Christine Funk analysiert die Etablierung des neuen Zentralinstituts für Katholische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin als historisch bedeutsam für die Präsenz der Katholischen Kirche an der ältesten Universität der Stadt. Sie würdigt die parallele Entstehung islamischer Theologien und betont die Chancen interfaith-theologischer Zusammenarbeit. Allerdings kritisiert sie scharf die fehlende explizite Verankerung der Religionspädagogik in den neu ausgeschriebenen Professuren – obwohl ein Lehramtsstudium geplant ist und sich die Bedarfe religiöser Bildung rasant verändern. Funk argumentiert, dass gerade Juniorprofessuren in Praktischer Theologie nicht die notwendige Breite an religionspädagogischer Expertise abdecken können. Sie plädiert für systematische Kooperationen mit islamischer, evangelischer und jüdischer Religionspädagogik sowie mit Bildungswissenschaften zur Entwicklung kooperativer Unterrichtsmodelle in pluralen Settings. Weiterhin hinterfragt Funk die hochfliegenden Rhetorik-Formulierungen wie „Leuchtturm-Funktion" und „Dialog mit säkularen Wissenschaften" kritisch, da sie kirchenamtliche Aufmerksamkeitsdefizite gegenüber theologischen Forschungsergebnissen verdecken. Sie thematisiert exemplarisch Lehrbeanstandungsverfahren gegen progressive Theologen (Pfürtner, Drewermann, Ammicht-Quinn, Farley) und zeigt, dass der geforderte Dialog mit säkularen Wissenschaften auch eine binnenkirchliche Veränderung von Kommunikationspraktiken erfordert. Abschließend wirbt Funk für theologische Perspektiven auf Biographie, relationales Gottdenken und ökologische Theologie als zukunftsweisende Ansätze an der neuen Berliner Einrichtung.