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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftFranz Wendel Niehl

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Franz Wendel Niehl

Erzählen

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt das Phänomen des Erzählens als universale menschliche Aktivität, die weit über bloße Unterhaltung hinausgeht. Er untersucht die formalen Unterschiede zwischen faktualem und fiktionalem Erzählen und zeigt auf, wie Erzählungen unser Selbstverständnis, unsere Identität und unser Zusammenleben prägen. Der Autor verdeutlicht, dass Erzählen in vielen Bereichen der Gesellschaft – von der Geschichtswissenschaft bis zur Psychotherapie – eine zentrale Rolle spielt. Abschließend wird die religionspädagogische Relevanz des Erzählens hervorgehoben und seine Bedeutung für die Vermittlung religiöser Inhalte diskutiert.

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Der Artikel von Franz Wendel Niehl liefert eine umfassende Analyse des Erzählens als kulturelle und anthropologische Grundkonstante. Er definiert Erzählungen formal als Darstellung von Ereignisabfolgen mit Anfangs- und Endsituation sowie beteiligten Akteuren. Der Autor erörtert die fließenden Übergänge zwischen faktualem und fiktionalem Erzählen und identifiziert charakteristische Merkmale fiktionaler Erzählungen wie wiederkehrende Formeln, Perspektivwechsel und sprachliche Gestaltung. Der Artikel betont die kulturwissenschaftliche Bedeutung von Erzählungen, da sie in Geschichtswissenschaft, Rechtsprechung, Psychotherapie und Religion fundamental sind. Als zentrale Erkenntnisse werden mehrere Dimensionen des Erzählens entwickelt: Erstens dienen Selbsterzählungen der Identitätsbildung, indem Menschen ihre Vergangenheit narrativ strukturieren und deuten. Zweites werden Erzählungen als soziale Kommunikationsmittel analysiert, die Vertrauen aufbauen, aber auch manipulieren können. Drittens wird das kollektive Gedächtnis als Summe aller Erzählungen betrachtet, die unser geschichtliches Bewusstsein formen. Der Autor unterstreicht, dass Religionspädagogik zur Klärung von Ausmaß und Wert des Erzählens auf Einsichten der Narratologie, Literaturwissenschaft, Pädagogik und Theologie angewiesen ist. Abschließend wird deutlich, dass Erzählmuster pädagogisch analysiert und gestaltet werden können, um beziehungsfördernde Kommunikation zu unterstützen und problematische Erzähltraditionen zu verändern.

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