RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
AKD

AKD

Kirche in der DDR

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsreihe „Kirche in der DDR“ mit 88 Seiten bietet einen umfassenden Überblick über die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR zwischen Anpassung, Widerstand und gesellschaftlicher Verantwortung. Das Medium verbindet historische Beiträge, Zeitzeugenperspektiven, Unterrichtsanregungen sowie Materialien und Medienhinweise. Thematisiert werden unter anderem die Formel der „Kirche im Sozialismus“, die Friedensbewegung, die Blues Messen, die Friedliche Revolution sowie das Verhältnis von Kirche, Staat und Staatssicherheit. Darüber hinaus enthält das Heft konkrete Unterrichtssequenzen, methodische Zugänge und zahlreiche Materialien für den Religionsunterricht. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von historischer Information, theologischer Reflexion und didaktischer Praxis.

Das Medium ist ein umfangreiches religionspädagogisches Sonderheft zum Thema „Kirche in der DDR“ und richtet sich insbesondere an den evangelischen Religionsunterricht in den Sekundarstufen I und II. Es verbindet historische Sachinformationen mit theologischen Fragestellungen, konkreten Unterrichtsbeispielen, Arbeitsmaterialien und Hinweisen auf weiterführende Medien. Dabei wird bewusst kein vollständiger Überblick über die Geschichte der DDR angestrebt. Vielmehr eröffnet das Medium unterschiedliche Zugänge zur Rolle der evangelischen Kirche in der sozialistischen Gesellschaft und bietet Anregungen für die unterrichtliche Auseinandersetzung. Thematisiert werden unter anderem das spannungsreiche Verhältnis zwischen Staat und Kirche, die Formel „Kirche im Sozialismus“, die gesellschaftliche Ausgrenzung christlichen Lebens, die Bluesmessen, die Friedliche Revolution, die Staatssicherheit, der Umgang mit der Vergangenheit sowie Jugendweihe und Konfirmation. Ergänzend stehen Unterrichtssequenzen, Materialien, Literaturhinweise, Filme und digitale Unterrichtsmedien zur Verfügung. Eine Chronologie macht wichtige Entwicklungen sichtbar, beispielsweise das Verbot des Religionsunterrichts in Schulräumen im Jahr 1953, die Einführung der Jugendweihe 1954 und die Auseinandersetzungen um die Junge Gemeinde. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Frage, wie Christinnen und Christen unter den Bedingungen einer Diktatur ihren Glauben leben, Gewissensentscheidungen treffen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen konnten.

Products

Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten, historisches Lernen mit theologischer und ethischer Urteilsbildung zu verbinden. Ausgangspunkt sollte nicht ausschließlich die Vermittlung historischen Wissens sein. Vielmehr können die Lernenden danach fragen, was Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit, christliches Bekenntnis und gesellschaftliche Verantwortung unter den Bedingungen eines weltanschaulich geprägten Staates bedeuten. Besonders geeignet ist die Arbeit mit konkreten Konfliktsituationen. Am Verhältnis von Jugendweihe und Konfirmation lässt sich beispielsweise erarbeiten, wie staatliche Erwartungen, persönliche Überzeugungen, familiäre Entscheidungen und religiöse Bindungen miteinander in Konflikt geraten konnten. Das Medium beschreibt ausdrücklich den möglichen persönlichen Bekenntniskonflikt von Jugendlichen und verdeutlicht zugleich, dass die Einführung der Jugendweihe Teil der sozialistischen Gesellschaftspolitik war. Methodisch kann diese Thematik über Fallarbeit erschlossen werden. Die Lernenden versetzen sich in die Situation eines Jugendlichen, der zwischen Jugendweihe und Konfirmation entscheiden muss, sammeln mögliche Beweggründe und Konsequenzen und formulieren anschließend eine begründete Entscheidung. Das Medium schlägt hierzu unter anderem Partnerarbeit, Präsentationen und ein anschließendes Unterrichtsgespräch vor. Auf diese Weise wird historische Distanz mit Perspektivübernahme verbunden. Zugleich sollte darauf geachtet werden, Entscheidungen von Menschen in der DDR nicht vorschnell aus heutiger Perspektive zu beurteilen. Die Lernenden benötigen Informationen über politische Zwänge, gesellschaftliche Erwartungen und mögliche persönliche Folgen, bevor sie Handlungen bewerten. Besonders ergiebig ist ein Vergleich verschiedener Quellen. Staatliche Dokumente, kirchliche Stellungnahmen und persönliche Erinnerungen können nebeneinandergestellt und auf ihre jeweiligen Interessen, Wertvorstellungen und Menschenbilder untersucht werden. So lässt sich etwa die Jugendweihe als weltanschauliches Ritual mit der Konfirmation als christlichem Bekenntnis vergleichen. Das Medium macht deutlich, dass gerade an diesen beiden Ritualen die weltanschauliche Frontstellung zwischen dem Staat und den evangelischen Kirchen sowie die sozialistische Erziehungspolitik nachvollzogen werden können. Darüber hinaus eignet sich die Formel „Kirche im Sozialismus“ für eine anspruchsvollere Urteilsaufgabe. Die Lernenden können unterschiedliche Positionen zwischen Anpassung, Kooperation, kritischer Begleitung und Widerstand untersuchen und diskutieren, welche Handlungsmöglichkeiten Kirche innerhalb einer Diktatur besitzt. Ebenso kann gefragt werden, wann Kompromisse notwendig sind und wann sie die eigene Glaubwürdigkeit gefährden. Einen weiteren Zugang eröffnet die Friedliche Revolution. Hier können Friedensgebete, kirchliche Räume und das Engagement christlicher Gruppen mit den Themen Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Bewahrung der Schöpfung verbunden werden. Die Bluesmessen wiederum ermöglichen einen lebensweltlich orientierten Zugang über Jugendkultur, Musik, Protest, Hoffnung und Freiheit. Für die methodische Gestaltung bieten sich Quellenarbeit, Gruppenpuzzle, Stationenarbeit, Rollengespräch, Schreibgespräch, Perspektivwechsel, Podiumsgespräch und begründete Urteilsbildung an. Filmisches Material sollte mit konkreten Beobachtungsaufträgen verbunden werden. Das Medium empfiehlt beispielsweise, Beobachtungsfragen zu verteilen, Ergebnisse anschließend in Kleingruppen zusammenzuführen und daraus gemeinsam ein Tafelbild zu entwickeln. Ebenso bietet sich außerschulisches Lernen an. Vorgeschlagen wird der Besuch eines historischen Ortes, eines Museums oder einer Gedenkstätte, wobei die Lernenden in Kleingruppen unterschiedliche Arbeitsaufträge bearbeiten und ihre Ergebnisse anschließend präsentieren können. Religionspädagogisch sollte die historische Auseinandersetzung schließlich immer wieder in gegenwärtige Fragen münden: Welche Bedeutung besitzt Religionsfreiheit heute? Wie weit darf ein Staat Weltanschauungen beeinflussen? Was bedeutet Gewissensfreiheit? Wann verlangt der christliche Glaube Widerspruch? Welche Verantwortung trägt Kirche gegenüber Staat und Gesellschaft? Was gibt Menschen Mut, sich gegen Unrecht einzusetzen? Dadurch wird die DDR Geschichte nicht lediglich als abgeschlossene Vergangenheit behandelt, sondern zum Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Glauben, Freiheit, Menschenwürde, Verantwortung und demokratischem Zusammenleben.


Die Unterrichteinheit eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und II innerhalb der Themenbereiche Kirche, Verantwortung, Freiheit, Diktatur und Friedensethik. Die Beiträge ermöglichen eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und fördern die Frage nach dem gesellschaftlichen Auftrag von Kirche und Glauben. Im Unterricht kann das Heft sowohl arbeitsteilig als auch projektorientiert eingesetzt werden. Einzelne Texte eignen sich zur Quellenarbeit, zur Analyse kirchlicher Positionen sowie zur Diskussion ethischer Fragestellungen. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit biografischem Lernen, etwa anhand von Personen wie Oskar Brüsewitz, Heino Falcke oder Rainer Eppelmann. Ebenso bieten die dargestellten Blues Messen einen lebensweltlichen Zugang zur Jugendkultur in der DDR. Methodisch lassen sich Gruppenarbeiten, Rollenspiele, Debatten, Placemat Methoden oder die Erstellung von Zeitstrahlen einsetzen. Auch eine Verknüpfung mit historischen Fächern oder politischer Bildung ist sinnvoll möglich. Die enthaltenen Materialien und Chronologien erleichtern eine differenzierte Unterrichtsgestaltung und fördern historisches Lernen sowie Urteilsbildung. Das Medium unterstützt Lernende dabei, die Bedeutung von Freiheit, Zivilcourage, Glauben und gesellschaftlicher Verantwortung zu reflektieren.


Material:

Die Unterrichtseinheit eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und II innerhalb der Themenbereiche Kirche, Verantwortung, Freiheit, Diktatur und Friedensethik. Die Beiträge ermöglichen eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und fördern die Frage nach dem gesellschaftlichen Auftrag von Kirche und Glauben. Im Unterricht kann das Heft sowohl arbeitsteilig als auch projektorientiert eingesetzt werden. Einzelne Texte eignen sich zur Quellenarbeit, zur Analyse kirchlicher Positionen sowie zur Diskussion ethischer Fragestellungen. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit biografischem Lernen, etwa anhand von Personen wie Oskar Brüsewitz, Heino Falcke oder Rainer Eppelmann. Ebenso bieten die dargestellten Blues Messen einen lebensweltlichen Zugang zur Jugendkultur in der DDR. Methodisch lassen sich Gruppenarbeiten, Rollenspiele, Debatten, Placemat Methoden oder die Erstellung von Zeitstrahlen einsetzen. Auch eine Verknüpfung mit historischen Fächern oder politischer Bildung ist sinnvoll möglich. Die enthaltenen Materialien und Chronologien erleichtern eine differenzierte Unterrichtsgestaltung und fördern historisches Lernen sowie Urteilsbildung. Das Medium unterstützt Lernende dabei, die Bedeutung von Freiheit, Zivilcourage, Glauben und gesellschaftlicher Verantwortung zu reflektieren.

Das Sonderheft enthält zahlreiche Materialien und Unterrichtsanregungen, die unterschiedliche Zugänge zur Geschichte der Kirche in der DDR eröffnen. Die Materialien verbinden historische Informationen, biografische Zugänge, Quellenarbeit und ethische Fragestellungen miteinander. Im Unterricht werden dabei sowohl sachbezogene Kompetenzen als auch Urteilsfähigkeit und Perspektivwechsel gefördert.

Die Unterrichtssequenz „Kirche in der DDR. Eine Unterrichtssequenz in einer 9. Klasse“ zeigt exemplarisch, wie Lernende die Rolle der Kirche innerhalb der DDR Gesellschaft erarbeiten. Dabei analysieren sie historische Quellen, beschäftigen sich mit Formen von Anpassung und Widerstand und reflektieren die Bedeutung von Freiheit und Glauben unter diktatorischen Bedingungen. Im Unterricht werden Diskussionen geführt, Gruppenarbeiten durchgeführt und historische Ereignisse mithilfe von Zeitstrahlen erschlossen. Ziel ist es, historische Zusammenhänge nachvollziehbar zu machen und die Bedeutung von Zivilcourage zu thematisieren.

Das Material „Fürchtet euch nicht Christen in der DDR. Die Arbeit mit einer didaktischen DVD“ arbeitet mit filmischen Zugängen. Lernende setzen sich anhand von Dokumentationen, Interviews und Zeitzeugenberichten mit dem Alltag von Christinnen und Christen in der DDR auseinander. Im Unterricht werden Filmszenen analysiert, Eindrücke gesammelt und anschließend reflektiert. Die audiovisuelle Darstellung erleichtert emotionale Zugänge und unterstützt besonders Lernende, die stärker über Bilder und Geschichten lernen. Gespräche über Angst, Mut, Anpassung und Widerstand stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Unterrichtseinheit „Ja das geloben wir! Jugendweihe in der DDR als Thema des Religionsunterrichts“ beschäftigt sich mit der Jugendweihe als staatlichem Gegenmodell zu kirchlichen Feiern wie der Konfirmation. Lernende vergleichen Rituale, Symbole und Werte der Jugendweihe mit christlichen Segenshandlungen. Dabei wird deutlich, wie der Staat versuchte, religiöse Bindungen durch sozialistische Rituale zu ersetzen. Im Unterricht können Rollenspiele, Vergleiche von Texten und Symbolanalysen eingesetzt werden. Die Lernenden reflektieren dabei die Bedeutung von Ritualen für Identität und Gemeinschaft.

Der Abschnitt „Kirche in der DDR Materialien und Anregungen“ enthält vielfältige Arbeitsmaterialien, Quellen, methodische Hinweise und thematische Impulse. Dazu gehören Chronologien, historische Dokumente, Aufgabenstellungen und Vorschläge für Unterrichtsgespräche. Im Unterricht können diese Materialien flexibel genutzt werden, etwa für Stationenlernen, Gruppenpuzzle, Projektarbeit oder Quellenanalysen. Besonders hilfreich ist die Verbindung von historischen Fakten mit ethischen und theologischen Fragestellungen.

Im Bereich „Digitale Unterrichtsmedien für den Religionsunterricht zum Thema DDR“ werden digitale Angebote vorgestellt, die ergänzend eingesetzt werden können. Dazu zählen Internetseiten, digitale Archive und multimediale Lernangebote. Im Unterricht recherchieren Lernende eigenständig, analysieren digitale Quellen oder erstellen Präsentationen zu einzelnen Themenbereichen. Dadurch wird zugleich Medienkompetenz gefördert.

Die vorgestellten Filme in der Medienzentrale ermöglichen einen lebensnahen Zugang zur DDR Geschichte. Filme und Dokumentationen können im Unterricht zur Einführung, Vertiefung oder Reflexion eingesetzt werden. Besonders geeignet sind sie für Gesprächsanlässe über persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Zwänge und die Rolle der Kirche während der Friedlichen Revolution. Lernende analysieren dabei filmische Darstellungen und vergleichen diese mit historischen Quellen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.