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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMichael Fricke

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Michael Fricke

Diakonisches Lernen evangelisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt das Konzept des Diakonischen Lernens in der evangelischen Religionspädagogik. Es wird die historische Entwicklung von der pädagogischen Diakonie bis zur modernen Definition als Praxislernen nachgezeichnet. Das Diakonische Lernen verbindet praktische soziale Arbeit mit reflexiver Auseinandersetzung und christlichem Glauben. Der Artikel zeigt unterschiedliche Konzeptionen und Umsetzungsformen an kirchlichen und öffentlichen Schulen auf.

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Der Artikel von Michael Fricke analysiert das Diakonische Lernen in der evangelischen Religionspädagogik und seine historischen Wurzeln. Historische Vorläufer wie die pädagogische Diakonie und das handlungsorientierte Lernprinzip von Comenius legten den Grundstein dafür, dass christlicher Glaube und soziales Handeln untrennbar verbunden sind. Der Begriff Diakonisches Lernen wurde Ende des 20. Jahrhunderts geprägt und beschreibt das Praxislernen bestehend aus Praktikum und Reflexion im christlichen Kontext. Seine Entstehung verdankt sich einerseits gesellschaftlichen Veränderungen wie Individualisierung und Entsolidarisierung, andererseits der kirchlichen Betonung von Diakonie als Bildungsaufgabe, dokumentiert in der EKD-Denkschrift von 1998. Die Umsetzung erfolgte zunächst primär an kirchlichen Schulen, während die Integration in den öffentlichen Schulunterricht später folgte. Nach einer Gründungsphase setzte eine Differenzierung ein, die verschiedene Konzeptualisierungen hervorbrachte. Wichtige Unterscheidungen entstanden etwa zwischen Diakonischem Lernen als gelebte Praxis versus Lernen über Diakonie als theoretisches Wissen. Der Artikel zeigt auf, dass es unterschiedliche Lernformen gibt, von einmaligen Aktionen bis zu mehrjährigen Projekten mit verschiedenen Akzentsetzungen. Das Diakonische Lernen verfolgt sowohl die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler im Hinblick auf Empathie und Engagement als auch die Veränderung der Schulkultur. Der Ansatz wird auch im katholischen Bereich unter dem Begriff Compassion praktiziert.

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