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Gott, der Einzige

Veröffentlichung:18.12.2025

Der Artikel „Gott, der Einzige. Zur Entstehung des Monotheismus im Alten Israel“ von Claudia Sticher ist im Heft ru-heute (02/2011) erschienen und umfasst die Seiten 5–8 (4 Seiten).

Die Autorin beschreibt, wie sich der Glaube an den einen Gott im Alten Israel historisch entwickelte. Ausgangspunkt ist eine polytheistische Umwelt. Über die ausschließliche Verehrung Jahwes (Monolatrie) gelangte Israel – besonders im babylonischen Exil – zu einem ausdrücklich formulierten Monotheismus. Dieser entstand aus konkreten Gotteserfahrungen (Exodus, Sinai) und wurde theologisch reflektiert.

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Der Artikel untersucht die Entstehung des Monotheismus im Alten Israel vor dem Hintergrund einer ursprünglich polytheistischen Umwelt. Ausgangspunkt ist das biblische Gebot: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“ (Dtn 5,6–7). Die häufigen Warnungen vor „anderen Göttern“ zeigen, dass der Glaube an den einen Gott keine selbstverständliche Ausgangslage war, sondern sich geschichtlich entwickelte.

Im Alten Orient war der Polytheismus die vorherrschende Religionsform. Auch Israel lebte in einer Welt, in der viele Götter verehrt wurden, etwa in Ägypten oder Kanaan. In den Erzählungen der Erzväter im Buch Genesis begegnet uns zunächst eine nomadische Clanreligion. Die einzelnen Sippen verehrten jeweils ihren eigenen Gott, etwa den „Gott Abrahams“ oder den „Schrecken Isaaks“. Dabei wurde die Existenz anderer Götter nicht bestritten. Jede Gemeinschaft hatte ihre eigene Gottheit.

Mit der Offenbarung des Gottesnamens an Mose (Ex 3) wird ein neuer Schritt sichtbar. Der Gott der Väter offenbart sich als „Ich bin, der ich bin“ und sendet Mose zur Befreiung Israels aus Ägypten. Am Sinai schließt Gott mit Israel einen Bund. Hier beginnt die besondere Beziehung zwischen Jahwe und seinem Volk. Zwar werden andere Götter nicht grundsätzlich geleugnet, aber Israel wird ihre Verehrung strikt verboten. Diese ausschließliche Verehrung eines Gottes nennt man Monolatrie. Sie bedeutet: Ein Gott wird allein angebetet, ohne dass die Existenz anderer Götter theoretisch verneint wird.

Auch in anderen Religionen des Alten Orients gibt es Gebetstexte, in denen ein Gott im Moment der Anrufung als der höchste oder einzige bezeichnet wird. Daher ist Monolatrie nicht automatisch eine Vorstufe zum Monotheismus, sondern kann auch innerhalb eines polytheistischen Systems bestehen.

Nach der Sesshaftwerdung in Kanaan konzentrierte sich die Verehrung Israels auf Jahwe. Dennoch ging man weiterhin davon aus, dass andere Völker andere Götter hatten. Erst die Krise des babylonischen Exils im 6. Jahrhundert v. Chr. führte zu einer theologischen Neuformulierung. Nachdem Jerusalem zerstört und Teile der Bevölkerung deportiert worden waren, stellte sich die Frage, ob Jahwe machtlos sei. In dieser Situation entwickelte sich die klare Bekenntnisformel: Jahwe ist nicht nur der Gott Israels, sondern der einzige Gott überhaupt, Schöpfer und Herr der ganzen Welt. Texte wie Jesaja 44 („Außer mir gibt es keinen Gott“) bringen diesen theoretisch formulierten Monotheismus zum Ausdruck.

Die Autorin betont, dass dieser Monotheismus nicht als geradlinige Entwicklung vom Polytheismus über die Monolatrie hin zum Monotheismus verstanden werden darf. Vielmehr handelt es sich um einen komplexen Prozess theologischer Reflexion. Zentral ist die besondere Offenbarung Gottes an Israel. Während alle Menschen eine allgemeine Gotteserkenntnis haben können (Schöpfung, Weisheit), besitzt Israel eine besondere Offenbarung im Bund und im Gesetz des Mose. Diese exklusive Gottesbeziehung wird als „Eifersucht Gottes“ beschrieben.

Abschließend weist der Artikel darauf hin, dass die biblischen Texte eine große Vielstimmigkeit zeigen. Das Geheimnis Gottes lässt sich nicht auf eine einzige Ausdrucksform reduzieren. Auch die christliche Tradition kennt mit dem Gedanken „Deus semper maior“ (Gott ist immer größer) diese Offenheit. Monotheismus bedeutet daher nicht eine einfache, lineare Entwicklung, sondern ist das Ergebnis geschichtlicher Gotteserfahrungen und theologischer Deutung.

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