RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Münchner Theologische ZeitschriftKonrad Hilpert

Münchner Theologische Zeitschrift,

Konrad Hilpert

Unterwegs zu einer neuen Sexualethik

Veröffentlichung:1.5.2026

Bei dem derzeit im kirchlichen Raum vielerorts postulierten Projekt einer „neuen“ Sexualethik geht es weder um Marginales noch gar um ein Werbesignal gegenüber der Öffentlichkeit. Der Beitrag erkundet deshalb zunächst, warum die Neuheit gewollt oder sogar notwendig ist.

Products

Bei dem derzeit im kirchlichen Raum vielerorts postulierten Projekt einer „neuen“ Sexualethik geht es weder um Marginales noch gar um ein Werbesignal gegenüber der Öffentlichkeit. Der Beitrag erkundet deshalb zunächst, warum die Neuheit gewollt oder sogar notwendig ist. Er versucht dann zu klären, worin die Neuheit näherhin bestehen könnte. In direktem Zusammenhang damit geht er der Frage nach, was es mit der sogenannten katholischen Sexualmoral als Komplex fordernd auftretender konkreter Regeln und Prinzipien für sexuelles Handeln, von denen man sich so energisch absetzen möchte, auf sich hat. Im Anschluss daran werden Überlegungen angestellt, warum dieses Reformprojekt nach verbreitetem Eindruck eine zähe Angelegenheit ist. Abschließend wird versucht, einige Fixpunkte zu markieren, die sich in den bisherigen Debatten abzeichnen. „Unterwegs zu einer neuen Sexualethik“ ist der Untertitel des von Eberhard Schockenhoff hinterlassenen Buchfragments, das im Frühjahr postum unter dem Haupttitel „Die Kunst zu lieben“ erschienen ist.1 Dieser Untertitel enthält einerseits ein großes Versprechen, indem er als Inhalt eine „neue“ Sexualethik in Aussicht stellt. Andererseits dämpft er diese Erwartungen, indem er das Gelieferte durch das „unterwegs“ als Zwischenprodukt und vorläufig charakterisiert. Auch das zweite in diesem Zusammenhang zu nennende Buch bedient sich eines Bildes mit epochalem Anspruch: Christof Breitsameter und Stephan Goertz untertiteln ihr gemeinsames Werk „Vom Vorrang der Liebe“2 mit der Ansage einer „Zeitenwende für die katholische Sexualmoral“. Der Verlag illustriert das nicht minder prätentiös mit der Abbildung eines leeren vergoldeten Bilderrahmens auf dem Cover, der mit einem neuen Bild gefüllt werden könnte. Warum ist solche Neuheit gewollt oder sogar notwendig?

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.