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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMarita Koerrenz

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Marita Koerrenz

Kirchengeschichte im Religionsunterricht der Primarstufe

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die Frage, wie Kirchengeschichte im Religionsunterricht der Grundschule didaktisch sinnvoll vermittelt werden kann. Die Autorin zeigt auf, dass kirchengeschichtliche Inhalte durch lebensweltliche Anknüpfungspunkte wie das Kirchenjahr, Kirchengebäude und kirchliche Sozialeinrichtungen für Grundschüler zugänglich gemacht werden können. Dabei wird betont, dass eine ausgewogene Balance zwischen sachgerechter Darstellung und altersgerechter Vermittlung entscheidend ist. Das Lernen an vorbildhaften Personen wie Martin Luther erfordert eine reflektierte, ambivalenzbewusste Perspektive, die der religiösen Pluralität gerecht wird.

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Der Artikel von Marita Koerrenz befasst sich mit der didaktischen Vermittlung von Kirchengeschichte im Grundschulreligionsunterricht. Die Autorin argumentiert, dass trotz heterogener Lebenswelten von Kindern lebensweltliche Anknüpfungspunkte für kirchengeschichtliche Inhalte gefunden werden können. Sie identifiziert drei zentrale Verortungsmöglichkeiten: erstens das Kirchenjahr als zeitliches Ordnungsschema, das Feste wie Martinstag oder Nikolaustag mit historischen Ursprüngen verbindet; zweitens die Raumerfahrung durch Kirchengebäude und historische Denkmäler, die für Kinder zunächst fremde Phänomene darstellen; drittens die Trägerschaft sozialer Einrichtungen durch die Kirche, die über Personen wie Martin von Tours oder Mutter Teresa vermittelt werden kann. Zentral ist das Konzept der "Balance" zwischen Sachbezug und Adressatenbezug: Lehrende müssen zwischen wissenschaftlicher Korrektheit und kindgerechter Vermittlung ausbalancieren. Die Autorin warnt vor einer unkritischen Heroisierung historischer Figuren wie Martin Luther und plädiert stattdessen für eine reflektierte Darstellung, die Ambivalenzen und kulturelle Veränderungen in der Bewertung historischer Personen berücksichtigt. Dies ist besonders in einer pluralen Gesellschaft notwendig, um religiöse Toleranz zu fördern. Das exemplarische Prinzip wird als sachgemäße didaktische Kategorie zur Themenwahl vorgeschlagen.

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