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Eulenfisch

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Heiliger Georg

Veröffentlichung:1.1.2015

Der Fachartikel „Drachenkampf des hl. Georg, 1817“ ist im Heft ru-heute enthalten und umfasst etwa 4 Seiten. Der Beitrag behandelt die Darstellung des heiligen Georg in verschiedenen Kunstwerken und interpretiert den Drachenkampf als religiöses und symbolisches Motiv. Theologisch geht es vor allem um den Kampf zwischen Gut und Böse, die Rolle des Heiligen als Glaubensvorbild sowie um die Deutung des Drachen als Symbol für das Böse oder die inneren Konflikte des Menschen.

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Der Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des heiligen Georg in verschiedenen Kunstwerken und zeigt, wie sich die Bedeutung dieses Motivs im Laufe der Kunstgeschichte verändert hat. Ausgangspunkt ist ein Gemälde von Franz Stanislaus Wächter aus dem Jahr 1817. Darin wird Georg als Reiter dargestellt, der im Sprung den Drachen tötet. Die Bewegung des Pferdes, das wehende Gewand und die Haltung des Reiters erzeugen eine starke Dynamik. Besonders auffällig ist die Hand mit der Lanze, die den höchsten Punkt der Komposition bildet. Dadurch wird die Tatkraft des Heiligen betont. Gleichzeitig neigt sich sein Kopf zum Drachen hinab, sodass ein spannungsvolles Verhältnis zwischen Kampf und Mitgefühl entsteht.

Der Künstler Jörg Länger greift diese Darstellung in seiner eigenen Kunst auf. Er verwendet Figuren aus der Kunstgeschichte als sogenannte Protagonisten und integriert sie in neue Bildkompositionen. Dazu schneidet er die Figuren in Linoleum und verwendet ihre Silhouetten in seinen narrativen Kompositionen. Beim Georg Motiv interessiert ihn besonders die Kraft der Umrisslinie. Da in seiner Technik die Binnenzeichnung verschwindet, muss der reine Umriss eine starke Aussagekraft besitzen. Bei Wächters Georg gelingt dies durch die kreisförmige Kampfszene zwischen Pferd und Drache, die eine rotierende Bewegung erzeugt.

Der Artikel zeigt außerdem weitere künstlerische Interpretationen des heiligen Georg. Ein Beispiel ist ein Werk von Wassily Kandinsky aus dem Jahr 1911. In diesem Bild erscheint Georg in einer farbintensiven Komposition mit Engeln und religiösen Symbolen. Kandinsky interessiert sich dabei für den seelischen Klang der Farben und Formen. Der Reiter steht symbolisch für Bewegung, Suche und Aufbruch in eine neue geistige Welt. In diesem Zusammenhang entstand auch die Künstlergruppe Der Blaue Reiter, deren Name auf dieses Motiv verweist.

Eine weitere Darstellung stammt von Andreas Skorupa. Sein Bild zeigt einen zarten und beinahe schwebend wirkenden Georg mit wehendem Mantel. Neben dem Heiligen erscheint die gerettete Königstochter. Die Figuren sind bewusst nicht naturalistisch proportioniert und wirken durch ihre feinen Linien fast nervös und beweglich. Der Hintergrund mit Goldakzenten erinnert an religiöse Ikonen und verleiht dem Bild eine sakrale Atmosphäre. Skorupa verbindet religiöse Inhalte mit seinem persönlichen inneren Erleben und versucht dadurch eine eigene spirituelle Welt darzustellen.

Auch eine moderne plastische Darstellung wird vorgestellt. Der Bildhauer Thomas Duttenhoefer gestaltete ein großes Bronze Relief des heiligen Georg am Bischofshaus auf dem Limburger Domberg. Die Szene wirkt besonders dynamisch, da Pferd und Reiter schräg in den Raum hineinstürmen. Der Drache windet sich unter den Hufen des Pferdes. Georg hält eine Lanze und erhebt zugleich einen Palmzweig als Zeichen des Sieges. In dieser Darstellung erscheint Georg als Beschützer des Bistums, der das Böse abwehrt.

Zum Schluss wird ein modernes Werk von Jörg Länger beschrieben. Der Künstler übernimmt die Figurengruppe aus dem historischen Gemälde und druckt sie in dunklem Blau auf einen goldenen Hintergrund. Die Darstellung verbindet traditionelle Elemente der byzantinischen Kunst mit moderner Bildgestaltung. Besonders wichtig ist die Deutung des Drachen. Er wird nicht nur als äußeres Ungeheuer verstanden, sondern auch als Teil des Menschen selbst. Jeder Mensch muss seinen eigenen Drachen bekämpfen. Das Bild deutet an, dass der Mensch in diesem Kampf von einem göttlichen Licht begleitet wird.

Der Artikel zeigt insgesamt, dass das Motiv des heiligen Georg über Jahrhunderte hinweg Künstler inspiriert hat. Die Darstellungen reichen von traditionellen religiösen Bildern bis zu modernen Interpretationen. Dabei bleibt der zentrale Gedanke bestehen, dass der Kampf gegen das Böse sowohl eine religiöse als auch eine persönliche Bedeutung besitzt.

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