen respektvollen Umgang mit einem sakralen Raum vereinbart werden. Fotografien sollten nur angefertigt werden, wenn dies erlaubt ist. Ein Gespräch mit einer kirchlichen Ansprechperson kann zusätzlich verdeutlichen, welche Rolle der Tabernakel im Gottesdienst, bei der Krankenkommunion und im persönlichen Gebet spielt.

Für eine kreative Vertiefung können die Lernenden einen kurzen Audioguide für den Tabernakel verfassen. Darin erklären sie einem Menschen ohne kirchliche Vorkenntnisse, was zu sehen ist und warum dieser Ort für katholische Gläubige wichtig ist. Alternativ können sie einen inneren Monolog aus der Perspektive einer Person schreiben, die zum ersten Mal das ewige Licht entdeckt. Auch ein Vergleich mit heiligen Orten und Formen der Gegenwart Gottes im Judentum, im evangelischen Christentum oder in anderen Religionen ist möglich. Dabei müssen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sorgfältig dargestellt werden, ohne religiöse Vorstellungen gleichzusetzen.

Bei der Auswertung sollte zwischen einer Beschreibung und einem persönlichen Glaubensbekenntnis unterschieden werden. Lernende müssen die katholische Glaubensüberzeugung verstehen und sachlich erklären können, ohne sie selbst übernehmen zu müssen. Formulierungen wie „Katholische Gläubige glauben“ oder „Nach katholischem Verständnis“ ermöglichen eine respektvolle und zugleich fachlich klare Auseinandersetzung. Abschließend können die Lernenden beurteilen, weshalb der Tabernakel für viele Menschen ein besonderer Ort der Stille, des Gebets und der Nähe Gottes ist.


Fragestellungen zum Video mit Antworten

Wo befindet sich der Tabernakel?

Der Tabernakel befindet sich gewöhnlich im vorderen Bereich einer katholischen Kirche in der Nähe des Altars. Seine genaue Position kann sich je nach Gestaltung des Kirchenraums unterscheiden.

Was wird im Tabernakel aufbewahrt?

Im Tabernakel werden konsekrierte Hostien aufbewahrt, die während einer Eucharistiefeier nicht ausgeteilt wurden.

Was bedeutet die Wandlung von Brot und Wein?

Die Wandlung bezeichnet den Teil der Eucharistiefeier, in dem Brot und Wein durch das Gebet und die Einsetzungsworte konsekriert werden. Nach katholischem Glauben werden sie zum Leib und Blut Christi, auch wenn ihre äußere Gestalt unverändert bleibt.

Warum werden übrig gebliebene Hostien nicht weggeworfen?

Nach katholischem Glauben bleibt Christus in den konsekrierten Hostien gegenwärtig. Deshalb werden sie mit großer Ehrfurcht behandelt und im Tabernakel aufbewahrt

Was ist ein Ziborium?

Ein Ziborium ist ein besonderes Gefäß mit Deckel, in dem die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden. Das Ziborium wird in den Tabernakel gestellt.

Wofür werden die aufbewahrten Hostien benötigt?

Sie können in einer späteren Eucharistiefeier ausgeteilt oder kranken und alten Menschen gebracht werden, die nicht an einem Gottesdienst teilnehmen können.

Woher stammt das Wort Tabernakel?

Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Zelt oder Hütte. Die Bezeichnung erinnert an die Tradition des alten Israel und an die Vorstellung von der Wohnung Gottes unter den Menschen.

Warum befindet sich manchmal ein Vorhang im Tabernakel?

Der Vorhang erinnert an den Eingang eines Zeltes und greift damit die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Tabernakel auf.

Was ist das ewige Licht?

Das ewige Licht ist eine meist rote Lampe oder Kerze in der Nähe des Tabernakels. Es zeigt an, dass sich konsekrierte Hostien im Tabernakel befinden.

Warum beten Menschen vor dem Tabernakel?

Katholische Gläubige glauben, dass Christus in den aufbewahrten Hostien gegenwärtig ist. Deshalb ist der Tabernakel für sie ein besonderer Ort des Gebets, der Stille und der persönlichen Begegnung mit Gott.

Warum ist der Tabernakel kein gewöhnlicher Schrank?

Seine Bedeutung entsteht durch das, was darin aufbewahrt wird. Für katholische Gläubige verweist er auf die wirkliche Gegenwart Christi und wird deshalb besonders würdevoll gestaltet und geschützt.

Welche Botschaft vermittelt das ewige Licht?

Das ewige Licht macht sichtbar, dass die Gegenwart Christi nach katholischem Verständnis nicht auf die Dauer des Gottesdienstes begrenzt ist.


Das Video eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zur Eucharistielehre und zum Kirchenraum, zugleich ermöglicht es einen Brückenschlag zur alttestamentlichen Tradition (Bundeslade, Stiftszelt), was für eine heilsgeschichtliche Perspektive genutzt werden kann. Die Erklärung des Ewigen Lichts als sichtbares Zeichen der Gegenwart Christi bietet einen symbolsprachlichen Zugang, der auch im fächerübergreifenden Kontext mit Kunst oder Philosophie (Symbol, Zeichen) produktiv ist.

Methodisch bietet sich ein Symbolvergleich an: Welche anderen religiösen Traditionen kennen besondere Aufbewahrungsorte für das Heilige (jüdische Aron ha-Kodesch, islamische Gebetsnische)? Dieser Vergleich schärft das Verständnis für die Besonderheit des Tabernakels und schult interreligiöse Kompetenz. Der Hinweis auf die Krankenkommunion öffnet zudem eine pastoraltheologische Dimension, die Lernende mit Gemeindepraxis verbinden können.

Für Lernende mit lebensweltlichem Kirchenbezug (Kommunionunterricht, Messdiensttätigkeit) dürfte das Video bekannte Phänomene neu deuten. Es kann daher auch zur Reflexion eigener Erfahrungen im Gottesdienst eingesetzt werden. Die rhetorische Frage am Beginn (Schränkchen – was ist das?) erzeugt gezielt kognitive Neugier.

Differenzierung: Glossarkarten zu Tabernakel, Ziborium, Ewiges Licht, Reliquie helfen schwächeren Lernenden. Stärkere Lernende können eigenständig Vergleiche zwischen Bundeslade und Tabernakel erarbeiten.


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