Der Aufsatz verteidigt die Möglichkeit der Metaphysik als autonomer „Erster Wissenschaft“ von Sein und Existenz. Er stellt dabei zwei Alternativparadigmen metaphysischen Erkenntnisgewinns einander gegenüber: die Methode der eigenständigen argumentativen Erkundung von einschlägigen Themenbereichen auf der einen, die Zuordnung zu naturwissenschaftlichen bzw. semantischen Erkenntnissen und Theorien auf der anderen Seite. Der Rang der Metaphysik im Kontext der Wissenschaften ist umstritten, seit es diese Disziplin gibt. Manche sehen sie sogar als überwunden, manche gewähren ihr in Abhängigkeit von anderen Wissensbereichen ein wenig ehrenvolles Ausgedinge. Doch bis heute hält sich auch die Auffassung von der Metaphysik als Grundlagendisziplin. Im folgenden Beitrag sollen Antwortversuche auf die Titelfrage als Vehikel dienen, den Rang der Metaphysik zu ergründen. Argumentationsziel ist, sie als unverzichtbare und in ihren Erkenntnisquellen autonome „Erste Wissenschaft“ des Seins oder der Existenz darzustellen.