RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftAlexander Unser

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Alexander Unser

Entwicklungspsychologie interreligiös

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht die Rolle der Entwicklungspsychologie für das interreligiöse Lernen. Der Autor zeigt, dass entwicklungspsychologische Erkenntnisse bislang eine marginale Rolle in der religionspädagogischen Diskussion spielen, obwohl sie für die Planung altersgerechter Lernziele und Interventionen relevant wären. Der Beitrag dokumentiert einen Paradigmenwechsel: weg von altersstufenspezifischen Modellen hin zu bereichsspezifischen Entwicklungskonzepten, die einzelne Fähigkeiten differenzierter betrachten. Gleichzeitig wird Entwicklung im interreligiösen Lernen zunehmend als soziale statt religiöse Entwicklung verstanden.

Products

Der Artikel analysiert die marginale Präsenz entwicklungspsychologischer Perspektiven in der Fachdiskussion zum interreligiösen Lernen. Alexander Unser identifiziert als Hauptgrund für dieses Desiderat die fehlende empirische Forschung: Es gibt kaum altersvergleichende oder Längsschnittstudien, die Entwicklungsprozesse im interreligiösen Lernen rekonstruieren könnten. Trotzdem finden sich in Monographien zum Thema entwicklungspsychologische Überlegungen, die sich auf allgemeine Entwicklungstheorien und religiöse Stufenmodelle stützen, deren hypothetischer Charakter aber bewusst gemacht werden sollte. Der Artikel dokumentiert zwei wichtige Verschiebungen in der religionspädagogischen Diskussion: Erstens der Übergang von altersstufenspezifischen Didaktiken hin zu bereichsspezifischen Entwicklungskonzepten, die einzelne Fähigkeiten wie Perspektivenübernahme differenzierter erfassen. Dabei wird erkannt, dass sich Fähigkeiten nicht gleichmäßig mit dem Alter entwickeln und nicht einfach vom Alter auf Kompetenzen geschlossen werden kann. Zweitens wird Entwicklung im interreligiösen Lernen zunehmend als soziale Entwicklung statt als religiöse Entwicklung konzeptualisiert. Der Autor betont die Notwendigkeit kontextspezifischer und inhaltsspezifischer Betrachtung von Entwicklungsprozessen sowie die Bedeutung von Interaktionseffekten zwischen individuellen Dispositionen und unterrichtlichen Kontexten. Empirische Forschung, die diese komplexeren Entwicklungsmodelle testet, ist ein dringend erforderliches Forschungsdesiderat.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.