Der Artikel beschäftigt sich mit der Gestalt des heiligen Georg und verfolgt seine Spuren in Legenden, Kirchengeschichte und Kunst. Ausgangspunkt ist das bekannte Motiv des Ritters, der auf einem Pferd sitzt und einen Drachen tötet. Diese Darstellung geht vor allem auf die mittelalterliche Sammlung von Heiligenlegenden Legenda Aurea zurück. Die Georgslegende entstand jedoch vermutlich schon früher und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Einige Forschende vermuten sogar Einflüsse aus vorchristlichen Mythen oder aus der griechischen Perseuslegende, in der ebenfalls ein Held ein Ungeheuer besiegt und eine Königstochter rettet.
In der Legenda Aurea wird erzählt, dass ein Drache ein Land bedrohte. Um ihn zu besänftigen, opferten die Menschen zunächst Tiere, später auch Menschen. Als schließlich die Königstochter geopfert werden sollte, griff der Ritter Georg ein. Er verletzte den Drachen mit seiner Lanze und führte ihn in die Stadt. Dort stellte er die Bedingung, dass sich die Bewohner taufen lassen sollten. Nach der Bekehrung vieler Menschen tötete er das Ungeheuer endgültig. Die Legende deutet diesen Kampf symbolisch als Konflikt zwischen Licht und Finsternis beziehungsweise zwischen Gut und Böse.
Nach der Überlieferung lebte Georg im dritten Jahrhundert in Kappadokien. Er stammte aus einer vornehmen Familie und war römischer Soldat. Weil er sich offen zum Christentum bekannte und heidnische Götzenbilder zerstörte, geriet er in Konflikt mit der politischen Macht. Er wurde verfolgt, gefoltert und schließlich getötet. Über die Art seines Todes gibt es unterschiedliche Berichte, etwa Enthauptung oder eine grausame Hinrichtung auf einem mit Schwertern besetzten Rad. Diese Darstellungen entsprechen typischen Mustern von Märtyrerlegenden.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine starke Verehrung des heiligen Georg. Reliquien spielten dabei eine wichtige Rolle. Teile seiner angeblichen Überreste wurden in verschiedenen Orten Europas verehrt. Besonders im Mittelalter verbreitete sich der Georgskult im deutschen Sprachraum und auch in Limburg. Dort wurde er Patron der ersten Stiftskirche. Später gewann er auch in anderen Städten Bedeutung. Besonders die Kreuzritter förderten seine Verehrung, da sie glaubten, er habe ihnen bei der Eroberung Jerusalems geholfen. Georg wurde dadurch zum Idealbild eines christlichen Ritters. In Deutschland zählt er zu den vierzehn Nothelfern und wurde in vielen Lebenssituationen um Hilfe angerufen.
Gleichzeitig blieb die historische Existenz des Heiligen unsicher. Deshalb wurde Georg im Jahr 1969 zunächst aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Aufgrund der starken Tradition und der vielen Zeugnisse seiner Verehrung nahm die katholische Kirche ihn 1975 wieder in den Heiligenkalender auf.
Ein weiterer Schwerpunkt des Artikels liegt auf der Darstellung des heiligen Georg in der Kunst. Menschen suchten in Bildern Orientierung und religiöse Unterstützung. Früher wurde der Kampf gegen das Böse häufig durch den Erzengel Michael dargestellt. Später übernahm Georg diese Rolle als menschlicher Heiliger. Besonders im Mittelalter entstanden zahlreiche Darstellungen des Drachenkampfes in Kirchen, Skulpturen und Gemälden. Bedeutende Künstler griffen das Motiv auf. Beispiele sind Werke von Raffael, Albrecht Dürer, Peter Paul Rubens oder Andrea Mantegna. Auch Skulpturen und Reiterstandbilder wurden geschaffen.
Während der Drachenkampf sehr verbreitet ist, wird das Martyrium des Heiligen in der westlichen Kunst seltener dargestellt. Einige mittelalterliche Kirchenfenster zeigen jedoch Szenen aus seinem Leiden und Tod. Diese Darstellungen erzählen die Geschichte des Märtyrers ähnlich wie ein Bilderbuch.
Auch in der modernen Kunst taucht die Figur des heiligen Georg auf. Künstler wie Wassily Kandinsky griffen das Motiv auf und interpretierten es neu. Für Kandinsky wurde der Reiter zum Symbol für den Kampf um neue künstlerische Ausdrucksformen. Seine Georgsdarstellungen sind zunehmend abstrakt. Auch Salvador Dalí schuf eine Skulptur des Heiligen.
Am Ende stellt der Artikel fest, dass die Bedeutung des heiligen Georg in der Gegenwart zwar abgenommen hat. Dennoch bleibt er ein wichtiges religiöses Symbol für den Kampf gegen das Böse und für mutiges christliches Handeln.