Der Artikel beschreibt das Christkönigsfest als das jüngste Hochfest der römisch katholischen Kirche und erläutert seine politische, kirchliche und theologische Bedeutung. Ausgangspunkt ist das Lied Kommt her, des Königs Aufgebot, das als geistliches Kampflied vorgestellt wird. Es wurde in der Zeit des Nationalsozialismus gesungen und richtete sich gegen den säkularen Führerkult. Statt einem politischen Führer sollte allein Christus als wahrer Herrscher anerkannt werden. Das Lied brachte Trost, Ermutigung und Widerstandskraft zum Ausdruck und gewann dadurch in einer Zeit der Bedrängnis besondere Bedeutung.
Der Artikel zeigt dann, dass auch die Einführung des Christkönigsfestes selbst politisch verstanden werden kann. Papst Pius XI. setzte das Fest 1925 mit der Enzyklika Quas Primas ein. Dies geschah wenige Jahre nach dem Zusammenbruch mehrerer Monarchien in Europa. Darin liegt eine kritische Distanz gegenüber weltlichen Herrschaftsformen und zugleich eine Betonung, dass Christus der eigentliche König ist. Ursprünglich wurde das Fest auf den letzten Sonntag im Oktober gelegt.
Für die katholischen Jugendverbände in Deutschland erhielt dieser Termin während des Dritten Reiches eine besondere Bedeutung. Nachdem ihre bisherigen religiösen Treffen am Dreifaltigkeitssonntag eingeschränkt und schließlich verboten worden waren, wählten sie den Christkönigssonntag als neuen Bekenntnissonntag. Damit verband sich eine bewusste politische Aussage gegen den Nationalsozialismus. Christus wurde als der eigentliche Herrscher bekannt, nicht der politische Führer. Auch andere Lieder dieser Zeit verdeutlichen diesen kämpferischen und widerständigen Charakter.
Ein weiteres Beispiel für diese Kritik am Führerkult ist das Kirchenfenster Versuchung Christi von Josef Karl Huber. In diesem Werk gab der Künstler dem Teufel die Gesichtszüge Adolf Hitlers. So wurde die biblische Versuchung Christi zu einer bildhaften Kritik an der nationalsozialistischen Ideologie. Der Artikel macht damit deutlich, dass das Christkönigsfest und seine Symbolik in jener Zeit eng mit dem kirchlichen Widerstand verbunden waren.
Im zweiten Teil richtet der Artikel den Blick auf die heutige Bedeutung des Festes. Durch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Christkönigsfest auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres verlegt. Dadurch wurde es stärker mit der Vollendung der Geschichte verbunden. Christus wird an diesem Tag als wiederkommender Herr und Weltenkönig verehrt. Die Liturgie lenkt den Blick auf das Ende der Zeiten und auf das Reich Gottes. So erhält das Fest einen deutlich eschatologischen Sinn.
Zugleich betont der Artikel, dass das Königtum Christi nicht weltlich verstanden werden darf. Es ist eng mit der Passion Jesu verbunden. In den Evangelien erscheint Jesus als König, aber in einer Weise, die den Maßstäben menschlicher Herrschaft widerspricht. Vor Pilatus bekennt er sich zur Wahrheit. Am Kreuz wird er mit der Inschrift als König der Juden bezeichnet. Die Dornenkrone macht deutlich, dass seine Königswürde nicht mit Machtentfaltung, sondern mit Leiden, Hingabe und Verhöhnung verbunden ist.
Der Artikel deutet das Königtum Christi daher als eine Herrschaft ganz eigener Art. Jesus ist nicht König durch Gewalt, militärische Stärke oder politische Dominanz, sondern als Hirte und Beschützer. Seine Herrschaft steht für Wahrheit, Leben, Gerechtigkeit, Liebe und Frieden. Darauf verweist auch die im Artikel zitierte Präfation des Christkönigsfestes. Christus ist Priester und König, der durch sein Opfer am Kreuz das Werk der Erlösung vollendet und am Ende alles dem Vater übergibt.
Insgesamt zeigt der Artikel, dass das Christkönigsfest eine doppelte Bedeutung hat. Einerseits war es geschichtlich ein politisches Bekenntnis gegen totalitäre Herrschaftsansprüche. Andererseits ist es theologisch ein Fest der Hoffnung auf die endgültige Herrschaft Christi. Es verbindet Widerstand gegen falsche Macht mit der Erwartung des Reiches Gottes und erinnert daran, dass christliche Königsherrschaft immer im Zeichen von Wahrheit, Dienst und Liebe steht.