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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftUrsula Olschewski

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Ursula Olschewski

Armutsbewegungen im Mittelalter

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt religiöse Armutsbewegungen des Mittelalters als wichtiges Thema für den Religionsunterricht. Er zeigt, dass die mittelalterliche Kirche keineswegs monolithisch war, sondern durch verschiedene radikale Bewegungen geprägt wurde, die Armut, Evangeliumstreue und Kirchenreform anstrebten. Zentrale Figuren wie Franziskus von Assisi und Petrus Valdés verkörpern diese Forderung nach Rückbesinnung auf apostolische Lebensweisen. Der Artikel erläutert, wie kirchlich anerkannte Orden wie die Prämonstratenser und nicht anerkannte Bewegungen wie die Waldenser auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche des 11./12. Jahrhunderts reagierten.

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Der Artikel analysiert mittelalterliche Armutsbewegungen als bedeutsames, aber oft vernachlässigtes Thema des Religionsunterrichts. Er argumentiert, dass diese Bewegungen zeigen, dass die Kirche vielfältig und von innerkirchlichen Reformbewegungen geprägt war. Zentrale Kennzeichen waren die freiwillig angestrebte Armut, Predigttätigkeit und apostolisches Wanderleben, motiviert durch die biblische imitatio Christi und das Ideal der Gütergemeinschaft der Urgemeinden. Nach Herbert Grundmann intensivierte sich ab der Mitte des 11. Jahrhunderts das religiöse Leben in verschiedenen Formen wie Zisterzienser, Bettelorden und radikale Laienbewegungen. Diese entstanden parallel zu unfreiwilliger Armut durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche (Urbanisierung, Geldwirtschaft, neue Wirtschaftsformen). Der Artikel beschreibt kirchlich anerkannte Bewegungen wie die Prämonstratenser unter Norbert von Xanten und die eremitischen Gemeinschaften in Westfrankreich, die radikal Armut lebten und der Augustinusregel folgten. Die Waldenser und Katharer werden als alternative, teils nicht anerkannte Bewegungen behandelt. Der Artikel betont, dass diese Bewegungen primär religiös motiviert waren, aber auch gesellschaftliche Reaktionen auf Reichtum und Ungleichheit darstellten und der Kirche Druck durch alternative Frömmigkeitsformen ausübten.

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