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Eulenfisch

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Des Menschen bester Freund – auch im Tod

Veröffentlichung:1.1.2015

Der Fachartikel „Des Menschen bester Freund – auch im Tod. Bestattung von Mensch und Tier – Unterrichtsvorschläge für die Primar- und Sekundarstufe I“ von Matthias Cameran und Andreas Thelen-Eiselen ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst etwa 6 Seiten (S. 49–54).

Der Artikel thematisiert die wachsende Bedeutung von Tierbestattungen und greift deren lebensweltliche Relevanz für Kinder und Jugendliche auf. Zugleich stellt er die Frage nach dem Verhältnis zwischen menschlicher und tierischer Bestattung im christlichen Verständnis. Zentrale theologische Probleme sind die Stellung des Tieres in der Schöpfung, der Unterschied zwischen Mensch und Tier vor Gott sowie die Frage, warum es keine kirchliche Tierbestattung gibt.

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Der Artikel beschreibt zunächst, dass Tierbestattungen in Deutschland immer häufiger werden. Tierfriedhöfe, Tierkrematorien und Bestattungsunternehmen für Tiere gewinnen zunehmend an Bedeutung. Viele Menschen bauen zu ihren Haustieren eine enge emotionale Beziehung auf. Für Kinder ist der Tod eines Haustieres oft die erste Begegnung mit Tod und Trauer. Trotzdem wurde dieses Thema im Religionsunterricht bisher nur selten aufgegriffen. Die Autoren sehen darin jedoch eine wichtige Chance, Fragen nach Tod, Trauer und Bestattung im Unterricht zu behandeln.

Aus religionspädagogischer Perspektive wirft die Tierbestattung grundlegende Fragen auf. Dazu gehören die Bedeutung von Tieren für Menschen, der Sinn christlicher Bestattungsrituale, die Merkmale einer christlichen Beerdigung und die unterschiedlichen Formen der Tierbestattung. Der Artikel stellt daher Unterrichtsvorschläge vor, die menschliche und tierische Bestattungskultur miteinander vergleichen und Lernenden ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Für die Primarstufe wird empfohlen, das Thema im Rahmen einer Unterrichtsreihe zu Tod und Sterben zu behandeln. Zu Beginn sollen Lernende ihre eigenen Erfahrungen mit Tod und Verlust äußern können. Wenn das Sprechen schwer fällt, können kreative Ausdrucksformen wie Malen, Musik, Körperhaltungen oder Texte helfen, Gefühle auszudrücken. Auch Geschichten und Filme über Tod und Abschied können als Einstieg dienen.

Im nächsten Schritt beschäftigen sich Lernende mit der Bestattungskultur von Menschen und Tieren. Durch Bilder von Friedhöfen vergleichen sie menschliche und tierische Gräber. Dabei erkennen sie Gemeinsamkeiten wie Grabsteine, Bepflanzung oder Kerzen, aber auch Unterschiede. Besonders auffällig ist, dass religiöse Symbole auf Tiergräbern meist fehlen.

Darauf aufbauend lernen die Lernenden den Ablauf einer christlichen Bestattung kennen. Sie setzen sich mit Trauerritualen, dem Begräbnis und der Bedeutung des Friedhofs auseinander. Dies kann durch Texte, Internetrecherche, Interviews mit kirchlichen Mitarbeitenden oder Friedhofsbesuche geschehen.

Anschließend wird die Tierbestattung thematisiert. Lernende überlegen, warum Menschen ihre Tiere bestatten möchten und welche Formen der Tierbestattung existieren. Dabei wird auch das ambivalente Verhältnis des Menschen zu Tieren deutlich. Einerseits werden Haustiere liebevoll behandelt und teilweise stark vermenschlicht. Andererseits werden Nutztiere häufig nur als Produktionsmittel wahrgenommen.

Ein wichtiger theologischer Aspekt ist die Frage, warum es keine kirchliche Tierbestattung gibt. Der christliche Glaube unterscheidet zwischen Mensch und Tier. Der Mensch besitzt freien Willen und kann moralisch handeln. Dadurch ist er auch zu Schuld und Sünde fähig. Tiere handeln dagegen instinktiv und können weder moralisch gut noch böse handeln. Deshalb richtet sich das kirchliche Begräbnis als religiöses Ritual nur auf den Menschen. Diese Überlegung wird im Unterricht durch Beispiele und Gespräche verständlich gemacht.

Am Ende der Unterrichtsreihe gestalten Lernende eine eigene Abschiedssituation für ein Tier, etwa in Form einer Collage oder eines Bildes. Ziel ist nicht eine Vermenschlichung des Tieres, sondern eine Möglichkeit, Gefühle und Gedanken zum Abschied auszudrücken.

Für die Sekundarstufe werden umfangreichere Unterrichtsschritte vorgeschlagen. Zunächst vergleichen Lernende Tiergräber und menschliche Gräber und diskutieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Danach beschäftigen sie sich mit der christlichen Bestattungskultur und ihren religiösen Bedeutungen.

In weiteren Stunden untersuchen sie verschiedene Formen der Tierbestattung. Dazu gehören Tierfriedhöfe, Tierkrematorien und virtuelle Tierfriedhöfe im Internet. Lernende recherchieren selbstständig Informationen und präsentieren ihre Ergebnisse. Dabei wird diskutiert, ob solche Formen der Tierbestattung eine Vermenschlichung von Tieren darstellen.

Abschließend setzen sich Lernende mit der Frage auseinander, ob es eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier geben kann. Beispiele wie Mensch Tier Friedhöfe in Deutschland zeigen, dass neue Formen der Bestattung entstehen. Die katholische Kirche lehnt eine christliche Bestattung von Tieren jedoch ab, weil sie die Unterschiede zwischen Mensch und Tier verwischt. Andere Theologen betonen, dass eine Tierbestattung zwar möglich ist, aber nicht die gleiche religiöse Bedeutung haben kann wie eine menschliche Beerdigung. In der Diskussion sollen Lernende unterschiedliche Positionen kennenlernen und eine eigene begründete Meinung entwickeln.

Der Artikel zeigt insgesamt, dass die Auseinandersetzung mit Tierbestattungen eine geeignete Möglichkeit bietet, Fragen nach Tod, Trauer, Schöpfung und dem Verhältnis von Mensch und Tier im Religionsunterricht zu behandeln.

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