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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftRainer Lachmann

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Rainer Lachmann

Aufklärung

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die Aufklärung als geistige Strömung des 18. Jahrhunderts und verbindet dabei historisch-theologische Perspektiven mit lebensweltlichen Bezügen. Lachmann zeigt, dass Aufklärung nicht nur ein kirchengeschichtliches Phänomen ist, sondern in vielfältigen modernen Kontexten wie Kriminologie, Sexualaufklärung und Schulunterricht lebendig bleibt. Der zentrale Kern der Aufklärung liegt in der Priorisierung von Verstand und Vernunft gegenüber Emotionalem und Pragmatischem. Der Autor plädiert dafür, die historische Aufklärungsepoche durch ihre gegenwärtigen Manifestationen didaktisch zugänglich zu machen.

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Rainer Lachmann analysiert die Aufklärung als epochales Phänomen des 18. Jahrhunderts, das sich nicht nur in Kirchengeschichte manifestiert, sondern in verschiedenen lebensweltlichen Bereichen wirksam ist. Der Artikel beginnt mit modernen Beispielen wie dem Brettspiel Stratego, Sexualaufklärung und kriminalistischen Fernsehinhalten, um zu zeigen, dass der Aufklärungsbegriff Schülern durch Alltagserfahrungen nähergebracht werden kann. Lachmann betont, dass allen Aufklärungsformen eine kognitive Dimension gemeinsam ist, die dem Verstand Priorität vor Emotion einräumt und damit gegen postfaktische Verfälschungen gerichtet ist. Er definiert Aufklärung epochenbegrifflich als geistige Strömung des 18. Jahrhunderts, die sich in Deutschland vor allem in Auseinandersetzung mit lutherischer Orthodoxie und Pietismus entwickelte. Unter dem Einfluss englischer und französischer Denker wie Locke, Voltaire und Rousseau kam die Aufklärung mit Christian Wolff als zentraler Figur nach Deutschland, wo sie sich allerdings gemäßigter als im anglo-französischen Raum ausprrägte. Die politische Auswirkung zeigte sich im aufgeklärten Absolutismus bei Friedrich II. von Preußen und Joseph II. von Habsburg, die Vernunft als Herrschaftsprinzip umsetzten und Bildung sowie Wissenschaft förderten. Besonders deutsche Kleinstaaten wie Weimar, Dessau und Jena wurden zu Zentren aufklärerischer Kultur und Bildung. Der Autor argumentiert, dass eine didaktische Vermittlung der historischen Aufklärung durch die Verknüpfung mit gegenwärtigen Aufklärungserfahrungen der Schüler fruchtbar sein kann. Lachmanns Ansatz betont die Mentalitäts- und Geistesgeschichte als wichtige Perspektive zur Erfassung der Aufklärungsepoche.

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