Die Weltkonferenz der World Union of Catholic Women's Organisations (WUCWO) vom 14.–20. Mai 2023 in Assisi vereinte etwa 830 katholische Frauen von allen Kontinenten unter dem Thema „Artisans of Human Fraternity for World Peace". Papst Franziskus empfing die Delegierten zu einer Audienz und sprach wichtige Anliegen an, etwa die Diskriminierung von Frauen. Allerdings reagierten die anwesenden Theologinnen mit intellektueller Souveränität auf einzelne Aussagen des Papstes, die Frauen noch immer primär als Ergänzung zu Männern definierten, und setzten dagegen ein klares Konzept: Nathalie Becquart, Untersekretärin für die Synode 2021–2024, betonte, dass eine Kirche ohne Frauen keine synodale Kirche sei. Sie arbeitete mit den Begriffen Vielfalt, Reziprozität und gleiche Taufwürde.
Ein Schwerpunkt lag auf der Sichtbarmachung weiblicher Lebensrealitäten, die sich gegen Idealisierungen wehren: durch die Fotoausstellung „The Cry of Women" an den Kolonnaden des Petersplatzes und den Film „In·visibles. Listening to Transform Lives". Das World Women's Observatory der WUCWO dokumentiert systematisch die Auswirkungen von Krisen wie der Covid-Pandemie auf Frauen in verschiedenen Weltregionen. Besonders evident war die starke Teilnahme von Frauen aus Afrika – mehr als zwei Drittel der Konferenzteilnehmerinnen. Die Tagung machte deutlich, dass die katholische Kirche eine Kirche von Migrantinnen ist und dass globale Fragen wie Flucht und Migration nicht abstrakt, sondern als persönliche Realität für viele Delegierte ganz unmittelbar sind.