Der Artikel beschreibt zunächst, dass Wunder im Koran vor allem im Kontext von Auseinandersetzungen vorkommen, zuerst mit den polytheistischen Gegnern in Mekka und später auch im Streit mit christlichen Theologen. Die Gegner Mohammeds verlangen nach Zeichen, etwa nach einem Engel als Bestätigung seiner Sendung. Der Koran reagiert darauf ablehnend und macht deutlich, dass Gott den Glauben fordert und das Verlangen nach einem Beweis zurückweist. Würde ein Engel herabgesandt, wäre die Entscheidung bereits gefallen und es gäbe keinen Aufschub mehr. Der Koran betont zudem, dass selbst geschehene Zeichen viele nicht überzeugen würden, weil sie sie als Zauberei abtun. Damit wird der Unglaube nicht Gott zugeschrieben, sondern der mangelnden Einsicht der Menschen. Gleichzeitig verweist der Text darauf, dass der Koran die Schöpfung selbst als große Zeichenwirklichkeit versteht. Wer auf die Zeichen Gottes in der Natur schaut, kann darin Macht, Güte und Weisheit des Schöpfergottes erkennen. Die Schöpfung ist so gesehen eine Art Wunder und Gottesbeweis. In ähnlicher Weise gilt die Offenbarung im Wort, der Koran, als das eigentliche Beglaubigungswunder. Seine Sprache und sein Inhalt seien für Menschen unnachahmlich. Diese Lehre von der Unnachahmlichkeit wurde zu einem zentralen Dogma und spielte in apologetischen Debatten eine wichtige Rolle, besonders dort, wo Christen Mohammeds Sendung wegen angeblich fehlender Wunder in Frage stellten.
Im zweiten Teil stellt der Artikel Jesus als Wundertäter im Koran vor. Der Koran überliefert mehrere Wundertaten Jesu, die teils an neutestamentliche Erzählungen erinnern und teils Parallelen zu apokryphen christlichen Traditionen aufweisen. Genannt werden das Sprechen Jesu in der Wiege, Heilungen von Blinden und Aussätzigen, Totenerweckungen sowie das Wunder, einen Vogel aus Ton zu formen und lebendig zu machen. Entscheidend ist dabei die koranische Perspektive, dass diese Taten nicht aus eigener Macht Jesu kommen, sondern nur mit Gottes Erlaubnis geschehen. Auch die Erschaffung Jesu selbst wird als wunderhaft beschrieben, weil sie durch Gottes Wort ohne menschliche Zeugung geschieht. Eine weitere Wundererzählung handelt davon, dass Jesus für seine Jünger einen Tisch vom Himmel herabkommen lässt, was in der Deutung umstritten ist und an verschiedene biblische Motive erinnern kann, etwa Brotvermehrung, letztes Mahl oder Manna.
Abschließend erklärt der Artikel, wie Wunder in islamischer Theologie und Volksfrömmigkeit verstanden werden. In der klassischen Theologie sind Wunder Ausdruck der Allmacht Gottes. Sie gelten nicht als Außerkraftsetzung von Naturgesetzen, sondern als Abweichen Gottes von seiner gewohnten Handlungsweise. Obwohl der Koran als eigentliches Wunder gilt und Zeichenforderungen kritisch bewertet werden, spielen Wunder in der Volksfrömmigkeit eine große Rolle. Genannt werden Wunder Mohammeds wie Nachtreise und Himmelsreise, die Deutung der Mondspaltung als Sendungsbestätigung sowie Wunderberichte in der Prophetentradition, die Heilungen und Mehrungen erzählen. Zudem wird die verbreitete Verehrung von Heiligen und Sufis beschrieben, denen Fruchtbarkeits, Speisungs und Heilungswunder zugeschrieben werden. Diese Wunder werden im Verständnis vieler Gläubiger als Gnadenerweise Gottes gedeutet, auch wenn die offizielle Theologie eine Heiligenverehrung eher ablehnt.