Als Vorbereitung der Unterrichtssequenz sollte das Problem der vermittelten Unvermitteltheit entwickelt werden. Das Material enthält Möglichkeiten dazu. In einem ersten Schritt wird die Bedeutung der negativen Theologie über M1 untersucht. Ausschnitte der Schriften der Hildegard zu mystischen Erfahrungen mit Gott werden über M2 erarbeitet und dann in die Tabelle M3 eingetragen. Dabei wird die vermittelte Unvermitteltheit des transzendenten Gottvater erfasst. Er ist da und doch nicht. Er ist unfassbar und doch offenbart. Erst in Jesus wird Gott als wahrer Gott und wahrer Mensch als Gottessohn ganz offenbar. Dennoch bleibt der trinitarische Teil des Vaters immer transzendent und unbeschreiblich, alles überschreitend.
Ein letzter Schritt besteht in der Annäherung an die vermittelte Unvermitteltheit. Schilleeckx beschreibt die Annäherung an Gott über eine Art Gottes Erkenntnis, die das frühere Ego und Weltbild zerbricht und dann neu errichtet. Oft schließt sich an das Erlebnis eine Phase des Zweifels und der Reinigung an. Dann, nachdem alle Erfahrungen geordnet und ein neues eigenes christliches Weltbild entstanden ist, tritt eine mystische Vereinigung ein, die jedoch immer den Mangel des nicht Sehens hat. Ein solcher Mangel wurde bei vielen Heiligen durch weitere Visionen behoben. Letztendlich spricht Gott jeden persönlich an und jeder antwortet anders. Dieses Konzept beschreibt einen der Wege zu Gott und bereichert die religiöse Sprachfähigkeit.