Die christliche Hoffnung auf Auferstehung umfasst nicht nur die Sehnsucht nach einem gegenwärtigen Anbruch des Reiches Gottes, sondern auch nach einer bleibenden eschatologischen Gemeinschaft mit Gott. Die damit verbundene Hoffnung auf Heil(ung) richtet sich auf individuelle und kollektive Aspekte. Beide sind notwendig mit den subjektiven und kollektiven Erfahrungen gekoppelt, die Menschen als geschlechtlichen Subjekten zukommen. Damit ist die Korrelation zwischen Gender und Auferstehung nicht marginal, sondern zentral. Die Skizze untersucht mögliche systematische Aspekte für gendersensible Auferstehungsvorstellungen. Die ersten Zeug:innen der Auferstehung Jesu sind nach den Ostererzählungen in allen Evangelien Frauen, d. h. jeweils als Frau gelesene menschliche Personen. Im Johannesevangelium (vgl. Joh 20,16–18) wird von einer Begegnung Maria Magdalenas mit dem Auferstandenen berichtet: „16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. 17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. 18Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.“