Das Video bietet einen philosophischen Überblick über das Verhältnis von Glaube und Vernunft in der abendländischen Geistesgeschichte. Ausgehend von der antiken Philosophie über das Mittelalter bis in die Neuzeit wird gezeigt, wie die Frage nach Gott und der Welt das Denken Europas geprägt hat. Der Referent erläutert die enge Verbindung von Philosophie und Theologie und verdeutlicht, dass beide Disziplinen trotz unterschiedlicher Zugänge um dieselben Grundfragen kreisen. Dabei werden zentrale Positionen von der Antike über die Scholastik bis hin zu Denkern wie Immanuel Kant, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Martin Heidegger angesprochen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich menschliche Vernunft zur Gottesfrage verhält und warum diese Frage trotz aller wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen bis heute eine zentrale Herausforderung des Denkens bleibt.
Philosophie ist dort, wo sie aufs Ganze geht, nicht nur Frage nach einzelnem Seienden, sondern nach der Welt im Ganzen. Und sie ist Frage nach Gott. Dies zeichnet sich seit Platon und Aristoteles ab; es durchdringt unter christlichem, aber eben auch jüdischem und islamischem Horizont die mittelalterlichen Transformationen des antiken Denkens. Dieser Fragezusammenhang von Gott und der Welt wird uns auch auf unserem exemplarischen Weg durch die neuzeitliche Philosophie begleiten. Damit sind Philosophie und Theologie wie Schwestern, manchmal in Spannung, manchmal im Konsens. Sie sind ohne einander nicht zu denken, auch wenn im Ansatz der Philosophie Gedanke, Begriff und Problemgeschichte bestimmend bleiben, während Theologie nicht ohne die Autorität der Offenbarung und die Flankierung des Bekenntnisses sein kann.