Der Artikel analysiert Brot als bibeldidaktisches Thema aus einer integrativen Perspektive. Zunächst wird Brot als kulturhistorisches Phänomen dargestellt: Es ist zentrales Lebensmittel in Mitteleuropa und prägte die menschliche Zivilisationsentwicklung, kann aber auch kritisch als Auslöser von Leiden und Ausbeutung betrachtet werden. Der Autor berücksichtigt die Perspektive von Kindern und Jugendlichen, für die Essen Fragen von Identität, Status und Zugehörigkeit berührt. Biblisch wird Brot als dreifaches Symbol erschlossen: erstens als Symbol für Nahrung und Lebensmittel, zweitens als Symbol für Gemeinschaft durch das Brotteilen und die Gastmahltraditionen, drittens als Symbol für die Gottes- und Christusbeziehung. Im Alten Testament wird die Existenz von Brot an das Leben außerhalb des Paradieses gebunden, während Gott in Notzeiten wunderbar Nahrung spendet. Im Neuen Testament werden agrarische Kontexte in Jesu Gleichnissen prominent, und Brot wird christologisch gedeutet: Die Entsprechung von Weizenkorn und Christus sowie die Aussage "Ich bin das Brot des Lebens" verbinden Christus mit dem fundamentalen Lebensmittel. Besondere Bedeutung kommt dem Abendmahl zu, wo Brot auf Christus gedeutet wird. Der Artikel legt damit nahe, dass Brot ein existenzialtheologisch relevantes und didaktisch vielversprechendes Thema für die Vermittlung biblischer Gehalte darstellt.