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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftGabriele Klappenecker

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Gabriele Klappenecker

BiografieLebensgeschichteLebenslauf

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die Begriffe Lebensgeschichte, Biografie und Lebenslauf als zentrale Konzepte der Praktischen Theologie und religiösen Bildung. Basierend auf James William Fowlers Entwicklungsmodell der Glaubensstufen wird dargelegt, wie Menschen ihren Glauben über die gesamte Lebensspanne hinweg entwickeln. Der Autor zeigt historische Wurzeln dieser Überlegungen von Martin Luther bis John Wesley auf und erklärt, wie religiöse Bildung und Glaubensorientierung sich an verschiedenen Lebensaltern ausrichten können. Das Stufenmodell Fowlers wird als säkularisierte Form der klassischen theologischen Heilslehre (ordo salutis) verstanden.

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Der Lexikonartikel von Gabriele Klappenecker untersucht die Begriffe Lebensgeschichte, Biografie und Lebenslauf als distinkte, aber zusammenhängende Konzepte innerhalb der Praktischen Theologie. Lebensgeschichte wird als religiöser Lernprozess des Individuums und dessen Glaubensentwicklung nach Fowler definiert, Biografie als Reflexion des eigenen Lebens für zukünftige Gestaltung, und Lebenslauf als sozial vermitteltes Konstrukt, das Lebensalter-Bausteine typologisiert. Der Artikel konzentriert sich auf William Fowlers einflussreiches Stufenmodell der Glaubensentwicklung (Stages of Faith, 1981), das auf qualitativen Leitfadeninterviews mit etwa 300 Probanden basiert. Fowler nutzt psychoanalytische, entwicklungspsychologische und biblisch-theologische Ansätze, um faith – verstanden als tiefe Beziehung zum Unbedingten – in sieben Lebensphasen zu beschreiben. Der Artikel differenziert zwischen faith als persönlicher Glaubenshaltung, religion als tradierter Überlieferung und belief als bloße Meinungsäußerung. Historische Vorläufer dieses Denkens werden in Martin Luthers fides infantium, dem altprotestantischen ordo salutis sowie in Werken von Comenius, Francke, Ignatius von Loyola und Wesley aufgezeigt. Fowlers Modell wird als säkularer ordo salutis charakterisiert, das lebensgeschichtlich angemessene religiöse Orientierungsbilder ermöglicht und für religionsdidaktische Konzeptionen von Bedeutung ist. Die Stufen beginnen mit dem undifferenzierten faith durch vertrauensgebende Rituale und entwickeln sich über intuitive, konventionelle und reflektive Phasen zu universalen Glaubensstufen.

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