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Hans MendlReligionspädagogische Beiträge

Hans Mendl,

Religionspädagogische Beiträge

Blinde Flecken

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel bietet eine umfassende kritische Analyse der Geschichte der Zeitschrift "Religionspädagogische Beiträge" seit ihrer Gründung 1978. Mendl untersucht systematisch Themenschwerpunkte, Lücken in der Forschungsabdeckung und strukturelle Besonderheiten der Publikation vor dem Hintergrund der deutschsprachigen katholischen Religionspädagogik.

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Hans Mendl, Professor für Religionspädagogik an der Universität Passau, analysiert in diesem Artikel die Geschichte und Entwicklung der Zeitschrift "Religionspädagogische Beiträge" (RpB) von ihrer Gründung 1978 bis 2020. Der Artikel verfolgt das Ziel, "blinde Flecken" – also Desiderata und Lücken – der Religionspädagogik im Spiegel dieser Publikation auszumachen. Nach einleitenden methodischen Reflexionen zu den Schwierigkeiten einer solchen Rückschau untersucht Mendl folgende Hauptaspekte: (1) Themen und Handlungsorte: Die RpB konzentriert sich stark auf fachwissenschaftliche Grundsatzfragen und fachdidaktische Fragestellungen zum Religionsunterricht. Außerschulische Lernorte, Kirchengeschichtsdidaktik, Spiritualität und die Praxis von Religion bleiben unterrepräsentiert. (2) Zeitliche Aspekte: Gewisse Themen wie Interreligiosität, Kindertheologie, Elementarpädagogik und empirische Forschung werden reichlich spät aufgegriffen. (3) Schulartspezifische Schwerpunkte: Während die Sekundarstufe dominiert, werden Berufsschulen und Sonderschulen lange vernachlässigt. (4) Lehrerbildung: Die erste und dritte Phase werden stärker behandelt als die zweite Phase der Lehrerausbildung. (5) Forschungshorizont und Internationalisierung: Lange Zeit dominierte eine Binnensicht auf deutschsprachige Religionspädagogik; internationale Perspektiven werden erst später systematisch integriert. (6) Konfessionalität: Die RpB ist deutlich katholisch geprägt, was zu einem "Zitierungskartell" führt; ökumenische Perspektiven entstehen erst spät. Mendl identifiziert zudem Defizite bei forschungsstrategischen Fragen (Peer Review, Rankings, Drittmittel, Nachwuchsförderung), die in der Zeitschrift kaum thematisiert werden. Bezüglich der Streitkultur stellt er fest, dass es zwar dialogische Formate gibt, diese aber selten zu kontroversen Diskursen führen. Abschließend betont er, dass die RpB ein von handelnden Personen geprägtes System ist und dass nicht alles wissenschaftlich Wichtige in einer Zeitschrift abgebildet werden kann. Die Einrichtung eines "Think Tanks" wird als sinnvolle Ergänzung des Kongresswesens begrüßt.

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