Der Artikel untersucht die drei eng verwandten Begriffe Evangelisierung, Mission und Apostolat im katholischen Verständnis. Während Evangelisierung den umfassenden Prozess der kulturellen Durchdringung durch das Evangelium bezeichnet, wie ihn Paul VI. 1975 in "Evangelii nuntiandi" definierte, steht Mission für die dahinterstehende Dynamik und das proaktive Hinausgehen der Kirche. Apostolat beschreibt die formale Bestimmung jedes Getauften, aufgrund seiner Sakramentalen Teilhabe Zeuge seines Glaubens zu sein. Historisch wurde der christliche Glaube seit neutestamentlicher Zeit als weltverändernd und missional verstanden, doch die Missionsgeschichte war oft geprägt von Europäisierung und Gewalt, daneben aber auch von Inkulturationsbemühungen. Das Zweite Vatikanische Konzil markierte einen Wendepunkt: Die Kirche verabschiedete sich vom Gegensatz zur Welt zugunsten eines partnerschaftlichen Dialogs, was das Missionsverständnis grundlegend veränderte. Papst Paul VI. entwickelte ein strukturiertes Evangelisierungsmodell nach dem Katechumenat, das vom stillen Zeugnis über ausdrückliche Verkündigung bis zur systematischen Katechese reicht. Jeder Getaufte ist demzufolge nicht nur berechtigt, sondern beauftragt zur Evangelisierung, unabhängig von kirchlichem Amt. Seit der Jahrtausendwende rückt der Missionsbegriff wieder ins Zentrum kirchlicher Zukunftsdiskussion, wie Papst Franziskus 2013 in "Evangelii Gaudium" unterstreicht, der Mission zum neuen Paradigma erhebt.