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TheoWebThomas Heller

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Thomas Heller

Die Macht des Geldes als Herausforderung für Politik und Religion, Politik- und Religionsunterricht. Systemtheoretische Überlegungen und fachdidaktische Konkretionen

Veröffentlichung:1.5.2026

Geld will alles beherrschen – auch Religion und Politik. Ein systemtheoretischer Blick auf den Übergriff der Wirtschaft und was das für den Unterricht bedeutet.

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Geld durchdringt moderne Gesellschaften auf eine Weise, die weit über seine klassische Funktion als Tauschmittel hinausgeht. Es tendiert dazu, sich selbst zum Zweck zu erheben und andere Lebensbereiche seiner Logik zu unterwerfen – auch solche, die ihm eigentlich fremd sein sollten. Dieser Artikel untersucht diesen „Übergriff" des Geldes auf zwei Systeme, die nach der Systemtheorie Niklas Luhmanns eigentlich autonom sein sollten: die Politik und die Religion. Luhmann zufolge zeichnet sich moderne Gesellschaft durch funktionale Differenzierung aus – jedes System (Wirtschaft, Politik, Religion, Recht, Wissenschaft) hat seine eigene Aufgabe, sein eigenes Medium und seinen eigenen Code. Die Wirtschaft regelt Knappheiten mittels des Mediums Geld und dem Code Zahlung/Nichtzahlung. Die Politik schafft Kapazitäten für kollektiv bindende Entscheidungen durch das Medium Macht. Die Religion bewältigt Kontingenz durch das Medium Glauben. Theoretisch sollten diese Systeme weitgehend unabhängig funktionieren – doch die Realität sieht anders aus. Der Beitrag zeigt, wie das Geld systematisch in Bereiche eindringt, wo es nach klassischem Verständnis nichts zu suchen hat. Während die Bibel und ihre radikale Ethik (etwa in der Bergpredigt) dem Geld eine klare Grenze setzt, überschreitet das ökonomische System diese Grenzen kontinuierlich. Religion und Politik werden zunehmend nach ökonomischen Kriterien bewertet und organisiert. Auf dieser Grundlage werden konkrete Konsequenzen für den Politik- und Religionsunterricht diskutiert: Wie können diese Fächer Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, die Macht des Geldes kritisch zu reflektieren und alternative Wertsysteme zu denken? Der Artikel bietet systemtheoretische Werkzeuge, um diese Fragen zu bearbeiten und eine pädagogische Utopie zu skizzieren, in der Religion und Politik ihre Eigenständigkeit bewahren.

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