Der vorliegende Artikel stellt nicht nur einen Vergleich der Bildungskonzepte von Albertus Magnus und Meister Eckhart dar, sondern ist auch eine Spurensuche nach den Anfängen des deutschen Begriffs ‚Bildung‘ in seiner heutigen Bedeutung bei Meister Eckhart. Beide Dominikaner verstehen das Ziel der Bildung als Verwirklichung der im menschlichen Geist angelegten Gottesebenbildlichkeit. Bildung ist somit als ein Prozess der Selbstwerdung zu verstehen. Der Unterschied zwischen beiden Konzepten besteht vor allem darin, dass die wissenschaftliche Erkenntnis in Alberts ‚System der Wissenschaften‘ einen intrinsischen Wert besitzt, während sie bei Meister Eckhart eine rein vorbereitende Funktion hat.