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Roswitha Pendl-TodorovicHans NeuholdVeronika FeinerHeinz Finster Kurt ZislerIngrid Hipp

Roswitha Pendl-Todorovic,

Hans Neuhold,

Veronika Feiner,

Heinz Finster ,

Kurt Zisler,

Ingrid Hipp

Wer zeigt mir den Weg? Leben, suchen, fragen

Veröffentlichung:1.1.2017

Die Unterrichtsreihe "Wer zeigt mir den Weg? Leben, suchen, fragen" von Seite sechs bis Seite 23 mit 17 Seiten stammt aus dem Buch fragen und verstehen mit 124 Seiten.

Die erste Einheit führt Lernende an grundlegende Fragen des Lebens und Glaubens heran. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus dem Alltag von Kindern, Fragen nach Gemeinschaft, Freundschaft, Streit, Vertrauen, Identität, Leid, Tod und Gott. Die Einheit begleitet die Figuren Lena, Paul und Vera durch verschiedene Situationen des Zusammenlebens und verbindet diese mit religiösen Fragestellungen und biblischen Texten. Die Lernenden werden dazu eingeladen, über sich selbst nachzudenken, eigene Fragen zu formulieren und Spuren Gottes im Leben zu entdecken. Themen wie Miteinander in der Klasse, persönliche Gefühle, große Lebensfragen und die Suche nach Gott werden kindgerecht dargestellt. Biblische Impulse wie die Begegnung des Nikodemus mit Jesus oder Psalmen schaffen Verbindungen zwischen den Erfahrungen der Lernenden und dem christlichen Glauben. Die Einheit fördert das Staunen, Fragenstellen und Nachdenken über das eigene Leben und die Welt.

Das Medium „fragen und verstehen. Religion VS 3“ ist ein katholisches Religionsbuch für die dritte Schulstufe. Es begleitet die Lernenden mit den Figuren Lena, Vera und Paul durch sieben Themenbereiche. Der erste Bereich beschäftigt sich mit Gemeinschaft, Freundschaft, Streit, Versöhnung, Lebensfragen und der Suche nach Gott. Im zweiten Bereich wird die Josefsgeschichte behandelt. Sie eröffnet Zugänge zu Geschwisterkonflikten, Neid, Schuld, Vergebung und der Erfahrung, auf schwierigen Wegen von Gott begleitet zu sein. Der dritte Bereich stellt Jesus als Zeichen der Nähe Gottes vor und erschließt Advent, Weihnachten, die Seligpreisungen und das Reich Gottes. Im vierten Bereich lernen die Lernenden Jesus in seinem jüdischen Lebensumfeld kennen. Seine Kindheit, die Tora, die Synagoge, jüdische Feste, seine Taufe, sein öffentliches Wirken und seine heilenden Begegnungen werden thematisiert. Der fünfte Bereich behandelt Not, Leid, Tod, Kreuzigung, Auferstehung, Erlösung und Versöhnung. Der sechste Bereich widmet sich dem Heiligen Geist, dem Pfingstfest, der Menschenwürde und dem verantwortlichen Handeln. Im siebten Bereich entdecken die Lernenden Glaubensspuren, Kirchenräume, christliche Gemeinschaft und unterschiedliche Ausdrucksformen des Glaubens. Ein Lexikon erklärt wichtige Begriffe. Geschichten, Bibeltexte, Gebete, Lieder, Bilder, Symbole, kreative Aufgaben und Gesprächsanregungen verbinden religiöses Lernen mit Erfahrungen aus Schule, Familie und Alltag. Wiederkehrende Aufgabenzeichen kennzeichnen Tätigkeiten wie Wahrnehmen, Beschreiben, Verstehen, Deuten, Gestalten, Handeln, Besprechen, Beurteilen, Entscheiden, Informieren und methodisches Arbeiten.

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Das Medium eignet sich besonders für einen lebensweltbezogenen, erfahrungsorientierten und kompetenzorientierten Religionsunterricht in der Grundschule. Die Kapitel können nacheinander bearbeitet, aber auch passend zum Kirchenjahr, zu aktuellen Ereignissen in der Klasse oder zu Fragen der Lernenden ausgewählt werden. Die klare Gliederung und die wiederkehrenden Figuren unterstützen die Orientierung. Lena, Vera und Paul greifen Fragen, Konflikte und Erfahrungen auf, die Lernenden aus ihrem eigenen Leben kennen können. Die Figuren ermöglichen Identifikation, ohne dass persönliche Erlebnisse unmittelbar offengelegt werden müssen.

Für den Einstieg in eine Unterrichtseinheit sollten zunächst Überschrift, Bildgestaltung und Leitfragen betrachtet werden. Die Lernenden äußern Vermutungen zum Thema und bringen vorhandenes Wissen ein. Dabei können sie beschreiben, welche Gefühle, Beziehungen oder religiösen Zeichen sie wahrnehmen. Die Lehrkraft sollte offene Fragen bevorzugen, die unterschiedliche Antworten ermöglichen. Geeignet sind Fragen wie: Was könnte hier geschehen sein? Welche Gedanken bewegen die dargestellten Personen? Welche Frage würdest du ihnen stellen? Wo begegnet dir dieses Thema in deinem eigenen Leben?

Die Erzählungen mit Lena, Vera und Paul können vorgelesen, abschnittsweise gelesen oder als kleines Hörspiel gestaltet werden. Nach dem Lesen empfiehlt sich eine kurze Phase der Stille, damit die Lernenden eigene Gedanken entwickeln können. Anschließend können sie die Perspektive einer Figur übernehmen, einen inneren Monolog formulieren, ein Gespräch fortsetzen oder eine Entscheidung begründen. Auch Standbilder und kleine Spielszenen sind geeignet. Bei Konfliktthemen sollte die Lehrkraft darauf achten, dass die Darstellung nicht in eine bloße Schuldzuweisung mündet. Die Lernenden sollen Gefühle, Bedürfnisse und Handlungsmöglichkeiten aller Beteiligten wahrnehmen.

Das erste Kapitel bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Gestaltung der Klassengemeinschaft. Regeln für ein respektvolles Miteinander können gesammelt, begründet und gemeinsam vereinbart werden. Erfahrungen von Zugehörigkeit, Anderssein, Streit und Versöhnung lassen sich mit Symbolen, Farben oder Gefühlskarten ausdrücken. Persönliche Einträge in den vorgesehenen Schatzkästchen sollten freiwillig bleiben. Sie können Gedanken, Zeichnungen, Gebete oder wichtige Sätze enthalten. Die Lehrkraft sollte deutlich machen, welche Einträge privat bleiben und welche vorgestellt werden dürfen.

Die Josefsgeschichte eignet sich für eine längere Unterrichtsreihe. Ihre einzelnen Stationen können als Erzählweg im Raum angeordnet werden. Tücher, Steine, Figuren, Bilder und Symbole helfen dabei, Aufbruch, Verrat, Gefangenschaft, Bewahrung, Veränderung und Versöhnung sichtbar zu machen. Die Lernenden können an jeder Station festhalten, was Josef erlebt, wie er sich fühlen könnte und worin eine Spur der Begleitung Gottes erkennbar wird. Dabei sollte die Geschichte nicht vorschnell mit der Aussage erklärt werden, jedes Leid sei von Gott geplant. Angemessener ist die Frage, wie Menschen trotz Unrecht und schwieriger Erfahrungen neue Wege finden und Vertrauen entwickeln können.

Bei der Arbeit mit Bibeltexten empfiehlt sich ein wiederkehrendes Verfahren. Zunächst wird der Text langsam gelesen oder erzählt. Danach geben die Lernenden den Inhalt mit eigenen Worten wieder. In einem weiteren Schritt markieren oder sammeln sie wichtige Aussagen, Fragen und Bilder. Erst anschließend erfolgt die religiöse Deutung. Die grüne Gestaltung der Bibeltexte unterstützt ihre Wiedererkennung. Sie sollte jedoch nicht dazu führen, die Texte nur als fertige Antworten zu behandeln. Die Lernenden dürfen nachfragen, widersprechen, staunen und verschiedene Deutungen erproben.

Die Kapitel zu Jesus ermöglichen eine Verbindung von historischem Wissen, biblischer Überlieferung und persönlicher Bedeutung. Die Lernenden können erarbeiten, dass Jesus Jude war, die Tora kannte, jüdische Feste feierte und die Synagoge besuchte. Jüdisches Leben sollte dabei als lebendige Religion und nicht nur als Vorgeschichte des Christentums dargestellt werden. Begriffe wie Tora, Sabbat, Synagoge und Bar Mizwa können mithilfe des Lexikons, geeigneter Gegenstände und zusätzlicher Bilder erschlossen werden. Respekt vor jüdischen Traditionen und die Vermeidung vereinfachender Gegenüberstellungen sind besonders wichtig.

Die Seligpreisungen und die Erzählungen von Heilungen eröffnen Zugänge zur Botschaft vom Reich Gottes. Die Lernenden können untersuchen, wie Jesus ausgegrenzten, kranken, armen oder traurigen Menschen begegnet. Sie formulieren, was sich für diese Menschen verändert und welche Zeichen einer gerechteren Welt heute sichtbar werden können. Bei Heilungserzählungen sollte vermieden werden, Krankheit als Folge mangelnden Glaubens darzustellen. Der Schwerpunkt kann auf Zuwendung, Würde, Gemeinschaft und neuer Hoffnung liegen.

Die Abschnitte zu Advent und Weihnachten lassen sich in die Gestaltung des Kirchenjahres einbeziehen. Adventwege, Hoffnungssterne, Lichter, Gebete und kleine Rituale können den Unterricht begleiten. Dabei sollte die Weihnachtsgeschichte nicht ausschließlich als vertraute Festgeschichte behandelt werden. Die Lernenden können nach Hoffnung, Armut, Macht, Vertrauen und Gottes Nähe fragen. Das Magnificat Marias bietet einen Zugang zu einer Welt, in der gesellschaftliche Verhältnisse verändert und benachteiligte Menschen aufgerichtet werden.

Die Behandlung von Leid, Kreuz und Tod erfordert besondere Sensibilität. Lernende bringen unterschiedliche Erfahrungen mit Krankheit, Verlust und Trauer mit. Niemand sollte zur Mitteilung persönlicher Erlebnisse gedrängt werden. Geschichten, Symbole und vorbereitete Beispielsituationen schaffen einen geschützten Abstand. Klageworte und Psalmen können zeigen, dass Zweifel, Angst und Wut im Glauben ausgesprochen werden dürfen. Die Auferstehung sollte nicht als einfache Auflösung allen Leids vermittelt werden. Sie kann als christliche Hoffnung erschlossen werden, dass Tod und Unrecht nicht das letzte Wort behalten.

Für die Beschäftigung mit dem Heiligen Geist eignen sich Bilder wie Atem, Wind, Feuer, Kraft und Mut. Die Lernenden können diese Symbole wahrnehmen, gestalten und auf Erfahrungen von Ermutigung beziehen. Das Pfingstereignis lässt sich erzählen, in Bewegung umsetzen oder mit verschiedenen Sprachen verbinden. Anschließend kann gefragt werden, wodurch Gemeinschaft entsteht und was Menschen befähigt, für andere einzutreten. Die Verbindung von Geist Gottes und verantwortlichem Handeln schützt das Thema vor einer rein abstrakten Behandlung.

Die Kapitel zu Kirche und Glaubensspuren können durch Erkundungen ergänzt werden. Bei einem Kirchenbesuch suchen die Lernenden Symbole, Bilder, Orte und Gegenstände. Sie dokumentieren ihre Entdeckungen mit Skizzen oder Notizen und klären deren Bedeutung. Regeln für ein respektvolles Verhalten sollten zuvor gemeinsam vereinbart werden. Auch Glaubensspuren außerhalb eines Kirchengebäudes können einbezogen werden, etwa Wegkreuze, Gedenkorte, soziale Einrichtungen, Feste, Musik und Formen gelebter Solidarität.

Die zahlreichen kreativen Aufgaben sollten stets mit einer Phase der sprachlichen oder religiösen Reflexion verbunden werden. Ein Bild, ein Symbol oder ein gestalteter Gegenstand ist nicht nur ein schönes Ergebnis, sondern Ausdruck einer persönlichen Deutung. Nach einer Gestaltungsphase können die Lernenden erklären, welche Farben und Symbole sie gewählt haben. Wer nicht sprechen möchte, kann einen kurzen Begleittext verfassen oder das Werk ohne persönliche Erläuterung zeigen.

Lieder und Gebete können den Unterricht eröffnen, vertiefen oder abschließen. Vor dem gemeinsamen Beten sollte transparent sein, ob es sich um eine Einladung zum persönlichen Vollzug oder um die Betrachtung eines religiösen Textes handelt. Lernende mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Hintergründen sollen respektvoll teilnehmen können, ohne zu einem Bekenntnis verpflichtet zu werden. Eigene Gebete können als Bitte, Dank, Klage oder Lob formuliert werden. Alternativ können Lernende Wünsche, Hoffnungen und Gedanken ausdrücken.

Zur Differenzierung können Texte vorgelesen, sprachlich vereinfacht oder in Sinnabschnitte gegliedert werden. Lernende mit stärkerer Lesekompetenz können Begriffe im Lexikon recherchieren, Bibelstellen vergleichen oder weiterführende Fragen bearbeiten. Andere Lernende können Inhalte durch Bilder, Symbole, Satzanfänge, Rollenspiele und mündliches Erzählen erschließen. Partnerarbeit und Lerntandems unterstützen das gemeinsame Verstehen.

Für die Ergebnissicherung eignet sich ein persönliches Religionsheft oder Lerntagebuch. Nach einer Unterrichtssequenz halten die Lernenden fest, was sie entdeckt haben, welche Frage offenbleibt und welcher Gedanke für sie bedeutsam ist. Ebenso können Kapitelplakate, Symbolkarten, ein wachsendes Begriffslexikon oder eine gemeinsame Fragenwand entstehen. Die Aufgabenzeichen des Buches können dabei als Struktur dienen und den Lernenden bewusst machen, ob sie gerade wahrnehmen, deuten, gestalten, urteilen oder handeln.

Die Lernentwicklung sollte nicht ausschließlich über abrufbares Wissen beurteilt werden. Ebenso bedeutsam sind die Fähigkeit, Fragen zu formulieren, einen Bibeltext zu erschließen, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, religiöse Symbole zu deuten und ein eigenes Urteil nachvollziehbar zu begründen. Persönlicher Glaube darf nicht bewertet werden. Bewertbar sind dagegen fachliches Wissen, sorgfältiges Arbeiten, sachgerechte Deutung, respektvolle Gesprächsführung und die Qualität einer Begründung.

Das Medium bietet zahlreiche Möglichkeiten für einen dialogischen Religionsunterricht. Die Lehrkraft sollte nicht jede religiöse Frage abschließend beantworten, sondern die Lernenden beim Fragen, Wahrnehmen und Deuten begleiten. Dadurch wird der Titel „fragen und verstehen“ zum methodischen Leitgedanken: Verstehen entsteht nicht durch das bloße Übernehmen fertiger Aussagen, sondern durch Begegnung, Gespräch, Erprobung, Reflexion und die Verbindung religiöser Überlieferungen mit dem eigenen Leben.


Besonders geeignet sind Gesprächskreise und Erzählrunden, in denen Lernende eigene Erfahrungen, Fragen und Gedanken einbringen können. Die lebensnahen Geschichten von Lena, Paul und Vera ermöglichen Identifikation und eröffnen zahlreiche Gesprächsanlässe zu Freundschaft, Konflikten, Angst, Hoffnung und Gemeinschaft. Bilder, Gedichte, Psalmen und Liedtexte fördern die emotionale und kreative Auseinandersetzung mit religiösen Themen. Lehrkräfte können mit Methoden wie Rollenspiel, Standbildern, Partnergesprächen oder kreativen Schreibaufgaben arbeiten, um Gefühle und Gedanken sichtbar zu machen. Besonders gewinnbringend ist das Gestalten von Fragewänden, Lerntagebüchern oder Schatzkästchen, in denen Lernende persönliche Gedanken, Gebete oder Zeichnungen sammeln können. Die Einheit eignet sich auch für philosophische Gespräche über große Lebensfragen wie Woher komme ich, Wozu bin ich auf der Welt oder Warum gibt es Leid und Tod. Durch kreative Methoden wie Collagen, ABC Gedichte, Symbolarbeit oder Emotionskarten werden unterschiedliche Lernzugänge ermöglicht. Die Verbindung von persönlichen Erfahrungen mit biblischen Texten unterstützt die Entwicklung religiöser Sprachfähigkeit und stärkt die Fähigkeit zur Reflexion. Die Einheit fördert soziales Lernen und respektvollen Umgang miteinander und eignet sich besonders gut für inklusive Lernsettings, da viele Aufgaben offen gestaltet sind und individuell bearbeitet werden können. Rituale, Gebete und musikalische Elemente schaffen zusätzlich eine ruhige und vertrauensvolle Lernatmosphäre.



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