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Eulenfisch

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Die Basilika St. Peter ist eine Pfingstkirche

Veröffentlichung:1.1.2011

Der Artikel ist im Heft ru heute unter dem Titel „Die Basilika St. Peter ist eine Pfingstkirche“ enthalten. Der Beitrag von Joseph Kardinal Ratzinger Benedikt XVI. umfasst 2 Seiten. Der Text ist ein meditativ geistlicher Brief an die Frankfurter Domgemeinde und deutet den Petersdom als Ort des Glaubens, der Kirchengeschichte und der Gegenwart Gottes. Behandelt werden dabei vor allem theologische Fragen nach der Kirche als Gemeinschaft der Heiligen, nach der Bedeutung von Petrus, nach der Gegenwart Christi in den Sakramenten, nach der Rolle des Heiligen Geistes für die Kirche, nach Eucharistie, Beichte, Auferstehung und kirchlicher Einheit.

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Der Text ist als geistlicher Brief an die Frankfurter Domgemeinde formuliert und nimmt den Petersdom in Rom zum Ausgangspunkt einer theologischen Betrachtung über Kirche, Glauben und Heiligen Geist. Benedikt XVI. beschreibt zunächst seine persönliche Nähe zur Peterskirche, die er täglich vor Augen hat. In der stillen Kirche erfährt er nicht nur die Größe des Bauwerks, sondern vor allem die Gegenwart der Jahrhunderte und die Kontinuität des Glaubens. Vergangenheit und Gegenwart, verschiedene Kulturen und Sprachen sowie die Glaubenszeugnisse vieler Generationen werden in diesem Raum als lebendige Einheit erfahrbar.

Ein zentrales Motiv ist das Grab des Apostels Petrus. Der Autor erinnert daran, dass unter dem gewaltigen Petersdom das Grab eines einfachen und gedemütigten Fischers liegt, der als Zeuge Christi gestorben ist. Gerade dieser Gegensatz zwischen dem armen Grab und der monumentalen Basilika wird zum theologischen Zeichen. Er zeigt, dass der christliche Glaube weltliche Machtverhältnisse übersteigt und dass Christus der wahre Herr der Geschichte ist. Der Petersdom erscheint so als gebautes Bekenntnis zur Auferstehung und zur bleibenden Kraft der Kirche.

Dann weitet der Text den Blick auf die Kirche als Gemeinschaft der Heiligen. Die vielen Bildwerke im Petersdom verweisen auf die Heiligen aller Zeiten. In ihnen zeigt sich nach Benedikt XVI. das eine göttliche Licht in vielen verschiedenen Gestalten. Kein einzelner Mensch kann die Fülle Gottes ganz aufnehmen, aber alle Heiligen zusammen lassen etwas von Gottes Herrlichkeit sichtbar werden. Die Heiligen werden dadurch zu Vorbildern und Begleitern des Glaubens. An Augustinus zeigt der Autor, dass Menschen durch das Zeugnis anderer Heiliger den Mut finden können, sich dem Glauben anzuvertrauen. So werden die Heiligen als Helfer des Glaubens und als Menschen des Alltags vorgestellt, die auch heutigen Gläubigen Hoffnung geben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gegenwart Christi im sakramentalen Leben der Kirche. Benedikt XVI. betont, dass der Petersdom nur deshalb kein Museum ist, weil Christus selbst in ihm gegenwärtig ist. Besonders die Sakramentskapelle, die Altäre und die Beichtstühle sind Ausdruck dieser lebendigen Gegenwart. In der Eucharistie und im Bußsakrament begegnen Menschen dem Herrn, bringen ihm ihre Schuld und empfangen Vergebung und Heilung. Der Autor hebt hervor, dass gerade die Beichte eine konkrete Möglichkeit ist, Belastungen des Lebens vor Gott zu tragen und einen neuen Anfang zu finden.

Den Höhepunkt der Betrachtung bildet das Chorfenster mit der Darstellung des Heiligen Geistes. Dieses Fenster deutet Benedikt XVI. als Sinnbild für das Wesen der Kirche. Kirche ist wie ein Fenster, durch das Gottes Licht in die Welt hinein scheinen kann. Sie ist nicht auf sich selbst bezogen, sondern öffnet die Welt für das göttliche Geheimnis. Dadurch wird der Petersdom nicht nur als Zeichen der Auferstehung, sondern auch als Pfingstkirche verstanden. Kirche entsteht immer neu durch das Wirken des Heiligen Geistes, der die Gemeinschaft der Glaubenden schafft und verwandelt.

Unter dem Fenster steht die Cathedra Petri, die der Autor ebenfalls deutet. Sie verweist auf den Vorsitz der Liebe, von dem Ignatius von Antiochien spricht. Der Heilige Geist schafft Liebe und baut dadurch Kirche auf. Diese Liebe bleibt nicht bloß Gefühl, sondern wird in der Eucharistie zur konkreten Gemeinschaft im Leib Christi. Zugleich ist die Cathedra ein Zeichen für die lehrende Autorität des Petrusdienstes. Einheit der Kirche bedeutet daher nicht nur Gemeinschaft, sondern auch gemeinsamen Glauben an Christus.

Am Ende verbindet Benedikt XVI. den Heiligen Geist mit Freude. Die Engel um das Fenster herum erscheinen wie ein Chor der Freude und der Erlösung. Wo der Heilige Geist wirkt, leuchtet selbst in den Nöten der Welt Gottes Freude auf. Der Brief endet deshalb mit einem Pfingstwunsch an die Gemeinde, dass diese Freude sie berühren und zu Zeugen des Auferstandenen machen möge.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.4 Kirche im Wandel der Zeit.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 4. Das Selbstverständnis von Kirche und sein Wandel unter dem Anspruch und der Herausforderung durch die Moderne.

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