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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftHanna Roose

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Hanna Roose

Jesus Christus Bibeldidaktisch Grundschule

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die religionspädagogische Vermittlung von Jesus Christus in der Grundschule. Er diskutiert das Spannungsverhältnis zwischen historischen Fragen nach dem "historischen Jesus" und theologischen Glaubensfragen, die in den biblischen Texten selbst angelegt sind. Der Artikel kritisiert die übliche "Patchwork-Technik" im Unterricht, die verschiedene Evangelientraditionen zu einem einheitlichen Jesusbild zusammenfügt, und plädiert stattdessen dafür, bereits Grundschulkindern die Vielperspektivität der biblischen Überlieferungen zugänglich zu machen. Empirische Studien zeigen, dass Kinder durchaus zu christologischem Denken fähig sind und theologische Fragen wie nach der Beziehung Jesu zu Gott selbstständig stellen.

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Der Artikel von Hanna Roose befasst sich mit der didaktischen Vermittlung von Jesus Christus in der Grundschule und analysiert zentrale pädagogische Herausforderungen. Zunächst wird die häufige Kinderfrage "Ist die Geschichte echt?" diskutiert, die auf das Spannungsverhältnis zwischen historischer Faktizität und theologischer Wahrheit verweist. Der Artikel unterscheidet systematisch zwischen zwei Frageebenen: der Frage nach historischen Ereignissen hinter den biblischen Texten und der Frage nach den theologischen Glaubensdeutungen in den Texten selbst. Eine zentrale Problematik liegt in der verbreiteten "Patchwork-Technik" im Grundschulunterricht, die einzelne Bausteine aus verschiedenen Evangelien kombiniert und zu einem künstlich einheitlichen "Jesus-Mosaik" zusammensetzt. Dies hat den Nachteil, dass die unterschiedlichen christologischen Konzeptionen der vier Evangelisten eingeebnet werden und biblische Texte als bloße Tatsachenberichte missinterpretiert werden können. Der Artikel argumentiert hingegen für eine Didaktik der Mehrperspektivität, die Grundschulkindern die verschiedenen biblischen Traditionen als unterschiedliche Glaubensdeutungen vermittelt. Empirische Studien von Büttner und Dieterich zeigen, dass Kinder bereits ab der ersten Klasse fähig sind, christologisch zu denken, und dass sich ihr christologisches Denken entwickelt, ohne dabei notwendigerweise vom Menschen Jesus zum Christus-Glauben fortschreiten zu müssen. Mirjam Zimmermann betont in ihrer Forschung, dass Kinder nicht vorrangig an konkreten Details von Ereignissen interessiert sind, sondern an theologischen Warum-Fragen. Der Artikel plädiert dafür, dass Grundschulkinder bereits mit unterschiedlichen christologischen Entwürfen bekannt gemacht werden sollten und dass eine persönliche theologische Auseinandersetzung an die Erkundung biblischer Christologien anschließen kann.

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